1:1 - ganz wichtiger Punkt im Ländle. Mit einem Unentschieden gegen Altach im Gepäck werden die Mattersburg-Profis am Mittwoch die Heimreise aus Vorarlberg antreten. Besonders gut im Quartier in Feldkirch schlafen wird wohl Goalie Markus Kuster, der mit einem gehaltenen Elfmeter den Punkt behaupten konnte. Und das alles, obwohl die Begegnung denkbar schlecht begonnen hatte...

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 23. Juni 2020 (20:48)
So wie am vergangenen Samstag beim 2:0-Heimerfolg gegen St. Pölten (Bild) konnten Patrick Salomon (l.) und Philipp Erhardt (r.) auch in Altach wieder über ein Tor von Martin Pusic (Mitte) jubeln. Am Ende entführte Mattersburg beim 1:1 einen Punkt aus dem Ländle.
Martin Ivansich

Schon wieder dieser Daniel Nussbaumer. Er drückte wie in den vergangenen beiden Partien auch diesem Spiel gleich zu Beginn seinen Stempel auf. Erneut traf der Altach-Stürmer nämlich zum dritten Mal innerhalb der ersten drei Minuten ins Tor, diesmal klingelte es nach 2:30 Minuten. Das gelang allerdings auch unter kräftiger Mithilfe von Abwehrchef Jano, der nach einem weiten Abschlag von Goalie Martin Kobras die Balance und Kontrolle verlor, sich folgend bei dem hohen Ball verschätzte, Nussbaumer daraufhin Lukas Rath enteilte und den Ball cool an Mattersburg-Schlussmann Markus Kuster zum 1:0 vorbeischob.

Frühes Gegentor gut weggesteckt

Geschockt zeigten sich die Gäste, bei denen Andreas Kuen eine Pause erhielt und daheimblieb, zudem etwa auch Fabian Miesenböck, Christoph Halper, David Nemeth und Flo Hart verletzungsbedingt passen mussten, keineswegs.

17. Minute: Eckball Andi Gruber, Kobras verschätzte sich, ließ den langen Ball passieren und Martin Pusic drückte die Kugel per Kopf zum 1:1 über die Linie. Somit war auch die kurzfristige Aufregung obsolet, die davor zum Corner geführt hatte. Da reklamierten die Mattersburger nämlich Handspiel, Referee Christopher Jäger ahndete die angeschossene Situation aber nicht und entschied auf Eckball. Der Rest ist bekannt.

Überhaupt kontrollierten die Burgenländer die Partie in der ersten Hälfte weitgehend. Gefährlich wurde es für Grün-Weiß lediglich dann, wenn Eigenfehler passierten – etwa in der 26. Minute, als Jano leichtfertig den Ball verlor, die Szene aber unbestraft blieb. Ein Weitschuss von Christian Gebauer landete neben dem Gehäuse.

Zu passiv nach der Pause, aber hellwach beim Elfer

Nach der Pause überließ Mattersburg den Gastgebern dann das Feld und richtete sich merklich defensiver ein. Gefährlich wurde es aber erneut aufgrund eines Schnitzers der Gäste, als Michi Lercher nach einem Haken retour wegrutschte, Lukas Rath den folgenden Querpass vor dem Altach-Abschluss noch klären konnte und letztlich Markus Kuster das Runde festhielt. Bei einem abgefälschten Schuss von Johannes Tartarotti wäre Kuster geschlagen gewesen, der Ball ging aber an der Stange vorbei.

In dieser Phase  präsentierte sich die Mannschaft von Franz Ponweiser etwas zu passiv und bemühte dann auch das Glück, als nämlich Martin Pusic sein Gegenüber Philipp Schmiedl  bei einer Standardsituation im Strafraum geschickt, aber eben doch klar zurückhielt, Jäger aber weiterspielen ließ.  Bei einem Strafstoß hätten sich die Gäste nicht beschweren brauchen. Dass nur wenige Augenblicke später Jäger auf Elfmeter entschied, nachdem Jano den Ball vor Sidney Sam wegschlug, Letzterer dabei aber zu Boden ging, darf ruhig in der Kategorie Kompensations-Entscheidung abgelegt werden.

Jano und auch Patrick Salomon (dieser ist nun am Samstag gegen die Admira gesperrt) holten sich aufgrund der Kritik Gelb ab, dann aber gab es für diese Szene doch noch ausgleichende Gerechtigkeit. Kuster parierte nämlich den Strafstoß von Sam und sicherte dem SV Mattersburg somit einen ganz wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Letztlich brachten die SVM-Profis (bei denen nebenbei im Finish Martin Majnovics und Filip Borsos eingetauscht wurden und ihr Bundesliga-Debüt feierten) das 1:1 über die Zeit und sind in einer sehr guten Ausgangslage vor den verbleibenden drei Runden der Qualifikationsrunde. Weiter geht es am Samstag um 17 Uhr mit dem Heimspiel gegen die Admira.

Hier gehts zur Tabelle der Tipico-Bundesliga-Qualifikationsrunde!

Statistik

ALTACH – MATTERSBURG 1:1 (1:1).-

Torfolge: 1:0 (3.) Nussbaumer, 1:1 (17.) Pusic.

Gelb: Zwischenbrugger (23., Foul), Schreiner (84., Foul); Rath (49., Foul), Jano (72., Kritik), Salomon (72., Kritik).

SR: Jäger.- Cashpoint-Arena.

Altach: Kobras; Thurnwald, Schmiedl, Zwischenbrugger, Karic (62. Schreiner); Oum Gouet (80. Pangop); Sam, Tartarotti, Nussbaumer, Meilinger (68. Fischer); Gebauer (80. Villalba).

Mattersburg: Kuster; Mahrer, Jano, Rath; Salomon, Erhardt, Ertlthaler, Lercher (78. Majnovics); Höller (64. Bürger), Gruber (87. Steinwender), Pusic (87. Borsos).

Stimmen

SVM-Trainer Franz Ponweiser: "Wir waren gleich nach drei Minuten aufgrund eines katastrophalen Eigenfehlers hinten, haben das aber gut weggesteckt und waren dann richtig gut im Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir vorne leider zu wenig Druck draufgebracht, dann aber  mit einer Umstellung das Spiel wieder halbwegs  in den Griff bekommen - auch wenn Altach natürlich spielstärker war und viel mehr Ballbesitz hatte. Man hat auch gesehen, dass wir körperlich ziemlich am Ende waren. Der Kader war schon sehr dünn, aber die Jungen, die reingekommen sind (Anm.: Majnovics und Borsos), haben das richtig gut gemacht. Gottseidank hat Markus Kuster den Elfer gehalten, sonst hätten wir das Spiel verloren. Nach wie vor haben wir es selbst in der Hand - der Punkt kann Goldes wert sein."

Torschütze Martin Pusic: "Das war ein super Corner vom Andi. Wir haben das im Training geübt, dass ich auf die zweite Stange laufe, genau dort ist der Ball hingeflogen. In der zweiten Halbzeit war Altach dominant, aber wir haben Kampfgeist bewiesen und uns so den Punkt verdient."

SVM-Goalie Markus Kuster: "Es war ein schwer umkämpfter Punkt. Wir sind früh in Rückstand geraten, aber gut zurückgekommen und haben die passende Antwort gegeben. Jetzt haben wir zu Hause zwei Matchbälle. Es schaut sehr gut aus, aber wir  müssen weiter Gas geben und in den letzten Spielen alles raushauen."

Derselbe über den Elfer: "Man versucht schon vor jedem Spiel die Schützen zu analysieren. Den Elfer, den er in der Vergangenheit verwertet hat, hat er eigentlich in die andere Ecke geschossen. Ich habe lange überlegt und mich im letzten Moment für diese  Ecke entschieden."