Rapid auf Tour: „Das Burgenland ist für uns wie Wien“

Erstellt am 28. Juni 2022 | 05:22
Lesezeit: 5 Min
Im Rahmen der Bundesländer-Tour war neben dem einen oder anderen Spieler auch die Klubspitze von Rapid Wien zuletzt im Burgenland aktiv. Kein Zufall. Das östlichste Bundesland genießt beim populärsten Fußballklub Österreichs einen sehr hohen Stellenwert – und das nicht nur, weil Präsident Martin Bruckner quasi Wahl-Steinbrunner ist.
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Entspannt sein im Burgenland. Dieses Motto gilt für Rapid-Präsident Martin Bruckner, auch wenn er aufgrund des erhöhten Transfergeschehens höchst gefordert ist. Es gilt vor allem dann, wenn es um seinen Sommerwohnsitz am Steinbrunner See geht. Entspannt sein im Burgenland ist als oberster Rapid-Repräsentant aber auch deshalb vergleichsweise leicht, weil der grün-weiße Rückenwind im östlichsten Bundesland allgegenwärtig ist.

15 verschiedene Fanklubs mit 470 Fanklubmitgliedern

Speziell das Burgenland gilt als Rapid-verrückt – längst auch auf politischer Ebene. Da hat sich mit Alt-Landeshauptmann Hans Niessl der prominenteste rot-goldene Austria-Fan mittlerweile aus der ersten Reihe der Landespolitik zurückgezogen. Mittlerweile leuchtet es Grün-Weiß, und wie.

Niessl-Nachfolger Hans Peter Doskozil ist glühender Rapidler, sein SP-Sportlandesrat Heinrich Dorner ebenfalls. Kein Wunder also, dass diese grün-weißen Burgenland-Facetten auch bei offiziellen Anlässen immer dann, wenn es um den Fußball geht, nette Gesprächs-Schmankerl sind.

Fakt ist aber, dass sich die Unterstützung für den populärsten Fußballklub Österreichs nicht nur auf politischer Ebene, sondern vor allem anhand der Mitgliederzahlen deutlich zeigt. Das einwohnerschwächste Bundesland ist für derzeit 930 der insgesamt 16.100 Rapid-Mitglieder verantwortlich, 15 verschiedene Fanklubs mit 470 Fanklubmitgliedern sind ebenfalls nicht ganz alltäglich.

Vierte Station der Bundesländer-Tour

Nur logisch also, dass die bereits für 2020 geplante und aufgrund der Covid-Pandemie erst jetzt umgesetzte SK Rapid Bundesländer-Tour auch durch das Burgenland führte. Nach Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark statteten die Vertreter vergangene Woche als vierte Station einen Tag lang dem pannonischen Raum einen Besuch ab.

Dabei hatte die BVZ auch Gelegenheit beim Start des Tages im exklusiven Rahmen mit Präsident Martin Bruckner und Geschäftsführer Christoph Peschek zu plaudern. Für die obersten Repräsentanten sei es nicht nur selbstverständlich, sondern auch wichtig, den SK Rapid vor Ort zu vertreten, um Danke für die Unterstützung zu sagen.

Zudem gelte es auch die Fans für die neue Saison wieder frisch zu motivieren. Nicht nur Bruckner/Peschek waren deshalb im Einsatz. Auch mit Sportdirektor Zoki Barisic gab es die Möglichkeit zum Austausch, zudem traten die Profi-Neuzugänge Michael Sollbauer und Patrick Greil sowie Goalie Berni Unger und Thorsten Schick bei den diversen Stationen für die Mannschaft auf.

Alles im Sinn der Nähe zu den Fans. Die sollen Rapid im besten Fall vor Ort die Daumen drücken. Ein volles Allianz-Stadion gibt es allerdings nicht selbstverständlicherweise, dessen sind sich die Verantwortlichen sehr wohl bewusst. „Das Burgenland ist für uns wie Wien, wie ein Heimatbundesland“, stellt Bruckner klar, dass die gelebte Nähe zwischen Rot-Gold und Grün-Weiß, mit all seinen historisch gewachsenen (Pendler-)Beziehungen, auch von Rapid-Seite geschätzt wird.

Dazu gehört freilich auch die Nachwuchspflege. Nicht zufällig stand im Rahmen des Rapid-Tags auch ein Besuch im Eisenstädter Gymnasium Kurzwiese sowie in Oberwart beim Nachwuchs des dortigen SVO auf dem Programm. Spannendes Detail am Rande. Auf Klubebene will Rapid künftig Kooperationen mit Vereinen starten, mit ein bis zwei Klubs aus dem Burgenland (rund zehn sollen es österreichweit sein) will man hier aktiv zusammenarbeiten, um eben „Partner in den Regionen“ zu haben.

Geschäftsführer Christoph Peschek: „Wir wollen Rapid erlebbar machen, der starke Fokus richtet sich dabei auch auf die Kinder und Jugendlichen. Außerdem gilt es nach der Pandemie die Menschen in ihrem Freizeitverhalten wieder zu motivieren, um in einem vollen Stadion ein Gemeinschaftserlebnis zu empfinden. Bereits die Zuschauerzahlen im Frühjahr waren ein deutlich positives Signal. Die generelle Resonanz der Bundesländer-Tour stimmt uns zudem sehr zuversichtlich.“

Neben dem Motto „ab zu den Fans“ galt im Fall von Rapid auch „ab zu den Partnern“. Passend dazu stand ein Business-Event im Martinsschlössl Donnerskirchen am Programm. Burgenland Tourismus (laufender Vertrag bis Ende 2023) und Wein Burgenland (bis 2024) sind schließlich aktive Partner der Hütteldorfer, ebenso wie das Haydnbräu Eisenstadt. Auch deshalb verwundert es nicht, dass am Abend im Lokal von Chef Jochen Lehner als Abschluss des rot-goldenen Bundesländer-Tour-Tags der beliebte Rapid-Stammtisch über die Bühne ging.

Trainingslager und zwei öffentliche Testspiele

Fertig sind die Wiener mit dem Land der Sonne in diesem Sommer übrigens noch lange nicht. Standesgemäß bereiten sich die Profis von Cheftrainer Ferdinand Feldhofer ab Samstag nämlich eine Woche lang im Zuge des Sommer-Trainingslagers im Avita Resort Bad Tatzmannsdorf auf die neue Saison vor.

Eben am Samstag steigt dann gleich um 16.30 Uhr in Lackenbach – übrigens der Heimatgemeinde von Sportlandesrat Dorner – das Testspiel zwischen der aktuellen burgenländischen Nummer eins, Ostligist Neusiedl/See, und Rapid. Am 2. Juli (davor wird noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen Lafnitz getestet) folgt als Trainingscamp-Abschluss in Hans Peter Doskozils Wohnort Oberwart noch der Probegalopp gegen das zypriotische Team AEK Larnaka. Ankick ist um 14 Uhr im Informstadion.

Fix ist jedenfalls: Nicht nur den Landeshauptmann und den Sportlandesrat wird die aktuelle Dichte an grün-weißen Terminen hierzulande freuen. Der mehrfache Ausblick auf die Hütteldorfer vor Ort ist sicher ganz im Sinne aller burgenländischen Rapidler – zwei Heimspiele ihrer Lieblinge vor Ort, das kann sich sehen lassen.