Hotwagner: „Froh, dass jetzt Normalität einkehrt“. Pinkafeld-Coach zieht finalen Strich unter aufregendes Triple gegen Celtic, Rapid und Mattersburg. Für seine Pinkafelder (0:10) sowie Neusiedl (1:6), Draßburg (0:4) und Parndorf (1:7) ist der Cup nun vorbei. SVM stark.

Von Bernhard Fenz, Martin Ivansich und Christopher Schneeweiß. Erstellt am 24. Juli 2019 (05:43)

Mattersburg.

Mit dem 10:0-Kantersieg in Pinkafeld hat die Mannschaft von Neo-Coach Franz Ponweiser nicht nur souverän den Gang in die zweite Runde geschafft, sondern ebenso gleich ein deutliches Zeichen gesetzt.

Marousek

Das sah auch der Cheftrainer in seiner Analyse so: „Wir wollten bis zum Schluss konzentriert und aktiv weiterspielen, uns durch Zweikämpfe, gute Bälle und gute Rotationen viel Selbstvertrauen holen. Richtig gut war die Flexibilität, mit der die Mannschaft gespielt hat. Das hat mir getaugt.“

Hinten hatte die Defensive rund um Keeper Tino Casali (statt Markus Kuster im ÖFB-Cup im Einsatz) einen eher ruhigen Arbeitstag. „Wichtig war uns das „zu Null“ zu halten, das haben wir in der Halbzeit explizit noch einmal angesprochen.“

Pinkafeld.

Rudersdorf statt Mattersburg. Am Samstag kehrt für den SC Pinkafeld im BFV-Cup nach den selbsternannten grün-weißen Wochen (Tests gegen Celtic Glasgow und Rapid, zuletzt der ÖFB-Cup gegen Mattersburg) wieder sportliche Normalität ein. „Wir sind alle froh, dass jetzt wieder Normalität einkehrt,“ zieht Coach Florian Hotwagner einen finalen Strich unter die außergewöhnlichen drei Partien für seinen SCP.

Genossen haben die Südburgenländer die Spiele gegen die Promi-Gegner sicher, zudem weiß man auch die jüngste 0:10-Pleite gegen den SVM richtig einzuschätzen. Trübsal geblasen werde nicht, aber: „Schade ist nur, dass wir nicht annähernd an das herangekommen sind, was wir uns vorgenommen haben.“

Zudem ließen die Gäste bis zum Schluss nicht locker, so dass etwa im Finish noch zwei finale Treffer folgten. „Das hat mich nicht überrascht. Franz Ponweiser ist neuer Trainer dort, zudem wollten sie sicher auch ein Zeichen für die Meisterschaft setzen. Es macht ein anderes Bild auf einen Gegner, wenn Mattersburg hier 2:1 gewinnt oder 10:0. Für uns war die Niederlage natürlich zu hoch.“ Schmunzelnder Nachsatz: „Aber jetzt drücken wir Mattersburg die Daumen, dass sie den Cup gewinnen.“

Neusiedl/See.

In der Seestadt erinnert man sich noch gerne an die 1. Runde des ÖFB-Cups der vergangenen Saison zurück, als die Sensation (1:0-Sieg gegen Bundesliga-Klub Admira) gelang. Insgeheim erhoffte man sich diesmal gegen den GAK ähnliches. Und in Minute 44 war die Überraschung auch noch in Sichtweite, als Maxi Wodicka per Kopf auf 1:2 verkürzte und Neusiedl nach ärgerlichem 0:2-Rückstand wieder Hoffnung einhauchte. Ärgerlich, weil beide Tore vom Gegner höchst diskussionswürdig waren.

Dem ersten Treffer ging ein Abseits voraus, danach blieb eine elferreife Attacke an Osman Bozkurt ungeahndet — im Gegenzug gab es das 0:2. Nach der Pause dauerte es 67 Sekunden, ehe der GAK wieder den Zwei-Tore-Vorsprung besorgte und damit Neusiedls Widerstand brach. Nach 70 Minuten stellten die Grazer dann bereits den Endstand von 1:6 und das Neusiedler Cup-Aus her. Trainer Hannes Friesenbichler: „Da haben wir uns phasenweise dumm angestellt. Defensiv müssen wir uns noch stabilisieren.“

Draßburg.

Schon nach neun Minuten trafen die Hausherren zum 1:0. Trainer Franz Lederer zum frühen Rückstand: „Wir haben es mit unserem doch sehr respektvollen Auftreten herausgefordert. Bei einem ‚zweiten Ball‘ waren wir nicht aufmerksam genug und eine Klassemannschaft wie Gleisdorf lässt sich da nicht zweimal bitten.“ Danach folgte die vielleicht beste Phase der Draßburger. Vereinsboss Christian Illedits: „Wir spielten zwar nicht die großen Chancen heraus, doch gelang es uns immer wieder in den Strafraum zu kommen. Der letzte Pass war leider zu oft zu unpräzise.“ Ein unnötiger Ballverlust in der Vorwärtsbewegung leitete in

Minute 65 das 0:2 ein und damit war der Käse gegessen. „Dabei muss man natürlich schon sagen, dass die Aktion zum 2:0 auch hervorragend vom Gegner ausgespielt wurde. Danach fehlte uns der Glaube, dass wir das Spiel noch drehen könnten“, so Lederer.

Dass es schließlich gar 0:4 endete, war sowohl Illedits als auch Lederer zu hoch. „Der Viertore-Abstand ist definitiv zu hoch. Soviel waren wir nicht schlechter. Ich wage sogar zu behaupten, dass wir in Draßburg eine reelle Chance gehabt hätten aufzusteigen. Auswärts hat uns diesmal das Selbstbewusstsein gefehlt, um bessere Figur zu machen“, so der ASV-Trainer.

Parndorf.

Die Parndorfer feierten gegen Red Bull Salzburg ein Fußballfest. 1.900 Zuschauer waren gekommen und hofften auf die große Sensation. Die blieb natürlich gegen Österreichs Meister aus. „Mir war nur wichtig, dass wir fair dagegenhalten und nicht zweistellig verlieren“, war Parndorfs Coach Paul Hafner von Beginn an realistisch.

Die Partie ging mit 1:7 verloren, Hafner sah aber einige Highlights aus heimischer Sicht. Etwa der Ehrentreffer durch Lubomir Urgela. „Das gibt ihm Auftrieb. Gegen einen Champions League-Teilnehmer schießt man nicht alle Tage ein Tor.“

Stark war auch die Leistung von Keeper Christian Weidinger. Hafner: „Er hat einige schwere Bälle pariert.“ Und für die Kinder wurden nach Schlusspfiff alle Träume wahr. Denn die Salzburg-Stars gaben sich sehr Fan-nahe, blieben lange am Platz und gaben fleißig Autogramme.