Ein Duo, das für mehr als Reihe zwei gut ist. Mit Tormann-Trainer Michael Baldauf und und Co-Trainer Philipp Brandstätter hat der ASV Draßburg zwei „Fußballverrückte“ im Team.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 20. Februar 2021 (03:13)
Fest im Griff. Michael Baldauf ist Draßburgs Tormann-Trainer und übernimmt die Video-Analysen der ASV-Spiele.
Martin Ivansich

„Die zwei sind richtig ehrgeizig, haben viele Ideen und sind überaus aktiv bei uns“, beschreibt Draßburgs Obmann Ernst Wild mit Tormann-Trainer Michael Baldauf und Co-Trainer Philipp Brandstätter die zweite Reihe im Trainerteam hinter Chefcoach Franz Lederer. Zusatz: „Vom Charakter her sind beide absolut top und in Wahrheit mehr als nur Reihe zwei, auch wenn klar ist, dass natürlich Franz Lederer Chefcoach ist.“ Und auch der ist über seine Kollegen sehr froh: „Wir ergänzen uns sehr gut, das macht schon Spaß mit diesem Team zusammenzuarbeiten.“

Verletzung leitete die Trainer-Karriere ein

Für Philipp Brandstätter, der 2012 als Spieler zum ASV kam und mittlerweile mehr als zwei Jahre Co-Trainer ist, bedeutet die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Bundesliga-Trainer viel: „Von solchen Persönlichkeiten kann man so viel profitieren und lernen, auch von Thomas Mandl. Das ist schon eine optimale Umgebung, wenn man den Schritt ins Trainergeschäft wagt“, so Brandstätter, der in der Saison 2018/19 unter dem damaligen Coach Josef Kühbauer ins Trainerteam der Kampfmannschaft wechselte: „Leider ging verletzungsbedingt kein Spielen mehr, jetzt liegt der Fokus eben auf der Trainer-Laufbahn.“

Und da hat der 33-Jährige noch viel vor: „Das Bestreben so schnell wie möglich Cheftrainer in einer Kampfmannschaft zu werden ist dabei aber gar nicht vordergründig. Nach oben setze ich mir dennoch keine Grenze. Irgendwann kann ich mir schon vorstellen, das auszuüben. So lange aber die Möglichkeit besteht, vom Franz zu lernen, ist das für mich sicher optimal und ich habe auch absolut kein Problem noch ein paar Jahre Co-Trainer zu sein.“

Ein Vorteil dabei ist: „Man ist vielleicht noch ein Stück näher an der Mannschaft dran. Für mich ist zu vielen Akteuren, auch weil ich ja mit einigen gespielt habe, ein sehr freundschaftlicher Bezug da. Bei uns ist es aber auch im Trainerteam richtig angenehm, da wird viel gesprochen und jeder kann seine Meinung kundtun. Die Letztverantwortung hat natürlich der Cheftrainer. Aber er hört sich immer unsere Meinung an und die setzt sich auch manchmal durch.“ Für die aktuelle Saison, sofern diese weitergespielt wird, ist „Brandi“ optimistisch: „Wir haben uns gut verstärkt. Wichtig wird sein, dass wir körperlich topfit sind und in den Spielen bis zum Schluss präsent auftreten. Da haben wir, obwohl wir fast immer auf Augenhöhe mit unseren Gegnern waren, im Herbst in mehreren Endphasen einiges liegen gelassen. Wir müssen gierig sein und auch einmal einen Extrameter gehen.“

Zuerst Aushilfe, jetzt eine fixe Größe im Team

Gleichzeitig mit Brandstätter stieß Michael Baldauf im Sommer 2018 zum Trainerteam des ASV, der in dieser Saison dann auch den größten Erfolg der Vereinsgeschichte —

den Meistertitel in der Burgenlandliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Ost, feierte. Dabei war das Engagement von „Baldi“, der früher auch selbst das Tor hütete, zunächst eher eine Notlösung, die sich dann aber zu einem fixen Bestandteil des ASV entwickelte. Baldauf erklärt: „Es war damals so, dass Thomas Mandl aufgrund einer Operation die Tormanntrainer-Tätigkeit vorübergehend nicht mehr ausüben konnte. Er hat mich gefragt, ob ich bis Winter aushelfen könnte.“

„Die Verantwortung hat immer der Chef-Trainer. Aber er hört sich unsere Meinung an und die setzt sich manchmal durch.“ Co Philipp Brandstätter über seinen Chef Franz Lederer

Baldauf, der übrigens so wie Mandl ein Hirmer ist, sagte zu — und aus ein paar Monaten wurden mittlerweile fast drei Spieljahre. So wie sein Trainerkollege „Brandi“ ist auch Baldauf erstens Feuer und Flamme für den Fußball und zweitens immens froh mit Lederer und Mandl zwei „Mentoren“ zu haben: „Wenn man am Beginn einer Trainer-Karriere steht und dann mit Leuten zusammenarbeitet, die diese Erfahrung haben, dann ist das überragend.“ Der 28-Jährige will so wie Brandstätter Schritt für Schritt die Trainerprüfungen absolvieren, befindet sich gerade mitten drin in der Ausbildung „Nationales Torwartdiplom“.

Klar ist: Baldauf hat die Chance, die sich damals für ihn bot, genutzt und sieht auch seine Zukunft im Fußball: „Das ist so etwas wie ein zweites Standbein, aber eigentlich viel mehr auch Leidenschaft.“ Mit 28 hat er auch noch genügend Zeit für seine Trainerkarriere: „Es ist nicht absehbar, was in fünf oder zehn Jahren sein wird, aber ich habe keine Angst davor, irgendwann auch eine Liga raufzugehen. Aktuell ist aber Draßburg für mich ein absolutes Top-Level, eine ganz große Herausforderung.“ Und eine besondere, immerhin wird derzeit kaum trainiert: „Nur im Heimprogramm, aber wir haben im Trainerteam definitiv einen Plan, bei dem wir sofort mit dem Training beginnen können, sobald es erlaubt ist.“

Und das Ziel für die verbleibenden Spiele ist klar: „Ich gehe einmal davon aus, dass wir nicht mehr als die Hinrunde spielen werden. Da müssen wir voll da sein. Wir müssen jede Partie angehen, als wäre sie ein Endspiel. Das Programm ist sicher alles andere als einfach, aber wir werden uns bestmöglich vorbeireiten“, so Baldauf der neben seiner Tormann-Trainer-Funktion auch für die Video-Analysen der Draßburg-Spiele zuständig ist.