Lockerungen im Sport: Abwarten mit Neugierde. Burgenlands Funktionärsspitze und Landesrat Heinrich Dorner warten auf die neue Verordnung – das Gefühl reicht von zarter Zuversicht bis zu Enttäuschung.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 12. März 2021 (02:11)
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Noch steht nicht fest, wie viele Kinder und Jugendliche wieder gemeinsam auf die Sportplätze dürfen. Angekündigt wurde eine Lockerung im Freien, die konkrete Verordnung fehlt noch. Gelten soll diese dann ab 15. März.
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Noch kennt die Öffentlichkeit nicht den genauen Wortlaut der neuen Covid-Verordnung, die ab Montag (15. März) gelten soll. Fakt ist aber, dass seitens der Bundesregierung für den Sport eine Outdoor-Lockerung im Nachwuchsbereich in Aussicht gestellt wurde. Zu erwarten ist, dass dann zumindest ein Training in Kleingruppen möglich sein dürfte. Die Abstandsregelung wird wohl geltend bleiben, für Vollkontakt sind die Covid-Zeiten auch im Freien zu angespannt. Selbst wenn stets betont wird, dass es auch in der Vergangenheit in dieser Hinsicht zu keinerlei Clusterbildung gekommen ist.

Seitens des organisierten Sports begrüßte Sport Austria-Präsident Hans Niessl die angekündigten ersten Öffnungsschritte und ließ auch gleich wissen, dass mit #comebackstronger ein umfangreiches Maßnahmenpaket für den Sport auf Schiene sei. Priorisiert für den Wiederaufbau und die Stärkung des Sports seien hier unter anderem die Verlängerung des NPO-Unterstützungsfonds für gemeinnützige Vereine, die Verlängerung des Sportligenfonds, die Verlängerung der Möglichkeit für Vereine, die Pauschale Aufwandsentschädigung (PRAE) für Aktive und BetreuerInnen weiterhin auszuzahlen, die Ausweitung der Budgetmittel für „Kinder gesund bewegen“ mit zusätzlich 600.000 Euro, die Ausweitung des Programms „Bewegt im Park“ mit 26 Prozent mehr Bewegungseinheiten sowie der Start für eine bundesweite Ausrollung der Gesundheits-Präventionsschiene „jackpot.fit“.

Dabei handle es sich um ein Gesundheitsangebot für „Bewegungsmuffel“ und Sport-Wiedereinsteiger. Zusätzliche Maßnahmenvorschläge sowie eine Bewegungskampagne stellt Niessl in Aussicht, Burgenlands Alt-Landeshauptmann meinte aber abschließend: „Wichtig ist, dass nach dem Kinder- und Jugend-Vereinssport auch der restliche Breiten- und Amateursport Perspektiven für verantwortungsvolle Öffnungsschritte erhält.“ Das wäre die Grundlage für ein starkes Comeback des Sports.

Eine seriöse Beurteilung ist noch nicht möglich

Bei den Reaktionen aus dem Burgenland zeigte sich Sportlandesrat Heinrich Dorner trotz der angekündigten ersten Öffnungsschritte im Sport enttäuscht, zu sehr fehlt dem SPÖ-Politiker Konkretes für den Amateur- und Breitensport: „Obwohl seit Monaten ausgefeilte Sicherheitskonzepte am Tisch liegen, werden die Vereine, die vielen ehrenamtlichen Funktionäre und vor allem die Sportlerinnen und Sportler im Ungewissen gelassen. Es regiert die Perspektiven-losigkeit.“ Den Ankündigungen im Nachwuchssport wiederum müssten nun auch Taten folgen. Eine seriöse Beurteilung könne erst nach Vorliegen der Verordnung stattfinden. Zudem hätte laut Dorner ein Hochfahren im Nachwuchs schon längst passieren müssen: „Man hat völlig unnötig Zeit verstreichen lassen und damit in Kauf genommen, dass Kinder und Jugendliche dem Sport den Rücken kehren – sei es hobbymäßig oder in Sportvereinen. Eine Entwicklung, die gerade auch gesundheitspolitisch fatal ist.“

Sportunion Burgenland-Präsidentin Karin Ofner begrüßte die angekündigten Öffnungen als „ersten guten Schritt, allerdings werden hier nur wenige Sportarten bevorzugt. Auch der Umstand, dass die Bewegungscoaches nach wie vor zu schulfremden Personen degradiert werden und nicht in die Schulen dürfen, ist nicht nachvollziehbar. Hier wäre noch einiges mehr möglich.“

ASKÖ Burgenland-Boss Alfred Kollar stellte wiederum fest, dass „wir jetzt zwar nicht vor Begeisterung umfallen, aber ein wenig Licht ist am Ende des Tunnels sichtbar. Noch gibt es die Verordnung nicht, zu wünschen ist es sehr, dass wenigstens Kinder- und Jugendsport möglich ist.“

Und auch Robert Zsifkovits, Präsident des ASVÖ Burgenland, bleibt noch eher defensiv, denn: „Ein klitzekleiner Schritt in die richtige Richtung ist einmal angekündigt worden. Aus Erfahrung weiß man, dass die Verordnung dann nicht unbedingt auch so verschriftlicht werden muss. Ich befürchte, dass in dieser Hinsicht alles sehr knapp wird, auch Vorlaufzeiten gibt es für die Vereine gar keine. Das ist schade. Ehrlich gesagt habe ich mir schon mehr konkrete Schritte für den Sport erwartet.“