Offene Startschuss-Frage im Fußball-Unterhaus. Wann beginnt die Meisterschaft 20/21 im Unterhaus – und unter welchen Voraussetzungen? Szenarien pendeln aktuell zwischen August und September.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 29. Mai 2020 (05:33)
BFV-Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt und Co. haben Szenarien am Radar, aber noch keine endgültige Entscheidung. Vorerst gelte es, die weiteren Regierungsvorgaben abzuwarten.
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Die Frage aller Fragen kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt laut Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt noch nicht beantwortet werden. „Derzeit gehen wir seitens des Verbands von zwei Szenarien aus. Bleibt das Veranstaltungsverbot im Sport aufrecht, ist der Start für den September eingeplant.“

Ein genaues Datum anzupeilen, sei aktuell aber deshalb schwierig, weil „im Fall des Falles auch noch Testspiele möglich sein müssten. Ist das erst im September erlaubt, könnte der Start der Meisterschaft eben erst in der Mitte des Monats erfolgen.“

Vorsichtige Zuversicht. Start erst 2021 scheint vom Tisch

Verworfen habe man vorerst Schreckens-Varianten, wonach aufgrund der Corona-Krise (wie zu Beginn von politischer Seite in den Raum gestellt wurde) überhaupt erst im Jahr 2021 wieder gespielt werden könne. Stattdessen regiert vorsichtige Zuversicht.

Könne man im Sport schon vor September Veranstaltungen abwickeln, dann wäre laut Schmidt auch das ursprüngliche Szenario aufrechtzuerhalten. „An sich sieht der Rahmenterminplan der Meisterschaft Mitte August als Start vor. Das wäre aber nur dann Thema, wenn es auch von den Regierungsvorgaben her drin ist. Eben deshalb verfolgen wir und natürlich der ÖFB auch sämtliche angekündigten Lockerungen ganz genau. Davor irgendwelche Ankündigungen zu tätigen, macht aber keinen Sinn.“

Zu unsicher und wackelig sei das Konstrukt, würde man eigenständig Prognosen abgeben. Besagte Prognose hat zuletzt der Kärntner Fußballverband (KFV) verlautbart, der den Beginn aller Meisterschaftsbewerbe der Frauen, Männer und Nachwuchsteams mit 1. August plant und organisiert. Mehr noch, laut Homepage: „Der KFV geht davon aus, dass ZuschauerInnen, wie es in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen geplant ist, möglich sein werden.“

Im Burgenland will man von solchen Ansagen vorerst noch Abstand nehmen. „Lieber ist uns, dann tatsächlich sagen zu können, was Sache ist. Erst wenn klar ist, wann ein Mannschaftstraining und Vorbereitungsspiele möglich sind, kann auch an eine Meisterschaft gedacht werden. Wir haben bis dato ja auch nicht die nötigen Infos, auf die dann unsere Vereine aufbauen können“, will sich Schmidt vorerst nicht als Hobby-Wahrsager betätigen.

Burgenlands Fußballverbands-Präsident GerhardMilletich wünscht sich mehr Klarheit.
Ivansich

Gleiches gilt auch für BFV-Präsident Gerhard Milletich, der ergänzt: „Die fehlende Klarheit ist ein großes Problem. Aktuell gehe ich persönlich davon aus, dass wir ab September wieder Meisterschaft spielen dürfen.“ Prognosen wie diese seien freilich mit Vorsicht zu genießen, weshalb der Verbandschef lieber defensiv bleibt. Am Freitag findet eine ÖFB-Präsidiumssitzung statt – womöglich gibt es dann weitere Aufschlüsse, um das Rätsel-Puzzle rund um den Amateurfußball voranzutreiben.

Was sehr wohl wahrscheinlich scheint: Dass zusätzliche Pflichtspiel-Bewerbe wie der BFV-Cup nur dann durchführbar scheinen, wenn die Meisterschaft nicht nach hinten verschoben werden muss. Schmidt: „Starten wir erst im September, wird sich das wohl nicht mehr ausgehen.“

Das hängt aber wie gesagt vom durchführbaren Beginn der Saison ab. Hier gilt es dann noch weitere Eckpfeiler klarzustellen. Stichwort Transferzeit, Stichwort Legionäre, Stichwort Reservebetrieb. Schmidt: „Bislang sind die Zeitfenster für den Zwangserwerb von Spielern mit 1. bis 22. Juni sowie die Transferzeit von 5. bis 15. Juli unverändert.“

Bei der Frage, wie künftig mit der Legionärsthematik umgegangen werden soll (noch ist offen, ob und vor allem wann Kicker aus den diversen Nachbarländern überhaupt einreisen dürfen), zeigt sich eine deutliche Tendenz, wie der BFV-Geschäftsstellenleiter sagt: „Wir können seitens des BFV nur darauf hinweisen, dass die Vereine aufpassen müssen und es zu Problemen kommen kann. Das Risiko tragen aber die Klubs, da können wir vom Verband aus nicht regeln, ob jemand einreisen darf oder nicht.“

Tour durch das Land steigt ab 2. Juni

All das werde aber auch im Zuge einer BFV-Tour durch das Land mit den Klubs besprochen, hier sei dann auch das Reservethema und die Machbarkeit dieses Spielbetriebs in der Corona-Krise auf der Tagesordnung. Schmidt: „Wir wollen uns hier zumindest ein Meinungsbild einholen.“

Die Termine für die Gespräche sind für den Bezirk Neusiedl am 2. Juni in Gols, für den Bezirk Eisenstadt am 3. Juni in St. Georgen, für die Burgenlandliga am 5. Juni in Oberpullendorf, für die Gruppe Süd am 6. Juni in Oberwart (Vormittag) und in Heiligenkreuz (Nachmittag) sowie für die Gruppe Mitte am 9. Juni in Neutal.