Grundlage für Nachwuchsprojekt sind viele Kooperationen. Obmann Andreas Freiberger und seine Tigers wollen bei der Aus- und Weiterbildung Vorbilder sein.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 28. August 2019 (03:46)

Hockey mit Rollerblades ist trotz 25-jährigen Bestehens noch in weiten Teilen Österreichs eine Randsportart. Anders die Lage im Südburgenland: Die Tigers aus Stegersbach (Gründungsjahr: 1997) haben sich in den letzten Jahren nicht nur an die Spitze Österreichs, sondern seit dem Vorjahr auch als Rekordstaatsmeister und Rekordcupsieger klar etabliert.

Viele Eigenbauspieler als oberste Prämisse

Heuer wurde diese Leistung mit dem zweiten Platz beim „IISHF“-Europacup der Herren getoppt. „Niemand hätte uns das zugetraut, aber nun sind wir auch in der europäischen Spitze angekommen“, freut sich Obmann Andreas Freiberger. Ein unglaublicher Erfolg, der auf vielen großen, aber auch kleinen Grundsteinen aufbaut.

Neben dem gezielten und österreichweiten vorbildhaften Aufbau des Nachwuchses, ist die weitsichtige Kaderplanung und das Ziel, möglichst viele Eigenbauspieler in die Bundesligamannschaft zu bringen, oberste Prämisse. Viele Stegersbacher sind nicht nur bei den Tigers mittlerweile in die Führungsrolle gerückt, sondern auch unverzichtbare Säulen im Nationalteam.

Doppelbelastung für einige Kaderspieler

„In Anbetracht dessen, dass die Region Südburgenland früher keine Hockey-Kultur hatte, macht es diese Leistungen noch beachtlicher.“ Die Führungsspieler stellen nicht nur auf dem Spielfeld ihr Können unter Beweis. Sie sind auch schon seit einigen Jahren selbst im Nachwuchs als Trainer tätig. „Natürlich bedeutet das eine enorme Doppelbelastung, aber genau das sind die Vorbilder für die nächste Generation. Zusammenhalt, Miteinander und auch das Gemeinsame sind hier die prägenden Worte.“

Grundlage, wie viele Kinder und Jugendliche den Weg zu den Tigers finden, sind die vielen Schul- und Kindergarten-Kooperationen. Der Kindergarten Bocksdorf oder die Volksschule Stegersbach zählen seit über zehn Jahren zu den fixen Kooperationspartnern der Tigers. Diese Kinder kommen mehrmals im Jahr in die Halle nach Stegersbach und können mithilfe von qualifizierten Trainern und ausreichend Leihequipment den Inlineskaterhockey-Sport von Grund auf erlernen. „Genau das ist der Grundstock der Entwicklung der Tigers“, erklärt der Obmann.

Großes Netzwerk mit Experten geschnürt

Diese vorbildliche Arbeit wird aber auch von anderen Institutionen erkannt. So kam es heuer zu einem gemeinsamen Projekt aller drei Dachverbände (ASVÖ, ASKÖ und Sportunion) mit dem Rollsportverband. Das Ziel dabei: Solche Synergien mit Bildungseinrichtungen, die in der Region um Stegersbach bereits bestehen, österreichweit umzusetzen.

Freiberger: „Wir haben in den ersten Wochen ein Netzwerk mit Experten aus der Sportart und auch von anderen Verbänden und Instituten gelegt. Grundlage ist die langfristige Zusammenarbeit mit Ausbildungseinrichtungen und das Ziel, österreichweit noch mehr Kinder und Jugendliche zum Sport zu bringen.“