Liga-Reform: Deutsch schlägt neue Klasseneinteilung vor. Helmut Deutsch, Ex-Landesliga-Kicker des Güssinger Sportvereins, hat einen konkreten Vorschlag bezüglich einer neuen Klasseneinteilung – mit 2. und danach 3. Ligen.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 14. Juni 2020 (02:34)
Das Geschehen im Blick. Helmut Deutsch verfolgt den Fußball weiter sehr genau.
BVZ

Der Fußball lässt uns alle nicht wirklich los. Auch wenn der Amateurbereich aufgrund der Corona-Krise seit mittlerweile knapp drei Monaten stillsteht, braucht es Ideen für die Zeit danach. Diese wird irgendwann kommen – vermutlich auch bald. Wie es den Vereinen dann ergeht, ist schwer abzusehen. Einnahmen gab es in den letzten Wochen nämlich keine, wobei gewisse Instandhaltungskosten dennoch weiter anfallen. Hilfe soll es geben, wie groß diese dann irgendwann ausfällt? Ungewiss.

Zudem schwebt auch immer wieder eine Ligenreform im Raum umher. Zumindest im Süden ist diese in den beiden letzten Klassen beinah unausweichlich. Während in der 2. Klasse Süd A nämlich zuletzt 13 Vereine unterwegs waren, gab es in der südlicheren B-Klasse derer nur elf. Die gröbsten Probleme hierbei? Extrem wenige Spiele, ungewöhnlich lange Pausen.

Statt sieben Klassen nur noch sechs Ligen

Einer, der sich nicht nur auf die letzten Klassen, sondern generell für eine Neu-Einteilung für Gesamt-Burgenland interessiert, ist der gebürtige Stremer Helmut Deutsch. Dieser war selbst für seinen Heimatverein aktiv, ehe er später zum SV Güssing wechselte und dort in der Landesliga als Libero seinen Mann stand. Die höchste Amateurklasse des Landes war aber nicht das Ende der fußballerischen Fahnenstange, denn in Wien war er zumindest für ein Jahr beim Favoritner AC in der damaligen 2. Division aktiv. „Zusammen mit Peter Stöger“, sagt er, der auch eine konkrete Idee detailgetreu im Talon hat: „Derzeit spielen von der Burgenlandliga bis in die letzten Klassen 155 Vereine einen Meisterschaftsbetrieb. Bei meiner Idee ging ich von 154 Klubs aus, wobei nach dem ‚Shutdown‘ ja noch weitere Vereine aufgeben könnten. Falls bis 2021 sechs Vereine den Spielbetrieb einstellen sollten, hätte man in den 3. Ligen noch immer je 14 Mannschaften im Spielbetrieb.“

Ganz oben bliebe sehr vieles gleich

Im höheren Amateurklassenbereich würde sich nicht allzu viel verändern. Die Burgenlandliga bliebe bei 16 Vereinen und auch die drei 2. Ligen wären von Nord bis Süd praktisch unverändert. Ganz oben wären es weiter 14 Klubs, während sich in der Gruppe Mitte und Süd 16 Klubs Auf- und Abstieg ausspielen würden. Ab der nächsten Spielstufe würde sich dann doch einiges neu aufteilen, die Klassen in eine 3. Liga eingeteilt.

2. Liga Nord würde 2021 aufgestockt werden

Diese würde sich wie folgt gestalten: In der 3. Liga Nord A gäbe es 16 Vereine, was auch für eine etwaige 3. Liga Nord B-Klasse gelten würde. Ähnlich aufgeteilt wäre das Szenario dann auch in den beiden 3. Liga Mitte-Klassen, wobei es sich aufgrund der Mannschaftszahl mit 15 Klubs bemisst. Selbiges gilt dann auch für die 3. Liga Süd A und Süd B. „Die 3. Ligen im Norden würde ich mit einem Verein mehr einteilen, weil die 2. Liga Nord 2021 auch auf 16 Klubs aufgestockt werden sollte. So dürften nicht nur die Meister, sondern auch die Zweitplatzierten aufsteigen“, erklärt der ehemalige Libero, der unter U21-Teamchef Werner Gregoritsch in Güssing auflief. Dabei brachte er seinen Vorschlag schon vor längerem beim Verband und auch bei BFV-Vizepräsident Konrad Renner ein. Eine Reaktion blieb bislang aus.

Renner gegenüber der BVZ: „Es gingen bei mir einige Ideen ein, zum Beispiel auch das Sulzer Modell, welches der Bundesliga ähnelt und auch dieses konkrete Modell von Helmut Deutsch habe ich bekommen. Ich gebe das aber in der Folge immer sofort weiter und wenn es dann zum Beispiel für den Süden gilt, wird das erst im Gruppenausschuss Süd besprochen. Kommt es dann dort zu einem Konsens, geht es weiter zum Spielausschuss. So gilt meine persönliche Meinung zu den jeweiligen Ideen eigentlich weniger, denn es ist gut, das zuerst immer in den Gremien zu besprechen.“

Gut, wenn etwas passiert, denn wie drückte es Deutsch aus: „In meinem Job als Arbeitsassistent sehe ich leider, welche Probleme junge Menschen oft haben, auch um den rechten Weg zu finden. Fußball hilft.“