Ein „Großer“ muss gehen. Nun ist es doch passiert: Trotz 2:0-Pausenführung verlor der SV Großpetersdorf gegen Jennersdorf, aufgrund grober Schnitzer und charakterlich sehr starker UFC-Gäste, mit 2:5.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 12. Juni 2019 (01:26)
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So still war es in der Großpetersdorfer Arena vermutlich noch nie. Nach etwas mehr als 90 Minuten pfiff Schiedsrichter Christian Heiner am vergangenen Samstag die Begegnung zwischen den SVG-Hausherren und dem UFC Jennersdorf ab und was da in den zweiten 45 Minuten passierte, musste erst verdaut werden.

Lange saß die kickende Zunft der Hausherren regungslos auf dem Boden. 10 Minuten, eine viertel Stunde, oder gar noch länger, ehe es zurück in die Kabinen ging. Als Absteiger, denn der Traditionsverein muss nach bitterem Spielverlauf zurück in die 1. Klasse Süd. Das ist seit Samstag fix. Ein unglaublich heftiger Nachmittag.

Die Elf von Andi Konrad schien zur Pause nämlich quasi gerettet: Selbst führte man gegen eine ersatzgeschwächte Jennersdorfer Elf mit 2:0, während Heiligenkreuz in Rechnitz mit 0:1 hinten lag. Die Wende folgte schnell: Der HSV markierte per Doppelschlag das 2:1, während in Großpetersdorf die Zitterei spätestens mit dem unnötigen Anschluss von Mitja Botjak losging.

Das manifestierte sich mit dem Ausgleich, der beinahe noch unverständlicher daherkam, denn SVG-Goalie Pal Tarczy versuchte sich im eigenen Strafraum an einem Heber – und scheiterte eindrucksvoll. Michi Wagner war der Nutznießer und mit diesem 2:2 brachen die Hausherren in ihre Einzelteile zusammen. Trainer Andi Konrad versuchte, positiv einzuwirken, was aufgrund der Kunde aus Rechnitz und dem eigenen Spielverlauf vergebene Liebesmüh blieb. Letztendlich besiegelten Julian Resch, Markus Pimpel und Heiko Kusch mit den weiteren Toren die Niederlage.

Immens charakterstark zeigten sich derweil die Jennersdorfer Gäste, die auf jegliche Feierorgien verzichteten, sich nur verabschiedeten, schnurstracks in die Kabinen gingen und schnell von dannen zogen. „Bei uns ging irgendwann auch ein Ruck durch die Mannschaft. Nach unserer ersten Halbzeit war damit eigentlich nicht mehr zu rechnen“, sagte UFC-Trainer Martin Sitzwohl am Sonntagnachmittag zur BVZ.

Wie geht es in Großpetersdorf nun weiter?

Die erste Rückkehr in die 1. Klasse Süd - seit der Saison 1998/99 - traf den Traditionsverein ins Mark. Damals verweilte man nur ein Jahr „unten“, ehe es quasi direkt in die Landesliga ging. „Ich finde noch immer keine Worte dafür“, sagte Obmann Harald Schneller und ergänzte: „Wir sind in der 1. Klasse und müssen nun daran arbeiten, dass wir bald wieder zurückkehren. Es wird einige Änderungen geben. Ganz wichtig ist, dass die Spieler, die es verbockten, nun Eier zeigen. Es gibt keinen Alleinschuldigen.“ Warum es dazu kam, konnte er sich nicht erklären: „Vielleicht waren wir uns zur Pause zu sicher. Es war dann ein Versagen vom Feinsten.“