Nichts für schwache Nerven: St. Pölten biegt Oberwart. St. Pölten verspielt gegen Oberwart eine 15-Punkte-Führung im Schlussviertel. Doch dann wirft Debütant Omar Krayem den SKN vier Sekunden vor dem Ende mit Monster-Dreier zum Sieg.

Von Manuel Burger. Erstellt am 02. Januar 2021 (20:42)
Nicht zu stoppen war SKN-Neuzugang Omar Krayem.
Wolfgang Mayer

Die nächste Nervenschlacht mit St. Pöltner Beteiligung. Fast wäre es noch schlimmer gekommen, als im Cup-Halbfinale. Da verspielte der SKN eine 16-Punkte-Führung. Am Samstag lagen die Niederösterreicher bereits mit 18 Zählern vorne (52:34), nahmen davon noch satte 15 mit ins letzte Viertel.

Doch wieder riss der Faden und kurz vor Schluss hatten die Burgenländer den Rückstand aufgeholt, lagen mit 77:76 vorne. Auf der Gegenseite traf Schilder zum 78:77, aber die Gäste hatten den letzten Angriff. Vermeintlich, denn Knessl traf zwar einen Dreier, allerdings waren noch neun Sekunden auf der Uhr. So krönte sich ausgerechnet Neuzugang Omar Krayem bei seinem Debüt zum Matchwinner.

Der Guard traf vier Sekunden vor dem Ende weit entfernt von der Dreierlinie zum Sieg. Kein schulmäßiger Angriff, aber nach dem Motto „Wer trifft hat Recht“ durfte sich der Topscorer der Partie (27 Punkte) feiern lassen. Und sich der SKN, auch ohne den beruflich verhinderten Trmal, über zwei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um einen Platz in den Top sechs freuen.

Krayem war es auch, der zu Beginn des Spiels gleich das Heft in die Hand nahm. St. Pölten zündete ein wahres Offensivfeuerwerk, markierte in etwas mehr als sechs Minuten 27 Punkte und lag zweistellig vorne (27:17). Bärenstark: Von acht Dreierversuchen in Serie landeten sieben im Netz. Im zweiten Abschnitt verkürzte Oberwart auf 28:29, Mbembas sieben Punkte en suite ließen den SKN aber wieder davon ziehen. Der Vorsprung wuchs kontinuierlich bis zur Pause auf 17 Punkte (52:35).

Im dritten Viertel gelangen St. Pölten in fast acht Minuten nur fünf Punkte. Vier erfolgreiche Freiwürfe und zwei Schilder-Dunks halfen den Heimischen aber auf die eingangs erwähnten 15 Punkte zu Beginn des letzten Viertels zurückzugreifen. Wonisch und Jagsch trafen zwar zunächst wichtige Würfe, der Oberwarter Express (30 Punkte in den letzten zehn Minuten) war aber letztendlich nur von Krayems „Wunderwurf“ zu bremsen …

„Wir haben es zum Schluss unnötig spannend gemacht und sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, atmete SKN-Head Coach Andreas Worenz durch. So macht Basketball jedenfalls Spaß, leider waren die Zuschauer nur via Livestream dabei. „Es wäre ein Spiel für die Zuschauer gewesen. Schade, dass sich Omar nicht vor 1000 Fans feiern hat dürfen.“

SKN ST. PÖLTEN – OBERWART GUNNERS 81:80 (29:25, 52:35, 65:50).

SKN:
Krayem 27, Cutuk 10, Wonisch 10, Oikonomopoulos 8, Mbemba 7, Böck 6, Schilder 6, Jagsch 5, Kaltenbrunner 2.