Derby in der 1. Cup-Runde: „Haben alle gezittert“. In Pinkafeld hoffte man auf ein tolles Los – und freut sich nun auf ein Derby gegen Mattersburg. Parndorf jubelt über Meister Salzburg, die größtmögliche Hürde.

Von Bernhard Fenz, Patrick Bauer, Martin Ivansich und Christopher Schneeweiß. Erstellt am 04. Juli 2019 (06:52)
Ivansich
Wie oft können Marko Kvasina und der SVM im Cup jubeln? Zu Beginn geht es nach Pinkafeld.

BFV-Cupsieger SC Pinkafeld darf sich freuen. Die Südburgenländer empfangen am 19. oder 20. Juli (die genauen Spieltermine standen zu Wochenbeginn noch nicht fest) den SV Mattersburg und fordern im Burgenland-Derby somit die Nummer eins des Landes heraus.

„Das ist für uns natürlich ein super Los, wobei wir uns das mit unserem Cupsieg auch verdienten“ zeigte sich Trainer Florian Hotwagner begeistert. „Wir haben am vergangenen Freitag allesamt vor dem Fernseher gezittert und natürlich hofften wir, dass wir einen von unseren fünf, sechs bevorzugten Mannschaften ziehen werden. Das passierte dann auch.“

Rein sportlich ist freilich klar, dass die Trauben sehr hoch hängen werden. „Wir gehen natürlich als krasser Außenseiter in dieses Spiel, wissen aber auch, dass der Cup immer wieder für Überraschungen gut ist.“

Auch bei Bundesligist SV Mattersburg zeigt man sich ob des Gegners Pinkafeld zufrieden, wie Trainer Franz Ponweiser bestätigte. „Das ist ein tolles Los, denn es wird ein Spiel, das sicher viele Zuschauer anlockt.“ Der schöne Begleitumstand eines Burgenland-Derbys ändert freilich nichts daran, dass der SVM voll in der Pflicht steht. Darum mahnt der Coach auch ein: „So toll das Los ist, so schwierig ist es auch, denn wir befinden uns in der klaren Favoritenrolle und müssen dieser auch gerecht werden.“

Auch Parndorf bekam zum 100er „ein echtes Traumlos“

Meister Red Bull Salzburg ist das sportlich schwierigste Los, das einem Klub aus dem Unterhaus aber ob der Attraktivität viel Freude bereiten kann. So war es auch im Fall von Ostliga-Absteiger SC/ESV Parndorf , wo im Zuge der freitägigen 100-Jahr-Feierlichkeiten die Kunde im Festzelt für Jubel sorgte. Kapitän David Dornhackl etwa sagte: „Gerade zum 100er ist das natürlich ein echtes Traumlos.“ Und Obmann Gerhard Milletich ergänzte am Montag: „Sportlich gesehen gibt es kein Team in Österreich, das an Salzburg herankommt. Es ist der beste Gegner, den man haben kann. Zumindest von der Infrastruktur sind wir für dieses Spiel definitiv gerüstet. Sportlich ist es so, dass der Trainer nicht unter Druck steht, die Partie gewinnen zu müssen.“

Und was sagt der Trainer, Paul Hafner? „Nach Rapid ist das sicher das beste Los, das man erwischen kann. Dieses Spiel interessiert jeden, von daher erhoffe ich mir sehr viele Zuschauer am Platz. Natürlich ist das ein großer Unterschied, da geht man als klarer Außenseiter in die Partie. Aber jeden Spieler freut das, das wird etwas ganz Besonderes. Und eines ist auch klar: Wir wollen uns sicher nicht abschießen lassen.“

Traditionsklub kommt nach Neusiedl am See

„Als Glücksfee würde ich Peter Stöger aus Sicht des ASV Draßburg nicht bezeichnen. Er hätte durchaus ein attraktiveres Los für uns aus dem Topf ziehen können. Das werde ich ihm das nächste Mal auch sagen“, schmunzelte der Sportliche Leiter Thomas Mandl, angesprochen auf den Erstrundengegner Gleisdorf. „Natürlich wäre ein Bundesligist attraktiver gewesen, aber wir wollen unbedingt weiterkommen und deswegen fahren wir auch dorthin, um zu gewinnen“, so Mandl weiter.

Für den SC Neusiedl am See gibt es in diesem Jahr ein Duell gegen einen echten Traditionsverein. Der GAK kommt ins Burgenland. Für Neo-Trainer Hannes Friesenbichler ein Wiedersehen — schon im Vorjahr gab es für ihn, damals noch als Mannsdorf-Trainer, im ÖFB-Cup ein Spiel gegen den GAK. Damals setzten sich die Steirer mit 6:0 durch.

Jetzt soll es anders werden für den 41-Jährigen: „Ich denke, dass die Chancen 50:50 sind. Wenn wir bis zur Partie gut arbeiten, dann ist daheim auch etwas drin. Schön ist für den Verein, dass der GAK sicher viele Fans mitbringen wird.“ Und dass die Neusiedler im Cup gegen höherklassige Teams bestehen können, weiß man aus dem Vorjahr als die Seestädter unter Markus Karner Bundesliga-Klub Admira 1:0 eliminierten.