Amateurfußball: Zurück zum Start!. Die Würfel sind gefallen. Wie erwartet hat das ÖFB-Präsidium in der heutigen Videokonferenz-Sitzung entschieden, die abgebrochene Meisterschaft in den Amateurligen (das heißt von den Regionalligen bis zu den 2. Klassen) der Männer sowie auch in sämtlichen Frauenfußball, Nachwuchs- und Futsalligen zu annullieren und somit nicht zu werten. Eine ordnungsgemäße Durchführung sei aufgrund der behördlichen Beschränkung zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht möglich.

Von Bernhard Fenz. Update am 16. April 2020 (09:45)
Annulliert. Auf Burgenlands Sportplätzen wird noch länger kein Pflichtspiel im Amateurbereich stattfinden.
Bernhard Fenz

Somit bedeutet das: Zurück zum Start. Die Saison 2020/2021 soll, wenn es dann wieder möglich ist reguläre Bewerbe abzuhalten, in derselben Konstellation wie die Meisterschaft 2019/2020 gespielt werden. Die Entscheidung des Präsidiums stützte sich einerseits auf ein juristisches Gutachten, das der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) in Auftrag gegeben hatte, andererseits wollte man eine österreichweite einheitliche Lösung. Auf Basis dieses Rechtsgutachtens gilt demnach für alle nicht vollständig durchgeführten Bewerbe:

  • Der Bewerb wird nicht gewertet
  • Es gibt keinen Meister bzw. Cupsieger 
  • Es gibt keinen Aufsteiger
  • Es gibt keinen Absteiger 

Die Startplätze für die ÖFB-Cup-Saison 2020/2021 werden von den Landesverbänden vergeben. Wann die neue Saison 2020/2021 begonnen wird, soll unter Berücksichtigung der behördlichen Vorgaben entschieden werden.

ÖFB-Präsident Leo Windtner: „Es war eine sehr schwere Entscheidung, alle Bewerbe im Landesverbands-Bereich abzubrechen, aber angesichts der derzeitigen Lage letztendlich eine alternativlose. Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler und die weitere erfolgreiche Eindämmung des Virus haben oberste Priorität. Die Möglichkeit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs in der obersten Spielklasse ist hingegen ein Lichtblick und ein erster wichtiger Schritt in Richtung Normalität, die sich die Fußball-Fans herbeisehnen.“

"Hat eine Lösung gebraucht, die rechtlich hält"

Burgenlands Fußballverbands-Präsident Gerhard Milletich - er ist als einer der neun Landes-Bosse Teil des Gremiums, erklärte gegenüber der BVZ: „Sämtliche Varianten, die im Raum gestanden wären, um die Saison auf sportlichem Weg noch zu beenden, wären nur dann eine sinnvolle Überlegung gewesen, wenn wir überhaupt spielen hätten können. Da aber bis 30. Juni von Regierungsseite her nichts möglich ist und Geisterspiele im Amateurfußball kein Thema sind, war klar, dass die Saison nicht zu Ende gebracht werden kann. Und dann hat es eine unbedingt eine Lösung gebraucht, die rechtlich hält und österreichweit umsetzbar ist. Hier war die einzige Variante eine Annullierung der Meisterschaft.“

Bundesliga ermächtigt zu eigener Entscheidung

Was eine mögliche Fortsetzung der Saison in der Bundesliga betrifft, hat das ÖFB-Präsidium noch keine Entscheidung gefällt. Hier soll die am Donnerstag stattfindende Klubkonferenz der zwölf Oberhaus-Vereine eine weitere Grundlage für die Entscheidung liefern. Aufgrund zusätzlicher Interessen – etwa der Fernsehrechte – steht hier sehr wohl die Variante von Geisterspielen im Raum. Laut ÖFB-Presseaussendung wird die Fußball-Bundesliga jedenfalls ermächtigt, die Saisonen der beiden höchsten Ligen (Tipico Bundesliga und Hbybet 2. Liga) unter Einhaltung der behördlichen Auflagen – gegebenenfalls ohne Zuschauer – fortzuführen.

Auch das UNIQA ÖFB-Cup-Finale (Red Bull Salzburg – Austria Lustenau) soll unter den gleichen Rahmenbedingungen durchgeführt werden. Ein neuer Termin werde entsprechend abgestimmt, ursprünglich sollte am 1. Mai gespielt werden.

Im Amateurbereich wird sich jedenfalls erst in weiterer Folge zeigen, wann der Betrieb – in welcher Form auch immer – wieder aufgenommen werden kann. Sportminister Werner Kogler hat sich allerdings im Rahmen einer Pressekonferenz nicht unbedingt zuversichtlich gezeigt, dass im Unterhaus bald wieder die Kugel rollen kann.