Neustart im Unterhaus. Der UFC Schützen und der Mattersburger SV werden im Sommer einsteigen. Beim SV Mörbisch ist man kurz vor dem Start unentschlossen, Stinatz bleibt noch ohne Fußballklub.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 15. Mai 2021 (02:11)
Beim UFC Schützen wird die Sportanlage auch wieder für den Kampfmannschaftsfußball geöffnet. Zudem werden auch vier Nachwuchsteams an den Start gehen.
Frank

In den vergangenen Wochen und Monaten hörte man stets von den Problemen der Vereine – Corona-bedingt oder auch nicht. Doch in der Pandemie-Pause gibt es auch positive Schlagzeilen. So haben beziehungsweise wollen mehrere Vereine, die erst kürzlich oder schon vor Jahren den Spielbetrieb eingestellt haben, wieder neu durchstarten.

Am Wochenende vom 30. Juli bis 1. August wird die erste Runde über die Bühne gehen. So auch in der 2. Klasse Mitte, wobei mit dem Mattersburger Sportverein (MSV) 2020 ein neuer Klub einsteigt. Zur Erinnerung: Der Spielbetrieb beim SV Mattersburg wurde infolge der Commerzialbank-Pleite eingestellt. Wenige Tage später wurde der „Mattersburger Sportverein 2020“ (kurz: MSV 2020) mit seinem Vereinsvorsitzendem Manfred Strodl aus der Taufe gehoben. Parallel dazu wurde mit den Plänen für die kommende Saison für die Kampf- und Reservemannschaft gestartet.

„Vorrangiges Ziel war einmal, dass wir mit unserem neuen Verein den Mattersburger Kindern natürlich weiterhin die Möglichkeit geben, dem Fußballsport nachzueifern. Dies hat hervorragend geklappt, den Corona-Umständen entsprechend wurde den Kindern wie beim SVM die Möglichkeit geboten, weiterhin den Fußballsport zu betreiben“, so Strodl. Bereits bei der Vereinsgründung war abgesteckt, dass ab Sommer 2021 der MSV 2020 mit einer Kampf- und Reservemannschaft am Spielbetrieb des BFV teilnimmt. Schließlich brauche es auch wieder eine Perspektive im Erwachsenenbereich, wie der Klubchef klarstellt: „Nach dem Ende des SVM war es erforderlich, sehr rasch für den Mattersburger Fußball einen Neustart zu vollziehen. Wir sehen diesen auch als Chance, um den Anhängern wieder ehrlichen, bodenständigen Fußball zu bieten.“

UFC Schützen brennt auf den Saisonstart

In der 2. Klasse Nord definitiv neu durchstarten will der UFC Schützen mit einer Kampfmannschaft, einer Reserve und vier Nachwuchsmannschaften. „Wir haben vorige Woche den Antrag auf Wiederaufnahme in den Meisterschaftsbetrieb in die 2. Klasse Nord beim BFV eingebracht“, berichtet Gerhard Reinprecht, der Sportliche Leiter des UFC Schützen. Somit wird ab Sommer (erstmals seit Juni 2015) in Schützen wieder Kampfmannschaftsfußball geboten – und zwar nicht nur vom SC Eisenstadt, der dort zwischenzeitlich auf Untermiete war. „Der SCE spielt und trainiert nicht mehr bei uns – auch der Nachwuchs nicht mehr“, stellt Reinprecht klar.

Der Zeitpunkt für einen Neustart war eigentlich erst für die Saison 2022/2023 geplant, doch Corona hat das Ganze nun beschleunigt. „Aufgrund der aktuellen Situation haben alle den gleichen Rückstand, da ist die Lücke zu den anderen Vereinen nicht allzu groß. Das war der Hauptgrund, weshalb wir es jetzt schon angehen“, erklärt der Schützener Funktionär. Der Kader umfasst bislang ungefähr 30 Spieler, beim UFC ist man aber immer noch auf der Suche nach Neuzugängen. Interessierte Spieler können sich gerne bei Gerhard Reinprecht unter 0664/612 58 47 melden. Einige der Kaderspieler kehren übrigens von ihren Aufenthalten beim SC Eisenstadt oder SC Trausdorf zurück.

Auch ein Trainerteam ist schon für die kommende Saison gefunden: Der Weidener Reinhard Fuhrmann wird Coach der Kampfmannschaft. Sein Co- und Reservetrainer wird Stefan Schindler. Weitere Individualtrainer sollen noch folgen.

„Das Ziel ist klar definiert: Wir wollen einen gesicherten Mittelfeldplatz erreichen, für das Spitzenfeld wird es noch nicht reichen“, ist Reinprecht realistisch.

Ein weiterer Verein, der in der 2. Klasse Nord vielleicht neu starten könnte, ist der SV Mörbisch. Im März 2019 wurde damals der Spielbetrieb eingestellt, die Rückrunde ohne die Seestädter beendet. Nun könnte es im Sommer in der Opernfestspielgemeinde wieder Erwachsenenfußball geben. „Wir haben am Freitag noch eine letzte Sitzung“, sagt Obmann Manfred Blazeg gegenüber der BVZ. In den letzten Wochen war immer wieder von Neustart die Rede, nun sieht es aber so aus, dass nur der Nachwuchs wieder starten wird. „Wir haben ungefähr 20 Kinder, mit denen werden wir auf alle Fälle weitermachen. Sollte es mit der Kampfmannschaft heuer nichts werden, dann werden wir es sicherlich nächstes Jahr wieder versuchen. Bislang ist alles noch in Schwebe“, so der Mörbischer Vereinsboss. Der Stichtag für eine Meldung beim BFV ist der 20. Mai.

Noch kein Comeback im Südburgenland

Groß waren 2019 im südburgenländischen Stinatz – ehemaliger Burgenlandligist und Traditionsverein – die Erwartungen. Der FC Blau-Weiß Stinatz sollte neu aus der Taufe gehoben werden, ehe Corona dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machte. In weiterer Folge gründete sich der FC Kinderfußball Stinatz (U6, U8, U9), der bis auf weiteres auch der einzige Fußball-Verein bleiben wird. Vize-Bürgermeister Josef Kreitzer: „Es wird zumindest vorerst leider nichts werden. Mal sehen, was in Zukunft noch passiert und wenn die Kinder dann älter sind.“ Aktuell tut sich dennoch einiges rund ums Traditionsgelände, denn: Der Platz wird für die Kinder und auch für den Flag-Football-Verein der Stinatz Ozelots saniert.