Legende macht Schluss. Das Goalie-Urgestein Kevin Gumhold beendet mit 29 Jahren seine aktive Karriere. Der Jennersdorfer blickt auf eine sehr schöne Zeit zurück, verlor zuletzt aber die Lust am Kicken.

Von David Marousek. Erstellt am 17. Mai 2021 (01:56)
Karriereende. Torhüter Kevin Gumhold zog im Mai einen Schlussstrich unter seine Karriere. Mit Kollege Patrick Sinkovics will er im nächsten Jahr die Tennis-Meisterschaften in Jennersdorf aufmischen.
David Marousek, David Marousek

Beim UFC Jennersdorf geht eine Ära zu Ende. Der langjährige Einser-Torhüter Kevin Gumhold beendet seine Karriere. Für den 29-Jährigen gab es drei Gründe für das Ende: „Alle in der Whatsapp-Gruppe waren so geil auf das erste Training nach dem Lockdown und ich hatte einfach keine Lust mehr“, erklärt Gumhold, der schon seit Jugendtagen im Tor spielte. Auch privat ist der Torhüter aktuell mehr eingespannt, zusätzlich wäre außerdem wieder ein richtiges Aufbauprogramm, ähnlich wie bei seinem Kreuzbandriss vor eineinhalb Jahren, zu absolvieren.

Mit 14 zum ersten Mal im Team geschnuppert

Für den Jennersdorfer ging es im zarten Alter von 14 Jahren zum ersten Mal in Richtung Kampfmannschaft. „Ich habe damals unter Trainer Stefan Savel das erste Mal mit der Kampfmannschaft trainiert. Ein Jahr später gab es dann unter Helmut Siderits meine ersten Einsatzminuten gegen Olbendorf“, erinnert sich Gumhold zurück. Das war 2007/08 auch gleichzeitig das Burgenlandliga-Aufstiegsjahr des UFC aus Jennersdorf.

„Früher gab es auch Schönlinge in der Liga, aber unsere Defensivspieler hätten die heutigen weggefetzt.“

Kevin Gumhold, über die Einstellung mancher Spieler.

Damals stand noch Albert Fink im Tor. Nach einigen Fehlern des Steirers bekam Gumhold dann zuhause gegen Neudörfl seine erste Chance: „Mir ist die Pumpe gegangen. Der Trainer hat mir das auch erst am Spieltag gesagt.“ Der damalige Einser-Goalie Fink zeigte sich jedoch als Sportsmann gegenüber dem jungen Talent: „Finki war sehr fair zu mir und hat mich richtig aufgewärmt.“ Auch mit seinem späteren Kollegen Peter Reiter pflegte er ein gutes Verhältnis: „Peter war ein Glücksgriff für mich als junger Torwart. Er hat so viel mit mir trainiert und auf mich gebaut, obwohl er eigentlich die Eins war.“

Die Woche darauf gab es für Gumhold dann wieder einen Reserve-Einsatz, wo er sich den Finger brach und länger ausfiel. Ein erstes richtiges Duell ums Stammleiberl gab es dann im nächsten Aufstiegsjahr 2010/11 gegen Konkurrent Walter Wolf, der damals frisch aus der Akademie in den Landessüden kam.

Kahnbeinbruch im Duell gegen Rechnitz

Doch auch hier verletzte sich Gumhold wieder, dieses Mal deutlich schwerer. Bei einem unglücklichen Zweikampf mit dem Rechnitzer Bernd Hummel brach sich der Jennersdorfer das Kahnbein. „Er wollte mich nicht verletzen. Den Knochen braucht man aber für alle Bewegungen im Tor“, so Gumhold.

Doch auch hier kämpfte er sich zurück. Vom damaligen Obmann Manfred Deutsch und dem Sportlichen Leiter Johann Knaus gab es gemeinsam mit Trainer Joachim „Jack“ Poandl das Vertrauen für den jungen Torhüter. Belohnt wurde das unter anderem mit seinem laut eigenen Aussagen „besten Karriere-Spiel“. Kevin Gumhold erinnert sich noch genau an das Burgenlandliga-Duell in Neusiedl: „Wir hatten im Spiel einen Torschuss und der war drin. Ich habe alles gehalten. Im Internet stand: ‚Hexer Gumhold zerstört die Neusiedler Aufstiegsträume‘. So eine Partie hat man einmal im Leben.“

Als der nunmehrige BFV-Sekretär Heinz Lautischer, damals als Schiedsrichter aktiv, nur eine Minute Nachspielzeit gegeben habe, sei Neusiedls Patrick Kienzl fragend zum Unparteiischen gegangen. „Er hat dann zu den Neusiedlern gesagt, dass sie jetzt 90 Minuten kein Tor gegen diesen Goalie geschossen haben und das auch nicht mehr werden“, lachte Gumhold, der als richtiger Sympathikus gilt.

Pfeifer und Benko als Traumsturmpaar

Die erfolgreichste Zeit kam dann, als das Sturmduo Kevin Pfeifer und Joze Benko hieß. „Das waren die zwei besten Stürmer, mit denen ich jemals gespielt habe“, erinnert er sich. Überhaupt haben sich die Spieler im Laufe der Zeit stark verändert. „Auch früher gab es Schönlinge in der Landesliga, aber unsere Defensivspieler wie Christoph Knaus und Patrik Sinkovics hätten die heutigen einfach weggefetzt. Aktuell sind die Spieler alle eher filigraner unterwegs.“

Für seinen Stammverein wünscht sich der nunmehrige Ex-Torhüter wieder eine starke Mannschaft: „Ich finde in Jennersdorf gehört eine Mannschaft hin, die in die Burgenlandliga will.“ Als Kassier-Stellvertreter bleibt er zumindest weiterhin ein Teil des UFC.