Arton Tafilaj nach Arbeitsunfall: "Hatte viel Glück". Vor zehn Monaten verletzte sich Arton Tafilaj, Stammgoalie des Aufsteigers aus St. Martin, bei einem Arbeitsunfall schwer. Dieser Tage kämpft er um sein sportliches Comeback.

Von David Marousek. Erstellt am 25. März 2020 (01:31)
Sehnsucht nach dem Rasen. St. Martin-Goalie Arton Tafilaj kämpft um sein Comeback.
Marousek

Mit Schaudern erinnert sich der Feldbacher Arton Tafilaj an jenen Tag zurück, der sein Leben dramatisch verändern sollte. „Ich hatte sehr viel Glück“, sagt Tafilaj im Nachhinein. Der 35-jährige Torhüter des 2. Liga-Aufsteigers ASV St. Martin/Raab, war in Wiener Neustadt als Monteur unterwegs und stieg auf ein Gerüst. „Normalerweise arbeite ich auf keinem, aber Leitern kann ich nicht nur raufklettern, sondern sogar laufen“, scherzt Tafilaj trotz schwerwiegender Folgen. Das eigentlich gesicherte Tragwerk gab plötzlich nach. Warum weiß Tafilaj bis heute nicht: „Es wird vermutet, dass es jemand wegschob, um ins Gebäude zu kommen.“

„Ich habe mich noch so auf die 2. Liga gefreut“

Es folgte ein folgenschwerer Sturz aus vier Metern auf den harten Boden, der für ihn in weiterer Folge bittere Realität werden sollte. Zuerst landete der Goalie auf seinem Ellenbogen, dann auf dem Kopf. Während der Arm heil blieb, brach sich Tafilaj den Schädel. Erinnerungen daran hat er keine mehr. Erst eine Woche später wachte er im Wiener Neustädter Krankenhaus wieder auf. „Ich habe mich noch so auf den Saisonstart gefreut, endlich in der 2. Liga Süd zu spielen und dann bin ich plötzlich auf der Intensivstation“, haderte der Nähe Feldbach wohnhafte Aufstiegsgoalie des ASV. Bis auf große Probleme mit seinen Augen sind die Wunden verheilt. Von zwölf Dioptrien, die sich durch den Unfall ergaben, sind nur noch sieben übrig. Berechtigte Hoffnungen, wieder klar zu sehen, macht er sich. Nachsatz: „Die Doppelbilder habe ich leider noch, aber ich habe eine spezielle Brille bekommen, damit ich nicht so verkreuzt schaue. Die Augen werden damit zentriert.“

Corona-Krise setzt die Reha (kurzzeitig) aus

Zehrende Reha. Der 35-jährige Nähe Feldbach wohnende Monteur absolviert derzeit ebenfalls „homeoffice“.
BVZ

Das alles war noch vor Corona. Die Krise machte aber auch vorm sympathischen Schlussmann nicht Halt. Seine Reha wurde zuletzt vorzeitig beendet. Das medizinische Personal wird anderweitig benötigt, im Mai soll es dann (hoffentlich) regulär weitergehen. „Mein Ziel ist ganz klar die Rückkehr auf den Platz.“ Bis dahin wird noch einige Zeit vergehen, denn auch wenn das Training am Hometrainer schon funktioniert, ist an ein Laufband oder Ähnliches noch nicht zu denken. „Ich habe mich schon auf die Leute in St. Martin gefreut, auf die Kabine und auf den Platz. Als ich noch keine Reha hatte, war ich immer mit dabei und versuchte zu helfen, wo gerade Not am Mann war.“ So ganz muss die ASV-Familie fußballerisch aber nicht auf den Namen Tafilaj verzichten. Die beiden Söhne, Ledion und Aldon, sind im Jennersdorfer Bezirk gemeldet. Die könnten es noch weiter hinaufschaffen, denn: „Das sind große Talente“, schmunzelte der stolze Papa über die Jung-Kicker.