Top-Teams bereit für Doha . Die beiden österreichischen Beachvolleyballduos Nadine und Teresa Strauss sowie Kathi Schützenhöfer und Lena Plesiutschnig schlagen ab 08. März beim Katara Cup in Doha auf. Ein gutes Abschneiden ist im Hinblick auf Olympia wichtig. Beide Teams sind topvorbereitet und froh über die Aufhebung des anfänglichen Bikiniverbots.

Von Redaktion NÖN.at und Redaktion BVZ.at. Erstellt am 05. März 2021 (12:55)
Wolfgang Meier

Beide Mannschaften konnten sich auf Teneriffa ideal auf das 4-Sterne-Turnier vorbereiten. „Wir waren zwei Wochen dort und haben mit europäischen Topteams trainiert. Wir konnten uns in allen Bereichen verbessern, deswegen sind wir guter Dinge“, freut sich Lena Plesiutschnig bereits auf die Matches. Die Straussis sind schon eine Woche früher von der spanischen Insel abgereist, um bei der German Beach Trophy mitzuspielen – mit Erfolg, standen sie doch am Ende als Siegerinnen da: „Das war natürlich eine gute Vorbereitung für uns, weil wir viel Spielpraxis sammeln konnten. Wir merken immer, dass wir sehr viel lernen, wenn wir spielen“, fasst Teresa zusammen.

Wolfgang Meier

Für Kathi Schützenhöfer steht nicht nur die Leistung im Vordergrund, das österreichische Topteam tritt erstmals seit eineinhalb Jahren gemeinsam bei der World Tour auf: „In erster Linie freuen wir uns, dass wir wieder ein Turnier gemeinsam spielen können. Vorrangig ist, dass wir das, was wir in den letzten Monaten gemeinsam trainiert haben, aufs Spielfeld bringen und gemeinsam Spaß haben.“ Das österreichische Top-Duo ist gesetzt, die Strauss-Zwillinge müssen in der Qualifikation ran: „Die wollen wir schaffen. Wir müssen zwei Spiele in Folge gewinnen, das ist unser Ziel. Dann müssten wir im Hauptbewerb einfach drauf los spielen und es genießen. Da kommst du gleich mal gegen die Topteams dran“, freut sich Teresa bereits auf die Herausforderung.

Erleichterung über die Aufhebung des Bikiniverbots

Herausfordernd sollten auch die vergleichsweise hohen Temperaturen nicht werden. „Damit haben wir normal keine Probleme, auf Teneriffa war es auch sehr warm. Jetzt müssen wir uns halt schnell umstellen, aber darin sind wir sowieso gut“, sagt Plesiutschnig vom 1. Badener Beachvolleyballverein. Auch die niederösterreichischen Beachtwins sehen kein Problem, was die Temperaturen angeht: „Nachdem am Montag schon die Quali beginnt, haben wir genug Zeit für ein paar Trainings davor – da können wir uns schon ein bisschen an die Temperaturen gewöhnen.“

Benjamin Schön

Im Vorfeld des Turniers wäre die Temperatur aber doch fast zum Thema geworden. Nicht wegen der erwarteten 30 Grad, sondern wegen der Kleidervorschriften, die eigentlich vorgesehen waren. Den Spielerinnen war es aufgrund der religiösen Vorschriften in Qatar verboten, Bikinis zu tragen. Erst durch den Boykott des deutschen Topteams Borger/Sude lenkte der Veranstalter ein. Andere Teams konnten nicht so leicht diese Wahl treffen, weil das Turnier in Doha möglicherweise das einzige Olympiaqualifikationsturnier bleibt.

„Als das Verbot noch aufrecht war, haben wir uns schon Gedanken dazu gemacht. Für uns war es nie ein Problem, sich an Kulturen anzupassen. Nur geht es in diesem Land um Frauenunterdrückung – Frauen dürfen in diesem Land gar nichts, auch nicht beim Turnier zuschauen. Wir haben großen Respekt vor Borger/Sude, und die Aufhebung des Verbots zeigt, dass Spieler Macht haben und diese Diskussion belebt wurde“, so die Straussis unisono.

Das zweite Problem wäre die große Hitze gewesen, die durch das lange Wettkampfoutfit entstanden wäre. „Alleine deswegen ist es schon gut, dass das Verbot aufgehoben wurde. Die Männer dürfen spielen wie sie wollen und wir haben Kleidervorschriften. Damit waren wir nicht einverstanden. Es soll jedem selbst überlassen werden, in welcher Kleidung er spielt – darüber sind wir nun froh“, ist sich auch das österreichische Nummer-eins-Team Schützenhöfer/Plesiutschnig einig.