Benjamin Bogad: Der „Schmankerlkoch“. Was Serge Gnabry kann, kann Benjamin Bogad vom ASK Jabing auch. Der ehemals in Rotenturm kickende Offensiv-Allrounder über seinen speziellen Jubel und den Dorf-Wechsel.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 09. April 2021 (01:59)
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Serge Gnabry hat eine bewegte Karriere hinter sich. Früh zog er vom VfB Stuttgart aus, um bei Arsenal London seine weiteren Jugendjahre zu verbringen. Das außergewöhnliche Talent, gepaart mit unglaublicher Schnelligkeit war immer ersichtlich. Weil Verletzungen seinen Weg aber begleiteten, verlief die Kurve nicht immer nur nach oben. Für die Londoner spielte er so kaum eine wirkliche Rolle und er wurde erst an West Bromwich Albion und dann an Werder Bremen ausgeliehen. Vor allem letztere Station sollte sich als wegweisend für seine weitere Karriere herausstellen. Die Bayern griffen zu und bereuen das bis heute nicht. Gnabry ist in der Elite des europäischen Fußballs angekommen.

Zugegeben, so weit wird es beim heute in Jabing kickenden Benjamin Bogad nicht mehr kommen. Champions League-Abende verlebt er im Kreise seiner Familie und Freunde oder, wenn Corona es irgendwann wieder erlauben sollte, eben nach dem Training auf dem Sportplatz in Jabing. Dorthin kehrte er nach fünf Jahren beim Rotenturmer Nachbarn im Sommer 2019 zurück. Zwingend einfach war das nicht. „Dieser Weg war schon ein wenig holprig“, berichtet er, wohlwissend um die hohe Intensität, die dieser doch brisante Transfer mit sich brachte.

Bogad: „Bei Gnabry gefiel mir das Auftreten“

In Rotenturm war er nämlich extrem angesehen, Fixpunkt und phasenweise Kapitän. Gemeinsam schaffte man 2017/18 den Meistertitel in der 1. Klasse Süd. „Ich möchte diese Zeit auf keinen Fall missen. Dort hatte ich super Mitspieler und sehr viele Freunde. Aber es ist wie öfter im Leben, manchmal trennen sich Wege und damit auch gewisse Ansichten. Dann muss man eben einen Schritt wagen, auch, damit Leute akzeptieren, dass diverse Vorgangsweisen nicht korrekt waren und irgendwann auch der heutigen Zeit angepasst werden sollten.“

Schnee von gestern, denn die Rückkehr zu seinem eigentlichen Stammverein verlief reibungslos. Die Jabinger bekamen einen Kicker, der an guten Tagen den Unterschied ausmachen kann und zudem durch seine ehemalige Kapitänsrolle auch Führungsarbeit übernimmt. Auch wenn das gar nicht zwingend seinem Naturell entspricht. Wie Gnabry ist er ein eher ruhiger Zeitgenosse, der mehr mit seinen Taten als mit Worten glänzt. Nur beim Torjubel gibt es dann keine Grenzen. Da wird wie beim Bayern-Star das Gericht angerührt. „Er ist einfach ein Vorbild“, schmunzelt der 27-Jährige, um anzufügen: „Ich bin begeisterter Bayern-Anhänger und auf ihnen liegt auch mein Fokus. Weil ich auf den offensiven Außenbahnen spiele, schaue ich dort natürlich immer genau hin. Bei Gnabry gefiel mir das Auftreten und sein außergewöhnlicher Torjubel sofort. Ich probierte es dann einfach aus und es wurde auch gut angenommen. Jetzt hoffe ich nur, dass ich auch in weiterer Folge noch einige Male so jubeln darf.“

Dass das irgendwann wieder passieren wird, steht außer Frage. Zu hoch ist die individuelle Qualität, zu groß der Torriecher, um nicht in alter Stärke zurückzukehren. Noch regiert aber das zehrende Warten, welches Bogad bis dato sinnvoll zu überbrücken wusste. „Mir geht es aktuell richtig gut. Mit Laufeinheiten und Kraftübungen halte ich mich grundsätzlich fit, auch wenn jeder Fußballbegeisterte weiß, dass Trainingseinheiten mit der Mannschaft wieder etwas komplett anderes sind.“

Es regiert vor allem die Vorfreude auf die irgendwann zurückkehrende Normalität. Dann will man den sportlich sehr starken Jabing-Weg festigen. Bis zur Saison-Annullierung 2019/20 war das Platz vier, aktuell steht man auf Rang fünf. „Mit der Hinrunde war ich zufrieden“, sagt er und schickt gleich Grüße an die Konkurrenz: „Auch wenn da sicher mehr möglich war.“