Keine große Zuversicht für Fußballbetrieb im Frühjahr. Präsident Gerhard Milletich glaubt nicht mehr an einen Betrieb im Frühjahr („Die Wahrscheinlichkeit geht gegen null.“) – und lobt parallel die Vereine.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. April 2020 (06:16)
BFV-Präsident Gerhard Milletich bei der Hauptversammlung am 1. März. Seitdem hat sich einiges geändert, der Betrieb steht still.
Ivansich

Österreichs Gesellschaft hängt in allen Lebensbereichen in der Warteschleife, das gilt selbstverständlich auch für den Sport respektive den Fußball. Die Bundesliga liegt offiziell zumindest bis Anfang Mai auf Eis. Aufgrund der weitreichenden Beschränkungen durch die Corona-Krise steht natürlich auch der gesamte Betrieb im burgenländischen Amateurfußball still. Wann es zu einer Wiederaufnahme kommen könnte, ist bei vielen Klubs Anlass zu Spekulationen.

BFV-Präsident Gerhard Milletich kann derzeit ebenfalls nur Vermutungen anstellen – auch weil die weitere Vorgehensweise, wie er klarstellt, zentral vom Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) gesteuert wird. Besagte Vermutung ist dann aber doch deutlich: „Die Möglichkeit, dass wir im Frühjahr noch eine Fußballmeisterschaft spielen, geht wahrscheinlich gegen Null.“

Warum der Chef des Verbands hier nicht zum großen Optimismus neigt? „Seit Mittwoch gibt es die Maskenpflicht in Supermärkten. Denkt wirklich jemand ernsthaft, dass wir in einem Monat in der Lage sein werden, Fußballspiele mit Zweikämpfen austragen zu können?“

„Ich lasse mich gerne überraschen“

Milletich glaubt vielmehr daran, dass es frühestens zum Start der neuen Saison wieder losgehen könnte. Dabei geht die Bandbreite für den BFV-Boss von Annullierung der Meisterschaft bis zur Wertung nach dem Stand der Winterpause. „Vielleicht gibt es auch weitere Varianten. Das muss aber alles erst evaluiert werden.“

Diesbezüglich gab es am Dienstagabend auch eine gemeinsame Presseaussendung von ÖFB und Bundesliga, in der ebenfalls betont wurde, dass es für eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs mehrere Varianten gebe, die geprüft werden. Abhängig seien die Entscheidungen über eine Wiederaufnahme aber auch von der Bundesregierung.

Zum Szenario „Meisterschaftsabbruch“ gebe es weder in den FIFA- noch in den ÖFB- oder Bundesliga-Bestimmungen Regeln. Etwaige Beschlüsse in diese Richtung könne das ÖFB-Präsidium fassen, bislang gebe es jedenfalls noch keine.

Aus der Fußballszene kamen zuletzt diverse Vorschläge wie das spontane Installieren von Play-off-Varianten und dergleichen. „Auch das wäre ja nur möglich, wenn überhaupt gespielt werden könnte. Ich lasse mich gerne überraschen, kann mir das aber derzeit beim besten Willen nicht vorstellen.“

Was der Parndorfer in Zeiten wie diesen übrigens positiv hervorhebt, ist das Verhalten der Klubs während der Corona-Krise. „Die Vernunft fast aller Vereine ist enorm. Sie nehmen die Situation so hin, wie es sich gehört.“ Seitens des BFV gab es in der Vorwoche ein Schreiben an die Vereine, bei dem allgemein Unterstützung zugesagt wurde, ohne aber noch wirklich konkrete Maßnahmen präsentieren zu können.

Unter anderem war angeführt: „Wir versichern, dass zum gegebenen Zeitpunkt im Schulterschluss mit allen anderen maßgeblichen Entscheidungsträgern die gemessen an den herausfordernden Rahmenbedingungen bestmögliche Lösung für das Fußballwesen und die Amateurvereine erarbeitet und dann auch klar, zeitgerecht und umfassend kommuniziert wird.“