Vereinssitzungen: Die Basis sucht Anschluss. Am vergangenen Wochenende gingen in Oberwart und Heiligenkreuz die Treffen, initiiert vom BFV, über die Bühne. Vor allem in den 2. Klassen könnte etwas passieren.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 15. Juni 2020 (01:23)
Positives Resümee. BFV-Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt war sehr angetan.
BVZ

Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen der Tour des Burgenländischen Fußballverbandes (BFV). Dabei wurde jede Liga und Klasse einzeln an Standorten abgehandelt (siehe auch Seite 55). Von Verbandsseite wollte man in die Gefühlslage angesichts der Corona-Krise hineinhören und auch auf die jeweiligen Klubs zugehen. Die Burgenlandliga mit ihren sechs Süd-Vereinen traf sich dabei in Oberpullendorf, während die 1. Klasse Süd und 2. Klasse Süd A im Oberwarter Informstadion sowie die 2. Liga Süd und die 2. Klasse Süd B im ehrwürdigen Heiligenkreuzer Waldstadion Halt machte.

Renner: „Beteiligung spricht für sich“

Erst referierte BFV-Präsident und Ex-Parndorf-Obmann Gerhard Milletich über das „Warum“ der Saisonannullierung. In weiterer Folge wurden die Vereine mit eingebunden, die Fragen stellen und auf Antworten hoffen durften. „Die Termine im Südburgenland waren sehr positiv und die Klubs auch sehr, sehr kooperativ“, schilderte BFV-Geschäftstellenleiter Karl Schmidt, der bei allen Terminen anwesend war, seine Eindrücke. Ähnliches vermeldete auch BFV-Vizepräsident und Edelserpentin-Obmann Konrad Renner: „Das war sehr gut, die 100-prozentige Beteiligung spricht für sich.“

Die von allen Seiten als wichtigste Frage wurde folgend deklariert: Wann geht es weiter? Wirklich konkret konnte man das nicht beantworten, da man auf weitere Verordnungen der Bundesregierung warten muss.

Auch der BFV-Cup blieb einer der Punkte, derer man sich annahm. Viel hänge davon ab, wann es mit einer etwaigen Meisterschaft losgehe.

Weniger dramatisch verlief im Süden laut Schmidt das Thema Reserven. „Da glaubten wir, dass sehr viel Bedarf bestünde, was aber gar nicht so war. Es gibt pro Klasse natürlich Problemfelder, die aber weit weniger gravierend sind als gedacht.“ Es könnte aber auch zu Änderungen kommen, vielleicht eine Reduzierung – wenn von beiden Klubs gewünscht – gemacht werden. Als Beispiel: Acht gegen acht zwischen den Sechzehnern.

Idee mit drei letzten Klassen steht im Raum

Als zumindest produktiv stufte man auch das Geschehen in den beiden letzten Klassen ein. Dort gibt es wegen der 13 Vereine in der A Süd-Klasse und derer elf, aufgrund der SpG Wallendorf/Mogersdorf bald nur noch zehn, in der B Süd schon länger erhebliche Probleme. So diskutierte man eine Lösung mit zwei Achter-Ligen und einer Siebener-Liga (jeweils Hin- und Rückspiel pro Halbjahr).

„Statt 18 Spielen hätte man mehr. Den Vereinen sind mehr Spiele lieber als weniger“, so Schmidt.

Die letzten Klassen im Blick. BFV-Vizepräsident Konrad Renner engagiert sich.
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Nachsatz Renner: „Es ist nur eine von mehreren Varianten. Die ganz große Reform ist aufgrund von Zeitmangel nicht möglich.“ Nur mit Wohlwollen nahm man diesen Vorschlag nicht auf, wie etwa Gemeinde Tobaj-Funktionär und Angreifer Lukas Spirk der BVZ erklärte. Die Tobajer traf die Annullierung, neben dem SV Großpetersdorf, am härtesten, war man doch auf bestem Wege zurück nach oben. Jetzt steht eine weitere 2. Klasse-Saison an. Spirks harte Worte: „Es ist eine Frechheit so etwas überhaupt anzudenken. Es ist sportlich wertlos, viermal gegen den gleichen Gegner zu kicken.“ Zwei Aufsteiger würde es bei dieser Variante geben, wobei einer fix, der andere per wahrscheinlicher Relegation in die nächste Spielstufe könnte.

Eine konkrete Einteilung gibt es noch nicht, auch weil man einen etwaigen Start abwarten will. Auch die Mannschaftsnennung, die man wegen Corona nach hinten verschob, würde dann herangezogen werden. Die Klubs hätten nach Bekanntgabe des Termins acht Tage Zeit, beim Verband ihre Vorschläge und Wünsche einzubringen. In Rücksprache sollen diese dann berücksichtigt werden. „Es gibt aber auch noch andere Modelle, wie etwa der Gerersdorf-Sulz-Vorschlag“, so Schmidt. Positiv: Es tut sich etwas.