Die Reaktionen auf das Meisterschafts-Aus. Der SC Oberpullendorf war bei den noch offenen Spielen rot-goldener Leader.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. Mai 2021 (03:22)
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Am Montag brach der Burgenländische Fußballverband (BFV) die bis zu diesem Zeitpunkt nur unterbrochene Meisterschaft endgültig ab und annullierte so die Saison 2020/2021. Nur im Fall der komplett absolvierten Hinrunde, so wie das im Vorfeld der Saison beschlossen und österreichweit auch vom ÖFB als „zwingende Empfehlung“ ausgegeben wurde, hätte es noch eine Wertung geben können.

Davon war man im Burgenland noch ein ordentliches Stück entfernt. 403 der 1.018 Spiele hätte es noch gebraucht, und das aber in einem dafür unrealistischen Zeitfenster. Vier Wochen Vorbereitungszeit waren Grundvoraussetzung, aufgrund der Lockerungs-Ankündigungen seitens der Bundesregierung ist hier der Start mit 19. Mai definiert. Weil das Saisonschluss-Datum bereits auf 4. Juli nach hinten verschoben wurde und die neue Meisterschaft mit Ende Juli vor der Tür steht, bleibt theoretisch ein Zeitfenster von 19 Tagen übrig. Wenn peinlich genau nach vier Wochen ab Mittwoch, dem 16. Juni, gespielt werden würde.

Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht möglich, burgenlandweit alle offenen Spiele unterzubringen. Vor allem unter dem Aspekt, dass es bei den meisten Vereinen sportlich um gar nichts mehr geht – und doch ein absolutes Monsterprogramm absolviert werden müsste.

Das extremste Beispiel ist in diesem Zusammenhang übrigens der SC Oberpullendorf in der 2. Liga Mitte. Beim Tabellen-Zehnten geht es in der Saison 2020/2021 sportlich de facto um nichts mehr, corona-bedingt fehlen den Mittelburgenländern aber noch neun Spiele, um die Hinrunde abzuschließen.

„Wäre die Saison fortgesetzt worden, hätten wir natürlich auch versucht die fehlenden Spiele irgendwie durchzudrücken. Das ist ganz klar“, hält Obmann Daniel Art fest, dass der Klub jede Entscheidung mitgetragen hätte. Für das Vereinsoberhaupt und die SCO-Crew war dieser Gedanke aber von Woche zu Woche immer mehr nur theoretischer Natur, weil das Zeitfenster immer enger wurde. Je länger der Betrieb im Burgenland stillgestanden sei, desto mehr „sind wir davon ausgegangen, dass eine Weiterführung nicht mehr möglich sein wird.“ Nun ist es Gewissheit: Die Saison 20/21 ist abgebrochen – und nach der Annullierung im Vorjahr geht eine Meisterschaft zum zweiten Mal in Folge als „die Unvollendete“ in die Fußballgeschichte ein.