Parndorfer Hallenkönig mit achtem Masters-Sieg . Der SV/ESV Parndorf setzte sich beim 36. BFV-Hallenmasters in einem dramatischen Finale gegen Oberwart per Golden Goal mit 4:3 durch. Somit haben die Nordburgenländer nicht nur ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt, sondern konnten auch mit acht Masters-Triumphen ihre Position als Rekordsieger ausbauen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 11. Januar 2020 (21:21)
Der SC/ESV Parndorf bejubelte den achten Triumph beim BFV-Hallenmasters.
Daniel Fenz

Es war ein spannendes Endspiel, das sich der vierfache Masters-Sieger Oberwart und der siebenfache Masters-Champ sowie Titelverteidiger Parndorf beim 36. BFV-Hallenmasters in der Sporthalle Oberwart lieferten.

Ein super Freistoß von Thomas Herrklotz (er wurde auch zum besten Spieler des Turniers gewählt) ins Kreuzeck brachte die Gastgeber in Führung, danach wog das Spiel hin und her und ging schließlich mit 3:3 in die Verlängerung.

Wie es gute Hallentradition ist, wird da nach jeder absolvierten Minute ein Feldspieler vom Platz genommen. Als nur noch drei Kicker (plus Goalie) am Parkett waren, setzte Felix Wendelin schließlich den Ball zum 4:3-Masters-Erfolg in die Maschen.

Danach kannte der Jubel beim langjährigen Ostligisten und nunmehrigen Burgenlandliga-Klub keine Grenzen, war die Titelverteidigung perfekt.

Semifinali: Klare Sache hier, späte Entscheidung da

Das erste Halbfinalspiel war eine rein südburgenländische Angelegenheit und sah erst eine Stegersbach-Elf, die gegen Oberwart in Führung ging. Letztlich setzten sich die favorisierten Hausherren aber doch noch sicher mit 5:2 durch.

Oberwarts Thomas Herrklotz im Finale im Duell mit Lukas Umprecht (r.) und David Dornhackl (l.)
Martin Ivansich

Im zweiten Kreuzspiel kam es zum Duell zwischen Parndorf und den Mattersburg Amateuren, die als bestes Qualifikations-Team auch die Favoritenrolle innehatten. Die Partie stand lange Zeit auf des Messers Schneide, ehe Daniel Gruber 1:40 Minuten vor der Schlusssirene einen schönen Angriff abschloss, indem er einen Querpass ins Tor zum Finaleinzug schieben konnte.

Frühes Aus für die Akademie und Bad Sauerbrunn

Ein durchaus beachtliches Masters lieferte der SV Stegersbach ab, der Mattersburg ein 3:3 abtrotzte und sich nach einem Auftakt-Remis gegen Eberau schließlich mit einem 4:1-Sieg über Bad Sauerbrunn das Ticket für die letzten Vier sicherte.

Die Szene unmittelbar nach dem Golden Goal durch Felix Wendelin.
Martin Ivansich

Titelverteidiger Parndorf brachte sich mit zwei Siegen rasch in die Spur und profitierte dann von einem Ausrutscher des SC Pinkafeld gegen die U18 der Fußballakademie, um sich auch eine 0:1-Pleite im letzten Gruppenspiel gegen Oberwart leisten zu können.

Die Hausherren aus Oberwart wiederum verhauten ihren Auftakt gegen Pinkafeld, kamen dann aber immer besser in Tritt und stiegen so auch klar in die K.O.-Phase auf.

Stichwort U18 der Fußballakademie Burgenland: Diese beraubte sich bereits in den ersten beiden Gruppenspielen einer realistischen Semifinalchance, als das Team von Chefcoach Christoph Witamwas gegen Parndorf (0:3) und dann vor allem auch gegen Oberwart (0:6) sang- und klanglos unterging.

Dass die U18-Akademiker prinzipiell den Hallenkick können, bewies die Mannschaft dann erst im letzten Gruppenspiel, als der SC Pinkafeld (gegen Oberwart übrigens noch optimal ins Turnier gestartet) mit 4:2 besiegt wurde – durch diese Niederlage hatten dann auch die Südburgenländer keine Chance mehr auf das Halbfinale.

Enttäuschend präsentierte sich Burgenlandligist Bad Sauerbrunn, der zwar als Siebenter der Qualifikationswertung gerade noch in das Mastersfeld hineingerutscht war, aber in der Gruppe B neben Titelfavorit SVM Amateure auch gegen die 2. Liga-Süd-Teams Eberau und Stegersbach den Kürzeren gezogen hatte. Null Punkte aus drei Spielen – das war nichts.

Letztes Vorrundenspiel in Gruppe B viel spannender, als das Ergebnis aussagt

Einen Hauch von Dramatik hatte die letzte Vorrundenpartie der Gruppe B, in der die Mattersburg Amateure gegen Eberau unbedingt gewinnen mussten, um nicht schon vorzeitig die Heimreise anzutreten.

Zehn Minuten lang hielten die Südburgenländer durchaus souverän ein 0:0, ehe ein unglückliches Kopfballeigentor von Michael Schendl den Ball brach und die Mattersburger auf die Siegerstraße brachte. Danach machte der Ostligist kurzen Prozess und siegte letztlich noch glatt mit 4:1. Trotzdem: Das Ergebnis täuscht eindeutig.

Fazit: Die Zuschauer sahen ein durchaus interessantes BFV-Hallenmasters - einzig beim Gewinner gab es einmal mehr keine Abwechslung. Seit 2015 sind entweder Parndorf oder die SVM Amateure ganz oben am Siegertreppchen zu finden, aber auch im kommenden Jahr wird der Angriff der südburgenländischen Teams erfolgen. So viel ist sicher. 

Alles Ergebnisse im Detail auf einen Blick

VORRUNDE GRUPPE A

SV Oberwart - SC Pinkafeld 1:3 (0:3). Torfolge: 0:1 (4., Eigentor) Farkas, 0:2 (5.) Reisenhofer, 0:3 (7.) Pahr, 1:3 (13.) Jani. Blaue Karte: Penzinger (9., Foul).

SC/ESV Parndorf - AKA Burgenland U18 3:0 (2:0).
Torfolge:
1:0 (2.) Dornhackl, 2:0 (7.) Loos, 3:0 (13.) Urgela. 

SV Oberwart - AKA Burgenland U18 6:0 (3:0). Torfolge: 1:0 (1.) Radics, 2:0 (3.) Seper, 3:0 (5.) Radics, 4:0 (13.) Jani, 5:0 (14.) Gergö, 6:0 (14.) Herrklotz. Blaue Karte: Kögl (12., Foul).

SC/ESV Parndorf - SC Pinkafeld 3:2 (1:0). Torfolge: 1:0 (5.) Dornhackl, 1:1 (8.) Reisenhofer, 1:2 (9.) Kosnik, 2:2 (12.) Gruber 3:2 (13.) Urgela.

SC Pinkafeld - AKA Burgenland U18 2:4 (2:3). Torfolge: 1:0 (1.) Kosnik, 1:1 (2.) Gabriel, 1:2 (3.) Marth, 2:2 (4.) Nagy, 2:3 (7.) Grgic, 2:4 (11.) Lang. Blaue Karten: Nagy (6., Unsportlichkeit), Reisenhofer (9., Unsportlichkeit).

SC/ESV Parndorf - SV Oberwart 0:1 (0:1).
Torfolge:
0:1 ( 3.) Radics. 

Endstand Gruppe A:

1. Oberwart (8:3) 6 Punkte

2. Parndorf (6:3) 6 Punkte

3. Pinkafeld (7:8) 3 Punkte

4. AKA Burgenland U18 (4:11) 3 Punkte

VORRUNDE GRUPPE B

SV Eberau - SV Stegersbach 1:1 (0:0). Torfolge: 1:0 (10.) Felix Csencsits, 1:1 (13.) Schreiber. Blaue Karten: Faulend (8., Unsportlichkeit), Jan Herczeg (8., Foul).

SVM Amateure - SC Bad Sauerbrunn 4:2 (3:0). Torfolge: 1:0 (2.) Nico Pichler, 2:0 (3.) Luca Pichler, 3:0 (4.) Reichardt, 3:1 (10.) Kubik, 4:1 (13.) Nico Pichler, 4:2 (14.) Vargek. Blaue Karte: Steinwender (14., Foul).

SV Eberau - SC Bad Sauerbrunn 4:1 (2:0). Torfolge: 1:0 (3.) Felix Csencsits, 2:0 (7.) Jan Herczeg, 3:0 (11.) Jan Herczeg, 4:0 (12.) Schendl, 4:1 (13.) Morhac.

SVM Amateure - SV Stegersbach 3:3 (2:2). Torfolge: 1:0 (2.) Helic, 1:1 (4.) Oswald, 1:2 (4.) Strobl, 2:2 (4.) Nico Pichler, 3:2 (8.) Schriebl, 3:3 (11.) Schreiber.

SV Stegersbach - SC Bad Sauerbrunn 4:1 (1:0). Torfolge: 1:0 (5.) Strobl, 2:0 (9.) Fritz, 2:1 (12.) Estl, 3:1 (13.) Haas, 4:1 (14.) Zsifkovits. Blaue Karte: Vargek (13., Unsportlichkeit).

SVM Amateure - SV Eberau 4:1 (0:0). Torfolge: 1:0 (11., Eigentor) Schendl, 2:0 (12.) Luca Pichler, 3:0 (13.) Steinwender, 4:0 (14.) Schriebl, 4:1 (14.) Schendl.

Endstand Gruppe B:

1. SVM Amateure (11:6) 7 Punkte

 2. Stegersbach (8:5) 5 Punkte

3. Eberau (6:6) 4 Punkte

4. Bad Sauerbrunn (4:12) 0 Punkte

SEMIFINALE

SV Oberwart - SV Stegersbach 5:2 (2:1). Torfolge: 0:1 (4.) Peischl, 1:1 (6.) Herrklotz, 2:1 (8.) Herrklotz, 3:1 (10.) Farkas, 3:2 (11.) Haas, 4:2 (13.) Penzinger, 5:2 (16.) Herrklotz.

SVM Amateure - SC/ESV Parndorf 2:3 (2:2). Torfolge: 1:0 (1.) Helic, 1:1 (2.) Dornhackl, 1:2 (5.) Umprecht, 2:2 (8.) Luca Pichler, 2:3 (15.) Gruber.

PENALTYSCHIESSEN UM PLATZ DREI

SV Stegersbach - SVM Amateure 5:4. 0:1 Schriebl, 1:1 Fritz, 1:2 Nico Pichler, 2:2 Haas, 2:3 Helic, 2:3 Faulend gehalten, 2:4 Haring, 3:4 Schreiber, 3:4 Luca Pichler Stange, 4:4 Peischl, 4:4 Reichardt gehalten, 5:4 Zsifkovits.

FINALE

SV Oberwart - SC/ESV Parndorf 3:4 (2:2) nach Golden Goal. Torfolge: 1:0 (2.) Herrklotz, 1:1 (5.) Regner, 1:2 (7.) Gruber, 2:2 (7.) Seper, 2:3 (13.) Umprecht, 3:3 (13.) Herrklotz, 3:4 (18.) Wendelin.

AUSZEICHNUNGEN

Bester Spieler: Thomas Herrklotz (Oberwart)

Bester Torhüter: Christian Weidinger (Parndorf)

Torschützenkönig: Thomas Herrklotz (Oberwart), 6 Treffer

Stimmen nach dem BFV-Hallenmasters

Parndorf-Trainer Paul Hafner: „Das macht mich richtig glücklich, weil eine Titelverteidigung nie einfach ist. Und auch wenn wir im Finale Glück hatten, über das Turnier gesehen waren wir der verdienter Sieger.“

Golden Goal Torschütze Felix Wendelin: „Überragend. Auch wenn ich schon mehrmals das Masters gewonnen habe, fühlt es sich immer genial an. Schön ist auch, dass wir uns nächstes Jahr wieder den Quali-Druck ersparen.“ 

Tormann Christian Weidinger: „Das ist mein erster Sieg beim Masters und deshalb was ganz Besonderes. Ich denke wir haben ein starke kompakte Mannschaftsleistung gezeigt, wo jeder seinen Anteil am Erfolg hatte.“ 

Ludwig Tuba, Obmann-Stellvertreter SV Oberwart: "Das Turnier war stark besetzt. Unsere Hoffnung waren zumindest in die Kreuzspiele zu kommen. Das wurde geschafft. Im Finale gewann dann der Glücklichere. Wir hätten es gewinnen können, meiner Meinung nach waren wir die bessere Elf, aber wir machten die Tore nicht und ließen den Gegner so leben."