Elias Jandrisevits: „Ich wollte Fuß fassen“. Der erst 17-jährige Elias Jandrisevits war beim Traditionsverein eine der positiven Erscheinungen im Herbst. Rasch biss er sich trotz späterem Einstieg als Linksverteidiger fest.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 07. Dezember 2020 (00:59)
Vom ersten Einsatz bis zur Feuertaufe. Beim Auswärtsspiel in Markt Allhau debütierte der erst 17-jährige gebürtig aus Sulz stammende Elias Jandrisevits für den SV Oberwart. Seit diesem Zeitpunkt verpasste er als Linksverteidiger in weiterer Folge kaum ein Spiel mehr, wobei die Feuertaufe beim Derby gegen Pinkafeld trotz 0:1-Niederlage mit Bravour bestanden wurde. Jandrisevits zählte damals zu den besten SVO-Akteuren.  
Patrick Bauer

Nein, es war nicht die Hinrunde des SV Oberwart. Tabellenplatz neun sind zu wenig für die doch recht hohen Ansprüche des Traditionsvereins, der sich so kurz nach der Corona-Unterbrechung von Cheftrainer Christian Zach trennte und in weiterer Folge Florian Hotwagner als dessen Nachfolger installierte. Viele SVO-Kicker liefen im Herbst ihrer Bestform aus diversen Gründen hinterher und nur wenige stachen heraus.

Bernd Kager am Morgen, Bernd Kager am Abend

Einer davon war der erst 17-jährige Elias Jandrisevits, der nach dem Aus des SV Mattersburg über den Sommer, spät im August noch in die Burgenlandliga wechselte und sich in weiterer Folge für beide Seiten als Glücksgriff erweisen sollte. Jandrisevits biss sich links hinten fest – der SVO hatte, auf einer generell sehr schwierig zu besetzenden Position, nicht nur einen Kicker mit immensem Potenzial, sondern auch einen Ruhepol, der sonst nicht immer sattelfest wirkenden Defensive.

Schon früh war das Talent des gebürtigen Sulzers erkennbar. Im Nachwuchs des GSV fiel er schon in jungem Alter so sehr auf, dass ihn Sturm Graz ab der U12 ausbildete. Bis zur U16 war er dann beim steirischen Bundesligisten unterwegs, ehe die AKA Burgenland rief und Jandrisevits dem Ruf aus seiner Heimat folgte. Schnell war er in der U16 und U18 gesetzt und der nächste Schritt bei den Mattersburg Amateuren hätte folgen sollen. Es blieb ein Wunschtraum mit dem Profifußball im Burgenland, denn mit dem Aus des SV Mattersburg, stand auch der Linksfuß plötzlich ohne Verein da. „Die AKA war eine sehr schöne und auch lustige Zeit. Aufgrund meiner Erfahrungen bei den Amateuren war aber schnell klar, dass ich nicht mehr zurück in die AKA U18 gehen werde. Ich wollte im Erwachsenfußball Fuß fassen.“

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Das gelang quasi sofort und es fiel kaum auf, dass sich der Jungspund erst seine ersten Meriten ganz oben verdiente. „Im Nachwuchsfußball ist es schon so, dass man auch in Spielen gewisse Dinge probiert. Auf Erwachsenenebene gibt es nur: Gewinnen oder verlieren. Auch die Intensität ist um einiges höher und man hat erfahrene Kicker neben sich, von denen man lernt.“ Bernd Kager etwa, der mit Klagenfurt und Lafnitz Profi-Erfahrung sammelte und Jandrisevits auch im BSSM Oberschützen als Lehrer unterrichtet. „Das funktioniert super. Vormittags trainieren wir in der Schule, abends dann beim SVO und mit Bernd Kager habe ich die gleiche Ansprechperson im Verein und in der Schule.“

Cheftrainer Hotwagner? „Ich freue mich darauf“

Die ersten Schritte in Richtung Profibereich sind gemacht und beim SVO gibt man sich keinen Illusionen hin, dass der 17-Jährige mit solchen Leistungen wie im Herbst nicht allzu lange das zumeist blaue Trikot tragen wird, auch wenn man den südlichen Talenten ebenfalls eine starke Plattform widmen möchte. Sinngemäß meinte SVO-Sportkoordinator vor wenigen Wochen, dass man gar nicht wisse, wie lange er mit solchen Leistungen „bei uns“ bleiben werde. Illusionen gibt man sich beim Traditionsverein keinen hin, auch wenn der Weg nach oben steinig ist. Das war er aber auch schon im Sommer. „Ich wusste, dass es aufgrund meines späten Einstiegs schwierig werden würde, aber mein Ziel war immer ein Stammplatz. Dass es so schnell ging und ich sehr viele Minuten bekam, war natürlich optimal“, sagt er und schickt auch ein Lob raus an den SVO: „Nicht nur die Mannschaft, auch die Personen dahinter haben mich super aufgenommen und mir gefällt es extrem gut.“

Wann immer Trainings wieder möglich sein sollten, beginnt auch die Arbeit mit einem neuen „Chef“. Florian Hotwagner übernimmt und Jandrisevits ist schon jetzt gespannt darauf, nicht ohne auch Vorgänger Zach zu vergessen. „Leider gehört das in diesem Geschäft zum Alltag. Ich glaube aber, dass wir mit einem super Trainerteam ins Frühjahr starten werden und freue mich schon sehr darauf.“