Sportreferent: Wenn es um eine Frage des Prinzips geht. Ein Südantrag fordert die generelle Abschaffung des Sportreferenten. BFV-Boss Milletich ist klar dagegen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. Februar 2020 (16:56)

Bevor am 1. März im Kulturzentrum Eisenstadt der Wahlvorschlag des Wahlausschusses für den Vorstand des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) zur Abstimmung gelangt, wird es spannend. Schließlich muss noch über zwei Anträge aus den Gruppensitzungen abgestimmt werden, die indirekt zusammenhängen. Beide Male geht es um die Position des Sportreferenten ( wir hatten berichtet, siehe hier und unten).

Da wäre der Antrag aus der Gruppe Nord, die mit Josef Bauer einen Gegenkandidaten zu Manfred Luisser – der bisherige Sportreferent steht auf der Vorschlagsliste – nominiert hat. Davor gilt es aber noch zu klären, ob die Kampfabstimmung überhaupt nötig ist. Dann nämlich, wenn sich eine Zweidrittelmehrheit findet, die einen Antrag aus der Gruppe Süd auf Abschaffung der Funktion annimmt.

„Im Süden sind wir der Meinung: Wenn es keinen Fachmann gibt, dann dürfen die Agenden auch von normalen Vorstandsmitgliedern begleitet werden.“

Wenn man so will, ist das die Reaktion auf die Nominierung Bauers als Gegenkandidat. Vizepräsident Konrad Renner (Gruppe Süd) erklärt den ungewöhnlichen Schritt. Einerseits gäbe es ein paritätisches Ungleichgewicht im BFV-Vorstand, sollte der Leithaprodersdorfer Bauer den Güssinger Luisser ausstechen. Dann würden sieben Mitglieder aus dem Norden kommen, fünf aus dem Süden und vier aus der Mitte. Aber auch die Qualifikation für die Funktion sei mangelhaft.

Also könne sie abgeschafft werden: „Im Süden sind wir der Meinung: Wenn es keinen Fachmann gibt, dann dürfen die Agenden auch von normalen Vorstandsmitgliedern begleitet werden.“

Luisser hat die Lizenz und konnte somit bis dato als Zusatzaufgabe das Trainer- und Kursreferat auch aktiv leiten – Bauer hat diese nicht. Kein Widerspruch, argumentiert man auf Seiten der Bauer-Befürworter. Er könne auch ohne Lizenz für das Referat organisatorisch verantwortlich sein, operativ würden ausgebildete Trainer die Ausbildung übernehmen.

Abgesehen davon regt Renner generell an, das Aufgabengebiet des Sportreferenten zu adaptieren. „Optimal wäre, die Klasseneinteilung künftig direkt in den Gruppen abzuwickeln“, sagt der Stubener. In der Vergangenheit war man speziell im Süden nicht glücklich über die Klasseneinteilung, die vom Spielausschuss unter dem Vorsitz des Sportreferenten erstellt wurde. Eine Dezentralisierung sei eine Möglichkeit, um die Probleme quasi vor Ort lösen zu können.

„Hier wurde eine rote  Linie überschritten“

Kein Verständnis hat BFV-Präsident Gerhard Milletich für die Diskussion rund um die Abschaffung des Sportreferenten: „Um zu verhindern, dass es ein Nördlicher wird, wurde der Antrag gestellt um die Position ersatzlos zu streichen. Hier wurde eine rote Linie überschritten. Der Sportreferent ist das Bindeglied zum Spielbetrieb. Von dieser Position gehen viele Impulse aus, sie ist für einen Sportverband wie den unseren sehr wichtig.“

Schon jetzt stellte der Verbandschef klar, dass dessen Agenden nicht adaptiert werden sollen. „Die Aufgaben werden sich nicht verändern. Wichtig ist, dass die Funktion bestehen bleibt und weiterhin ein Sportreferent in der bisherigen Form im Vorstand vertreten ist – dafür werde ich mich aktiv einsetzen.“