Schlaininger Steuermann. Als nahezu unverzichtbar gilt beim Leader aus Schlaining Linksfuß und Kapitän Tobias Glösl. Dieser besticht mit Konstanz, Vielseitigkeit und einer großen Brise Kämpferherz.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 20. Februar 2021 (01:18)

Der Nachname Glösl und der ASK Schlaining sind seit langem eng miteinander verbunden. Was der Stammesvater Werner vor vielen Jahren schaffte, wollen seine Söhne Florian (27) und Tobias (22) auch: mit dem Traditionsverein in die höchste Amateurklasse des Landes. Während es der älteste Spross Florian mit Neuberg oder auch Oberwart gar zu Regionalliga-Würden schaffte, will der Jüngste dort noch hin. Als Stammkraft, als Führungsspieler, als Kapitän! „So einer wie der Tobi ist extrem wichtig für uns“, sagt Sektionsleiter Ernst Simon und fügt an: „Er hat nicht nur die fußballerische Klasse, sondern auch die Einstellung, höher zu spielen.“ Die braucht es, wenn der ASK seine mittlerweile doch höheren Ziele verwirklichen will.

Mit 15 gleich direkt in die ASK-Erste

Tobias Glösl verkörpert wie kein Zweiter den ASK Schlaining. Kampf- und laufstark, ex-trem willig, technisch gut und dazu auch mit der nötigen Aggressivität ausgestattet, zählt der heute 22-Jährige schon lange zum Stamm. Die Zeit vergeht, wie er gegenüber der BVZ klarstellt: „Es kommt mir gar nicht so lange vor, aber mit meinen 22 Jahren bin ich bei uns schon einer der Älteren.“

Seit er 15 ist, spielt er mit wenigen Ausnahmen in der Kampfmannschaft. Erst vorrangig links defensiv unterwegs, entwickelte er sich über die Jahre zu einem Universal-Spieler, der viele Positionen bekleiden kann. Links offensiv, auf der Sechs oder in der Innenverteidigung – Glösl kickt alles weg und schätzt sich dabei auch sehr realistisch ein. „Ich spiele überall gern“, sagt er, um anzufügen: „Wo ich vom jeweiligen Trainer eben gebraucht werde. Ich habe verschiedene Stärken.“ Davon gibt es sehr viele, denn wirklichen Schwachpunkt findet man beim Sympathikus kaum welche. Vielleicht noch die „Torgefahr“, wie er nach kurzem Nachdenken feststellt. „Ein paar Tore mehr könnte ich schon haben“, erklärt er mit einem Schmunzeln, wohlwissend, dass der ASK in den letzten Jahren immer wieder Angreifer der Extraklasse besaß, wo die mangelnde Glösl-Gefährlichkeit nicht so wahnsinnig ins Gewicht fiel.

Er ist eben der, der nicht glänzt, andere aber glänzen lässt, weil er offensive Präsenz mit defensiver Geschlossenheit vereint. „Das körperbetonte Spiel liegt mir schon“, so sein Wortlaut. Das hat er sicher auch vom Bruder Florian, der für ihn ein „Vorbild“ darstellt. „Man schaut schon auf.“ Auf die Familie wird viel wertgelegt. Nicht nur mit Florian, auch mit seinem zweiten Bruder – Tormann Philipp Imrek – kickte er schon zusammen, was ihn ungemein stolz macht. „Wir sind ein kleiner Verein, wo ein großer Zusammenhalt herrscht.“

Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass die Vereinsführung alles versucht, um dorthin zurückzukehren, wo man schon einmal war: Landesliga! „Das ist für einen kleinen Verein nicht leicht“, sagt der „Capitano“, der weiter ausführt: „Wir haben sehr viele Funktionäre, die sehr vieles versuchen.“

Irgendwann will er sich oben beweisen

Die richtige Trainerwahl etwa, wo man in der Hinrunde mit Florian Hotwagner einen Goldgriff tätigte, der sich nach dem Corona-bedingten Abbruch Richtung SV Oberwart verabschiedete. „Extrem schade, weil er super zu uns passte und auch neue Dinge reinbrachte. Es ist ein weinendes Auge für uns und ein lachendes für ihn dabei“, so Glösl, der sich in den letzten Jahren der Anfragen höherklassiger Vereine (noch) erwehren konnte. „Es gab sehr viele, aber es war noch nicht der Verein da, wo es sich ausgezahlt hätte, zu gehen. Meine Freunde und Familie sind in Schlaining und das ist dann eben noch einmal etwas anderes.“ Reizen würde es ihn aber doch, sich höher zu zeigen. Das bekräftigt er gegenüber der BVZ: „Sportlich wäre es natürlich ein Unterschied, aber es ist als Student (Anm.: Bauingenieurswesen an der TU Graz) nicht so einfach, drei- oder gar viermal wöchentlich zu den Einheiten zu fahren.“ Für Schlaining würde er das aber auf sich nehmen. Das ist sicher.