Alles steht: Kommt gerade jetzt Bewegung ins Spiel?. In der Fußballszene keimen gerade jetzt einige Ideen für neue Formate auf. Im Fokus steht meist mehr Regionalität – ein Streifzug vom Norden bis in den Süden.

Von Bernhard Fenz, Philipp Frank, Patrick Bauer und Martin Ivansich. Erstellt am 11. Mai 2020 (05:57)
Leider nein. An einen Meisterschaftsbetrieb ist im Fußball-Unterhaus (hier der Sportplatz des ASK Hirm von außen) bis auf weiteres nicht zu denken. Gedacht wird in der Fußballszene aber an neue Einteilungen.
Fenz

Not macht erfinderisch. Gerade in der Corona-Krise gibt es in der Fußballfamilie viel Zeit über neue Ligenformate nachzudenken. Die BVZ hörte sich diesbezüglich um. Und erfuhr dabei, dass Vorschläge nicht umsonst sein müssen, wie Karl Schmidt, Geschäftsstellenleiter des Burgenländischen Fußballverbands (BFV), klarstellt: „Hat ein Verein einen Vorschlag, kann dieser der betreffenden Gruppe übermittelt werden. In weiterer Folge würde eine Prüfung durch den Spielausschuss erfolgen. Die Entscheidung, ob ein Vorschlag aufgegriffen wird, trifft dann der BFV-Vorstand.“

Breitenbrunn-Coach erstellte Ligareform-Konzept

Ein Konzept für eine mögliche Ligareform, das auch beim BFV eingegangen ist, erstellte Breitenbrunn-Trainer Erwin Raithofer mit Trainerkollegen. In diesem Vorschlag gibt es drei Landesligen, aufgeteilt in Nord, Mitte und Süd mit je 15 Vereinen in Nord und Mitte sowie 16 im Süden. Darunter würden die 2. Ligen sowie die 1. und 2. Klassen durch geographisch aufgeteilte Gebietsligen ersetzt werden.

In der Nord-Variante wären dies zwei Gebietsligen mit 15 sowie 16 Vereinen, in der Mitte-Variante zwei Ligen mit je 17 Klubs und im Süden drei Ligen mit 14 bis 15 Vereinen. Im Frühjahr würde eine Aufteilung sämtlicher Gebietsligen in obere und untere Play-Offs erfolgen, in denen es um Aufstieg beziehungsweise um Cup-Plätze gehen soll. Der Aufsteiger in die Ostliga soll aus den drei Landesligen durch den höchsten Punkteschnitt geklärt werden.

Ein weiterer Vorschlag aus dem Norden kam von Sankt Margarethens Obmann-Stellvertreter Günter Welz. „Er ist noch nicht ganz ausgereift, aber eine mögliche Alternative für den Herbst, falls der Terminplan eng wird“, so Welz, der auch die wirtschaftliche Komponente – mehr Derbys und weniger Busfahrten – berücksichtigte.

„Der Druck nach einer Lösung ist gestiegen“

Das Welz-Konzept basiert auf der Einteilung nach der annullierten Meisterschaft und sieht eine Art Notfallsplan (der dann auch im Normalbetrieb angewandt werden könnte) vor: Die Aufteilung der Landesliga auf die Gruppen – also je eine Landesliga Nord, Mitte und Süd zu je zwölf Teams. Das wären elf Spiele im Frühjahr und im Herbst – die drei Ersten würden sich den Landesmeister und Aufsteiger ausspielen.

Die restlichen Ligen und Klassen könne man auf kleinere Bezirksligen (zwischen 8 und 12 Klubs) aufteilen und ein Play-Off um den Aufstieg spielen. Welz: „Es gäbe mehr Derbys, mehr Zuschauer und den Anreiz Landesliga.“

Auch Gruppe-Nord-Obmann Joachim Wild beschäftigt das Thema einer möglichen neuen Ligeneinteilung „schon die letzten vier Jahre. Es ist sehr heikel, der Druck nach einer Lösung ist in den letzten Wochen aber enorm gestiegen. Man muss da aber vorher grundlegende Themen klären. Ich bin für eine vernünftige Lösung für das ganze Land. Wenn jede Gruppe nur auf sich schaut, werden wir bald aussterben.“

Gruppe Mitte-Obmann Gerhard Kornfeind hat bislang noch keine Vorschläge seiner Vereine erhalten. „Anscheinend dürften die Klubs mit der aktuellen Konstellation zufrieden sein“, so der Kroatisch Minihofer. Der langjährige Vereinsfunktionär hat sich natürlich auch schon Gedanken über die Anträge aus den anderen Bezirken gemacht. „An der Burgenlandliga würde ich festhalten. Wahrscheinlich auch an einer starken Liga darunter. Die Zusammenlegung der 1. und 2. Klassen könnte ich mir aber schon vorstellen.“

Im Landessüden bleiben die 2. Klassen die Stiefkinder, wobei die Lage in der B Süd nahe der Frage der Sinnhaftigkeit ist. Mit nur elf Vereinen endete die Hinrunde extrem früh und erst sehr spät im März hätte man den Betrieb wieder aufgenommen. Höherklassige Vereine wären da schon bei fünf oder mehr Pflichtspielen gewesen. Gruppe Süd-Obmann Josef Hafner wusste von keinem konkreten eingelangten Vorschlag, aber: „Wir werden Lösungen finden müssen und müssen noch mehr auf die Meinungen der Vereine hören.“ Die Hilferufe von ganz unten werden lauter, die Ideen indes aber immer konkreter.

In Gerersdorf-Sulz mit dem Sportlichen Leiter Thomas Poandl könnte man sich ein Modell ähnlich der Bundesliga vorstellen. Dabei würde die A Klasse gleich fortgeführt werden, während die südlichste Liga einen Grunddurchgang mit Hin- und Rückrunde durchführt, die Punkte halbiert und in ein Meister- sowie Cup-Playoff teilt.

Gleich zwei „Ideen“ kommen vom 2. Klasse Süd B-Gruppenobmann Christian Schaffer, der zudem als Sektionsleiter in Kirchfidisch werkt. Bei beiden Varianten präferiert er eine regionale Variante mit drei Achterligen, die man etwa auch beim SV Hochart mit Obmann Dieter Höfler gerne sehen würde.

Die generellen Gemeinsamkeiten? Hin- und Rückrunde im Herbst, dann Teilung der Besten ins obere Playoff, während sich der Rest BFV-Cupplätze ausspielt. Es bleiben nicht die einzigen Vorschläge aus dem Süden, denn auch in Eltendorf oder Jennersdorf macht man sich Gedanken. Abzuwarten sei der 20. Mai, denn bis dahin sind die Nennungen für die Saison 20/21 nötig. Dann muss das Thema Fahrt aufnehmen. Beschäftigen wird es jedenfalls länger.