SC Pinkafeld: Mit Schuss direkt in die Startformation. Martin aus der Schmitten ist nach eineinhalb Jahren in Pinkafeld angekommen. Neue Ansprüche sind so folgerichtig.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 17. April 2021 (01:51)
Kämpferherz. Neben seinem unglaublichen Schuss, der schon einige Tore im Südburgenland erzittern ließ, zählen auch hohe läuferische Qualität und seine Passqualität zu den Stärken von Martin aus der Schmitten.  Foto: 
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Diesen Namen vergisst man nicht so einfach: Martin aus der Schmitten. Und man sollte ihn sich auch merken, denn fußballerisch hat der 21-Jährige in naher Zukunft einiges vor. Nach mehr als eineinhalb Jahren ist er bei seinem Pinkafelder Stammverein in eine Rolle gewachsen, die ihn zu einem unverzichtbaren Kaderteil macht. Man schätzt die Qualitäten des gebürtigen Pinkafelders, der aber beim Nachbarn reifen musste, um sich den Anforderungen des Burgenlandligisten zu stellen.

In der Saison 2017/18 wurde er nämlich an den SC Grafenschachen in die 1. Klasse Süd ausgeliehen. Schnell rutschte er in die Startelf und war beim späteren Aufstieg einer der tragenden Säulen. In Pinkafeld beobachtete man seine Entwicklung genau, ließ ihn aber im darauffolgenden Jahr noch 2. Liga Süd-Luft schnuppern. „Wir waren in diesen Jahren immer mit ihm in Kontakt“, berichtet Pinkafeld-Sektionsleiter Alex Diridl und ergänzt: „Martin hat das dort sehr gut gemacht und sich zu einem Schlüsselspieler entwickelt, der alles Potenzial mitbringt, um auch in der Burgenlandliga eine gewichtige Rolle einzunehmen.“ Auch für aus der Schmitten selbst waren die Grafenschachener Lehrjahre extrem fruchtend. „Ich wurde beim SCG sehr gut aufgenommen und konnte auch persönlich und fußballerisch viel lernen.“ Im Zentrum war er irgendwann nicht mehr wegzudenken, auch weil das Selbstvertrauen mit jeder gelungenen Aktion stieg. „Ich genoss die Erfolge und konnte vor allem mein Spielverständnis im Mittelfeld verbessern.“ Dennoch war der Schritt zurück dann irgendwann logisch, denn sich beweisen zu wollen, gehört zu den Tugenden eines fast jeden Kickers. „Die höhere Liga und die Entwicklungsmöglichkeiten waren dann ausschlaggebend.“

Die Tore wackeln: Ein Schuss wie ein Pferd

2019/20 ging es zurück nach Pinkafeld, wo er nicht sofort in die Rolle des Stammspielers rutschte. Es brauchte seine Zeit, um sich an die höhere Geschwindigkeit zu gewöhnen, wobei er dann immer mehr Einsatzzeiten erhielt und heute eigentlich fast schon zum Stamm im Zentrum gehört. Dabei schätzt ihn sein Sektionsleiter Diridl als typischen „Box-to-Box“-Player ein, der mit hohem Tempo auf die gegnerische Verteidigung zuläuft und auch enorme Pressingresistenz mitbringt. „Meine Laufbereitschaft, mein Kopfballspiel und mein Distanzschuss würde ich als meine Stärken einschätzen“, sagt er, wobei vor allem sein Schuss seinesgleichen sucht. Gegen Güssing zog er einmal aus knapp 25 Metern ab, ließ Zuseher mit offenen Mündern staunen und die Stange erzittern. „Sein Schuss ist schon richtig stark“, schmunzelt auch Diridl, um anzufügen: „Zudem ist er auch ungemein verlässlich.“

Gerne würde er seinen erfolgreichen Weg fortsetzen, wobei ihm Corona einen Strich durch die Rechnung machte. In der Hinrunde deutete er nämlich sein Potenzial an, welches er alsbald vollends ausnützen will. „Die Situation ist natürlich herausfordernd. Ich konnte mich aber mit den Heimtrainings gut fit halten und zudem bietet der SCP immer wieder Einzeltrainings an. Das lenkt ab und bringt Abwechslung.“ Nachsatz: „Der Ausfall der Spiele ist dennoch frustrierend.“

Es bleibt die Frage: Woher der Name?

Unterkriegen lässt er sich davon aber nicht, dafür war auch die (persönliche) Hinrunde beim aktuell Zweiten zu gut. „Die Hinrunde war extrem stark und wir konnten unseren Matchplan sehr oft umsetzen. Der Teamgeist innerhalb der Mannschaft ist sehr gut, wobei mittlerweile alle auf das Ende dieser Situation warten.“

Wann dieses kommt? Noch ungewiss. So bleibt noch eine Frage an den sympathischen Blondschopf über: Woher kommt eigentlich der nicht zwingend übliche Namen? Das klärt er wie folgt auf: „Die Vorfahren waren vermutlich Schmiedleute in Deutschland. Ein mehrteiliger Name mit ‚aus der‘ war damals üblich. In unserem Fall blieb der Name dann.“