Rot-goldene Viola-Exporte. Gleich drei heimische Coaches stehen zurzeit im Dienst des Austria Wien-Nachwuchses: Rainer Messetler, Daniel Wind und Martin Plattensteiner.

Von Philipp Frank. Erstellt am 07. März 2021 (17:55)
Martin Plattensteiner betreut die violette U8 am Verteilerkreis.
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Im Herbst kam es für die BFV-Kollegen doch etwas überraschend, dass Rainer Messetler – nach sieben Jahren (U14-Auswahltrainer, LAZ-Leiter, Individualcoach) sein Engagement im Burgenland auflöste. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und da kam das Angebot von Austria Wien zum richtigen Zeitpunkt“, so der Illmitzer. Mit Rene Glatzer – heute Akademie-Boss bei den jungen Veilchen – hat er schon einmal zusammengearbeitet, einst als sein Assistent im U14-Bereich.

Seit Oktober ist Messetler offiziell „Bereichsleiter U7 bis U14“. Das Aufgabengebiet ist sehr vielfältig. „Betreuung der Teams und Trainer, Bindeglied zwischen Nachwuchs und Akademie, Optimierung von Strukturen, Qualitätssicherung im Trainingsprozess, Kaderplanungen, Scouting und vieles mehr.“ Das hört sich so an, als würde der Coach nun viel Zeit vor dem Computer und im Büro verbringen. Wird heute nur mehr analysiert, warum werden alle möglichen Daten von Jugendlichen erhoben?

„Ich denke, das macht Sinn, ist aber von der Leistungsstufe abhängig“, meint der neue violette Bereichsleiter. „Wenn die Ressourcen gegeben, die finanziellen Mittel sowie das Personal vorhanden sind, kann man in allen Bereichen noch ein paar – oft entscheidende – Prozentpunkte in der Ausbildung herausholen.“ Messetler hat durch seine Tätigkeiten in drei Bundesländern auch die Unterschiede bei den Talenten kennengelernt.

„Wien hat einfach die Quantität an Qualität“, weiß er. „Zudem gehören die Kicker Wiener Großklubs dem Stammverein, die werden von jung auf ausschließlich dort ausgebildet.“ Verändert hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch die Intensität des Spiels. „Ich persönlich gehe davon aus, dass ein Spieler heute viel mehr Drucksituationen ausgesetzt ist, als vor 20 Jahren“, skizziert Messetler. „Dementsprechend benötigt es auch mehr an Lösungsansätzen im Zweikampf und Spiel, die man Talenten im Trainingsprozess anbieten muss.“ Technik hätten Kicker früher auch drauf gehabt, die Umsetzung habe sich verändert.

Messetler: „Ich hoffe, dass ich mich irre.“

Im Moment dürfen bei Profiklubs die Youngsters bis zur U11 abwärts (unter strengen Präventionsauflagen) trainieren, AKA-Teams auch Matches austragen. „Bei der Austria haben wir in den letzten Monaten in allen Altersklassen per Video-Trainings sowie Hausaufgaben einen enormen Aufwand betrieben“, berichtet Messetler. Beim Breiten- und Amateursport (hier darf noch nicht trainiert werden) befürchtet er einen Gesamtschaden.

Der Illmitzer Rainer Messetler ist bei der Wiener Austria Bereichsleiter U7 bis U14, mit einem breit gefächerten Aufgabengebiet.
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„Ich hoffe, dass ich mich irre. Aber diese gesundheitlichen, sportlichen und sozialen Defizite wieder wettzumachen wird sehr lange dauern.“ Wann es wieder „normal“ weitergehen wird? Messetler ist alles andere als euphorisch: „Ich denke, dass wir mit Saisonstart 2021/2022 im Fußball wieder Normalbetrieb haben werden.“ Über seine Ziele als Trainer lässt sich Messetler nicht festnageln. „Ich fühle mich hier sehr wohl, die Arbeit hat schon ein sehr hohes Niveau. Stufenweise möchte ich so viele Jugendliche als möglich mit meiner Erfahrung und meinem Fachwissen in den Profisport bringen.“

Daniel Wind bereitet die U13 auf die weiteren Aufgaben vor.
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Doch Messetler ist als Burgenländer nicht allein in Wien. Der 31-jährige Daniel Wind hat vor knapp zwei Jahren den Job als Cheftrainer des UFC St. Georgen aufgegeben und bei der Austria angeheuert. Zurzeit betreut er die U13-Mannschaft. Zum violetten Nachwuchstrainerstab gehört auch Martin Plattensteiner, der schon elf Jahre durchgehend beim Klub ist. Er coacht die U8.