Weiter voll fokussiert auf den großen Coup. ASV Siegendorf-Präsident Peter Krenmayr fiebert dem verspäteten Saisonstart entgegen. Eine neuerliche Annullierung steht für ihn nicht zur Debatte.

Von Philipp Frank. Erstellt am 13. Februar 2021 (02:24)
Siegendorfs Präsident Peter Krenmayr überlässt nichts dem Zufall und hat mit seinem Verein alles, bis ins kleinste Detail, geplant.
Flöp

Nach der jüngsten Vorstandssitzung des Burgenländischen Fußballverbands am 30. Jänner steht nun einmal vorsichtig die Marschroute im burgenländischen Unterhaus-Fußball für die kommenden Wochen fest. Sobald es behördliche Lockerungen geben wird, werde unverzüglich der Trainingsbetrieb aufgenommen. Vier Wochen später sollen dann bereits die ersten Nachtragsspiele über die Bühne gehen.

Beim ASV Siegendorf scharrt man in dieser Hinsicht schon besonders in den Startlöchern. Der große Titelanwärter hat von allen Burgenlandliga-Teams das härteste Restprogramm zu absolvieren: acht Spiele sind noch ausständig, um die Hälfte aller Partien auf die Haben-Seite zu bekommen.

Wir sind zwar nach Verlustpunkten Erster, aber diese Matches müssen auch erst einmal ausgetragen werden.“ Siegendorf-Präsident Peter Krenmayr

Das ist das ausgewiesene Ziel des BFV, erst dann kann die Saison im Fall eines Abbruchs oder von zu wenig Zeit für weitere Runden gewertet werden. Siegendorf-Präsident Peter Krenmayr würde am liebsten sofort mit der Vorbereitung beginnen. „Wenn ich sehe, dass das LAZ und vereinzelt schon Nachwuchs-Mannschaften trainieren dürfen und auch die Regionalliga – mit regelmäßigen Testungen – bald beginnen wird, fehlt mir da das Verständnis. Wir würden viel Zeit gewinnen, wenn wir auch mit regelmäßigen Tests schon mit dem Training starten können. Es kann keiner etwas dafür, aber den ganzen Modus finde ich ein wenig unfair“, so das Siegendorfer Vereinsoberhaut.

Zudem findet Krenmayr das Transferfenster nicht sehr glücklich, „obwohl wir uns selber verstärkt haben. Auch, dass die Abstiegsfrage in diesen wenigen Spielen entschieden werden soll, halte ich für nicht richtig.“ Der ASV-Boss brennt mit seiner Mannschaft jedenfalls auf den Vorbereitungsstart: „Wir wollen spielen, sind bestens vorbereitet. Wir wissen, dass wir wegen unserer vielen offenen Partien auch Doppelrunden absolvieren müssen, das ist halt so. Ich will nur nicht wieder, dass eine weitere Saison annulliert wird. Unsere jungen Kicker haben ohnehin schon ein Jahr verloren, das darf nicht noch einmal passieren.“

Im Fall der Fälle: zwei Saisonen, ein Quotient?

Sollte aufgrund der Pandemie auch die zweite Saison vor der Annullierung stehen, hätte er einen Vorschlag: „Dann sollte man die beiden Saisonen zusammenlegen und einen Quotienten feststellen – unabhängig wie viele Matches absolviert worden sind. Ein neuerliches Jahr ohne weiteren burgenländischen Vertreter in der Regionalliga, ist für mich nicht vorstellbar“, stellt Krenmayr klar. Was für den Siegendorf-Präsident auch nicht denkbar ist, ist eine restliche Rückrunde ohne Zuschauer: „Dieser Vorschlag vom BFV geht für mich gar nicht. Dann muss es Entschädigungszahlungen an die Vereine geben. Wie sollen die Klubs ohne Einnahmen sonst Strom, Wasser und Spieler zahlen können?“

So oder so hat der Klubchef sportlich den Titel und den Ostliga-Aufstieg fest im Blick. Nach Verlustpunkten ist die Mannschaft bekanntlich vorne.

Doch auch wenn der ASV Siegendorf zu den absoluten Top-Anwärtern auf den Meistertitel in der Burgenlandliga gehört, sieht Peter Krenmayr den geplanten Aufstieg nicht als Selbstläufer: „Mit Deutschkreutz, Pinkafeld und Ritzing (Anm.: Mit 13 Punkten auf Platz sechs, aber nur sieben Spiele absolviert) haben wir drei harte Konkurrenten um den Titel. Unser Restprogramm ist nicht leicht. Wir spielen gegen einige Teams, die gegen den Abstieg fighten. Das wird doppelt schwer. Nach Verlustpunkten sind wir zwar Erster, aber diese Matches müssen auch erst einmal ausgetragen werden“, sieht der ASV-Boss nicht alles so rosig.

Und doch ist der Verein schon voll auf die Regionalliga fokussiert. „Wenn diese Saison zu Ende ist, starten wir mit dem Kabinenneubau. Die Vorbereitungen bestreiten wir sowohl im Sommer wie auch jetzt im Winter im Landessportzentrum VIVA in Steinbrunn. Da finden wir super Trainingsbedingungen vor.“

Auch für die künftige 1B-Mannschaft, die als Regionalliga-Zweierteam im unterklassigen Kampfmannschaftsbetrieb notwendig ist, laufen die Planungen auf Hochtouren – Stichwort: Funktionärssuche –, auch die Nachwuchsabteilung soll ausgebaut werden. „Im Falle eines Aufstiegs stehen auch noch ein, zwei weitere Sponsoren bereit“, ist Krenmayr bereits guter Dinge.