Hosiners erklärtes Ziel: Aufstieg mit Dresden. Sportlich will Philipp Hosiner an das Jahr 2020 anschließen, das lief für den 31-Jährigen mit Dynamo Dresden sehr gut.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 09. Januar 2021 (00:31)
Ein gewohntes Bild zuletzt: Philipp Hosiner in Jubelpose. Der Dynamo Dresden-Stürmer steuerte sechs Tore im Herbst bei und ist mit seinem Klub derzeit überlegener Tabellenführer in der 3. Deutschen Bundesliga.
SGD/Stefan Kuttner

Tabellenführer und mit sechs Treffern bester Dresden-Torschütze — die Bilanz im ersten halben Jahr Dynamo fällt für Philipp Hosiner richtig gut aus. Vielleicht auch, weil sich der Stürmer nicht an extrem viel Neues gewöhnen musste. Die Liga blieb gleich und auch das Bundesland Sachsen. Von Chemnitz wechselte der Angreifer im Sommer —mit einer Visitenkarte von 19 Saisontoren zum Traditionsverein. „Außerdem waren wir im Sommer 15 neue Spieler, da mussten sich sowieso alle neu kennenlernen, das hat aber schnell funktioniert“, meint Hosiner.

„Es wird noch ein langer Weg für uns“

Das Ziel in Dresden ist nach dem Abstieg im Vorjahr der sofortige Wiederaufstieg. Und aktuell liegt man auch voll im Soll. Dynamo steht an der Tabellenspitze, hat sieben Punkte Vorsprung auf Verfolger Ingolstadt und acht Zähler auf den Tabellendritten 1860, der momentan am Relegationsplatz steht. Logisch, dass man am kommenden Montag auswärts gegen Türkgücü München (dem Klub des Mörbischers Philipp Erhardt) dort weitermachen will, wo man im alten Jahr aufgehört hatte:„Wir müssen schauen, dass wir gut reinstarten. Wir haben in der Liga eine starke Serie hingelegt, sieben Siege aus acht Spielen. Dadurch sind wir hochgeklettert.“ Trotzdem weiß der erfahrene Offensivmann: „Es ist aber ein langer Weg, die Liga ist sehr ausgeglichen. Wir wissen, dass es auch schnell in eine andere Richtung gehen kann. Deswegen wollen wir fokussiert bleiben, den Flow mitnehmen und konsequent weitermachen. Wir haben die Qualität, unser Ziel Aufstieg zu erreichen.“ Zum kommenden Gegner, bei dem es aktuell wegen des Ausstiegs des Hauptsponsors kriselt, meint Hosiner: „Das wird sehr schwer, Türkgücü hat mit Sliskovic und Sararer zwei ganz starke Spieler, die viele Scorerpunkte haben. Wir schauen jedoch auf uns, wollen unsere Leistung bringen und gehen davon aus, dass wir gegen eine motivierte Mannschaft spielen werden, die uns alles abverlangen wird.“

„Das ist schon sehr besonders, was da an Support kommt, obwohl die Fans bei den Spielen gar nicht dabei sein können.“Philipp Hosiner über die Fans von Dynamo Dresden

Danach hat Dynamo gegen Wehen Wiesbaden und den 1. FC Kaiserslautern zwei Heimspiele, die weiterhin ohne Fans stattfinden werden. Für Dynamo besonders bitter, weil bei Dresden-Spielen normalerweise eine ganz besondere Atmosphäre herrscht. Hosiner: „Ich habe schon das eine oder andere Mal in Dresden gespielt und da ist immer eine unfassbare Stimmung, in der Regel ist das Stadion auch immer ausverkauft.“ Als Dresden-Spieler selbst hat Hosiner nur wenige Male vor Zusehern gespielt: „ Gegen den HSV im DFB-Pokal waren 10000 Zuseher zugelassen und da hat man schon einen Vorgeschmack bekommen, was da abgeht.“ Aber auch wenn aktuell keine Fans ins Stadion dürfen, ist die Leidenschaft der Dynamo-Anhänger für Hosiner spürbar: „Die Leute sind fußballverrückt, leben für den Verein. Wir haben im Herbst, wo bereits keine Zuseher mehr zugelassen waren, in Rostock gewonnen und bei der Rückkehr sind wir von den Fans empfangen worden — mit bengalischen Feuern. Auch beim Training kommen die Fans immer wieder, stehen hinter dem Zaun und feuern uns an. Das ist schon sehr besonders, was da an Support kommt, obwohl die Fans bei den Spielen gar nicht dabei sein können.“ Bis 2022 läuft der Vertrag von Philipp Hosiner — dann ist Hosiner 33, an ein Karriere-Ende will er aber noch nicht wirklich denken: „Aktuell fühle ich mich topfit. Bin körperlich auf dem besten Level in meiner ganzen Karriere und von gröberen Verletzungen verschont geblieben. Ich kann jedes Spiel an das Maximum gehen. So lange das so ist, will ich auch noch Fußball spielen.“

„Der Plan ist, danach im Fußball zu bleiben“

Auch wenn ein Karriere-Ende noch kein Thema ist, über die Zeit nach der aktiven Karriere denkt der Burgenländer natürlich: „Klar muss man sich Gedanken machen, was in ein paar Jahren sein wird. Ich habe aktuell auch vor, im Fußball zu bleiben. Ich will meine Trainerausbildung machen und werde dann schauen, wo der Weg hinführt. Ob das dann in Deutschland oder Österreich ist, in einer Akademie oder im Amateurbereich zum Einsteigen, das wird man dann sehen. Das lasse ich alles auf mich zukommen.“

Vorerst gilt aber noch der volle Fokus auf das Fußballspielen und dem großen Ziel mit Dynamo Dresden in der kommenden Saison in der 2. Deutschen Bundesliga zu spielen. Denn auch wenn Hosiner mit dem 1. FC Köln ganz oben und mit Union Berlin bereits in der 2. Liga spielte: „Die 2. Bundesliga ist definitiv noch einmal ein Highlight für mich.“