2. Liga Süd: Kritische Töne nach den letzten Spiel-Akkorden

Sowohl in St. Martin als auch in beim SV Mühlgraben, der sich zudem von Trainer Laszlo Heiter trennte, war man von der Austragung der Partien nicht angetan.

Erstellt am 27. November 2021 | 02:47
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Es musste nachgespielt werden. Und das auch noch lange. So fanden am letzten Samstag, dem 20. November, die beiden noch fehlenden Spiele im burgenländischen Amateur-Fußball statt. Geplant wären die Duelle zwischen Rotenturm gegen St. Martin und Mühlgraben gegen Stegersbach für das Wochenende rund um den 5. November gewesen.

Weil aber vor allem im Jennersdorfer Bezirk das Coronavirus zirkulierte, musste nachgespielt werden. Eine Woche später ging es daraufhin nicht, ehe es dann doch noch so weit sein sollte. Mühlgraben holte ein achtbares 1:1 gegen den SVS – St. Martin ging beim Kooperationspartner des SV Oberwart mit 0:9 unter.

Viele Hürden für ein Spiel

Angetan von der Austragung zeigte man sich vor allem im Jennersdorfer Bezirk nicht. „Es ist ein Witz, dass wir diese Verantwortung zu tragen haben. Wir hatten zuvor noch vier positive Spieler“, so St. Martin-Obmann Edwin Janosch dazu, der der Spiel-„Verpflichtung“ nur wenig abgewinnen konnte. Das Oberhaupt meinte weiter: „Wir konnten wegen Corona zweieinhalb Wochen nicht trainieren, müssen dann aber spielen. Nehmen wir alle, die erst von der Erkrankung zurückkamen raus, hätten wir nie eine Mannschaft zusammenbekommen.“

Kurios dabei: Eine Geldstrafe hätte man, wie auch das folgende 0:3 genommen, nur der berühmt berüchtigte Stern (Anm.: Rückreihung bei Punktgleichheit) war dem ASV ein Dorn im Auge. „Der hätte uns gestört, da wir noch gegen den Abstieg spielen“, so Janosch, der ergänzte: „Ich verstehe nicht, warum eine Austragung im Frühjahr nicht möglich gewesen wäre. Was der Verband den Vereinen für eine Verantwortung mit dem Virus auferlegte –alle Ehre, das ist nicht ohne.“

Auch der SV Mühlgraben wäre lieber erst 2022 wieder angetreten. Obmann-Stellvertreter Florian Jud dazu: „Wir spielten mit fünf Kickern, die zuvor noch Covid hatten. Unser Goalie kam erst um Mitternacht aus der Quarantäne, trainierte drei Wochen nicht, musste aber spielen. Im Frühjahr wäre es uns lieber gewesen.“ Hürden gab es viele zu bewältigen – mit dem BFV, aber auch mit den Behörden. Jud: „Der ganze Spieltag war schwierig. Die Bezirkshauptmannschaft meinte, wir sollten ein Spiel eher unterlassen, der BFV, wir sollen kicken.“

Samstag, elf Uhr, trudelte dann noch eine Mail der BH Jennersdorf ein. Der Inhalt? Die Kantine solle geschlossen bleiben. „Das haben wir gekonnt ignoriert und penibelst die 2G-Regelung kontrolliert. Dabei ließen wir gar einen Stegersbacher Spieler wegen eines falschen Impfstoffes nicht rein. Auch die Behörde war zur Kontrolle da“, so Jud, der mit seinen Vorstandskollegen schon diverse Einkäufe erledigt hatte und wegen des Zwanges zu spielen, nicht auch noch die Einnahmen verlieren wollte.