Bernd Zambo: „Muss von allen ernst genommen werden“. Der Neo-Nachwuchskoordinator des Eisstock-Bundes im BVZ-Gespräch über die Corona-Krise und die Stocksport-Zukunft.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 25. März 2020 (01:31)
BVZ

Der 31-jährige Oberwarter Student Bernd Zambo ist neuer Nachwuchskoordinator beim BÖE, dem Bund Österreichischer Eis- und Stocksportler. Die BVZ bat ihn zum Interview und befragte ihn zu seinen Stocksport-Visionen und zur aktuell Corona-Situation.

BVZ: Das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem. Wie bleiben Sie derzeit fit, wenn alle Sportstätten geschlossen sind?
Bernd Zambo: Normalerweise gehe ich ins Fitnessstudio und übe dort Krafttraining aus. Nachdem das nicht möglich ist, mache ich dasselbe zuhause. Allerdings mit unkonventionellen Methoden. Ich trainiere mit Zugbändern und versuche zumindest einmal am Tag so richtig ins Schwitzen zu kommen. Auch allen anderen Eissportlern rate ich zu Koordinations-, Konzentrations-, Gleichgewichts- und Stabilisationsübungen zuhause. So kehrt man stärker zurück.

Wenn Sie sich nicht sportlich betätigen, gehen Sie Ihrem Studium nach. Auch hier steht sehr vieles still – wie gehen Sie damit um?
Ich beende gerade mein Studium (Anm.: Physik und Geografie- und Wirtschaftskunde) und schreibe dazu an meiner Diplomarbeit. Geplant wäre, trotz aller Schwierigkeiten, der Abschluss des Studiums im Sommer. Egal, was die Zukunft auch bringen mag: Die Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen, sehe ich als großes Geschenk an. Ich hoffe, dass ich noch vieles erreiche und bewegen kann.

Es gibt noch immer viele, die COVID-19 nicht ernst genug nehmen. Ihre Meinung zur aktuellen Lage?
Dieses Thema muss nun endlich von allen Leuten, egal ob Sportler oder nicht, ernst genommen werden. Je strenger wir uns an die Maßnahmen der Regierung halten, desto schneller werden wir wieder in unseren Alltag zurückkehren können. Außerdem versuche ich, alle Dinge im Leben positiv zu betrachten und deshalb sehe ich diese Umstände als Entschleunigung für uns alle und als Erholung für die Natur an.

"Dieses Thema muss nun endlich von allen Leuten, egal ob Sportler oder nicht, ernst genommen werden"

Welche Aufgaben bringt Ihre neue Funktion als Nachwuchskoordinator mit sich?
Ich darf hierbei sehr wichtige Aufgaben, die vor allem die Zukunft des Eis- und Stocksportes betreffen, übernehmen. Es geht vor allem um die Erarbeitung und Durchführung von Projekten im Jugendbereich. Aber auch die Betreuung und der Ausbau der JESZ (Anm.: Jugend Eis- und Stocksport-Zentren) in ganz Österreich sowie die Etablierung des Eis- und Stocksports im Schulsport gehören zu meinen Aufgaben.

Wo steht Österreichs Eis- und Stocksport derzeit? Welche Maxime gibt es für die Zukunft?
Die Ziele als Nachwuchskoordinator decken sich sehr stark mit meinen Aufgaben. Durch die Ausbildung zum Lehrer fühle ich mich den Schulen nahe und genau dort möchte ich mit meiner Arbeit ansetzen.

Ihre Vorgängerin Simone Steiner hielt es also ähnlich wie Sie.
Richtig. Aufgrund der großen Erfolge des Österreichischen Nationalteams bei den vergangenen Welt- und Europameisterschaften sieht man, dass wir weltweit zur Elite gehören. Trotzdem ist es wichtig, sich weiter auf die Zukunftsarbeit zu konzentrieren. Denn nur so können wir auch die kommenden Jahre noch viele Medaillengewinner hervorbringen.

Was fehlt dem Stocksport, um auch international noch bekannter zu werden? Ist der bereits eingeschlagene Weg richtig?
Ich glaube, dass die große Vielfalt und Abwechslung, die der Sport mit sich bringt, noch immer unterschätzt wird. Er ist einer der wenigen Sportarten, in der jeder und jede erfolgreich sein kann. Sollte ihn jemand noch nicht ausprobiert haben, dann bitte ich darum. Es macht Spaß und schon nach wenigen Versuchen sieht man erste Erfolge und in weiterer Folge auch große Fortschritte.