Sport Austria: 25-Personen-Regelung bremst Sportbetrieb

Erstellt am 12. Januar 2022 | 18:07
Lesezeit: 3 Min
Sport Austria: 25-Personen-Regelung bremst Sportbetrieb / "Maskenpflicht im Schulsport überdenken!"
Foto: Sport Austria_Leo Hagen
Am Dienstag ist die novellierte Fassung der Corona-Verordnung in Kraft getreten. Ein darin weiterhin enthaltener Punkt bereitet Österreichs Sport Kopfzerbrechen: Sportveranstaltungen, also auch Trainings und Spiele, sind demnach nur mit maximal 25 Personen (inkl. Ersatzspieler:innen etc.) indoor wie outdoor gestattet. Spitzensport ist davon zwar ausgenommen, allerdings trifft diese Regelung den Breitensport.
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Der Spiel- und Trainingsbetrieb in unteren Ligen - von Basketball über
Eishockey, Handball, Faustball, Fußball bis zu Volleyball - wird davon
u.a. ebenso beeinträchtigt wie Vorbereitungsspiele von
Fußball-Bundesligisten gegen unterklassige Vereine. Sport Austria hat
das Gesundheitsministerium auf diesen Umstand hingewiesen und folgende
Antwort erhalten: "Nachdem derzeit – im Unterschied zu vorherigen
Verordnungen – nicht auf die typische Mannschaftsgröße abgestellt wird,
sind derzeit auch die Ersatzspieler in die Höchstzahl einzurechnen."
Sport Austria-Präsident Hans Niessl: "Österreichs Sport bekennt sich zur
Pandemiebekämpfung und hat sich immer an die Regeln gehalten. Es ist gut
und richtig, dass der Sport generell offen bleibt, besonders zu begrüßen
ist, dass die nun geltende Maskenpflicht im Freien bei der Sportausübung
entfällt, aber der Punkt der Gruppengröße erschwert den Sportbetrieb
über Gebühr! In bestimmten Fällen führt das bis zu dessen Einstellung!
Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein."

Dabei verfügt der organisierte Sport (2 G-Regel) weiterhin über ein
gutes Contact-Tracing und über funktionierende Präventionskonzepte (nur
rund 0,1% der Corona-Fälle waren im Schnitt der vergangenen Monate auf
Sport zurückzuführen). Niessl: "Wir hoffen deshalb auf ein Umdenken im
Ministerium: Es muss wieder die für eine Sportart typische
Teilnehmer:innen-Zahl zugelassen werden!"

Die Quarantäne-Empfehlung des Gesundheitsministers erleichtert hingegen
den Sportbetrieb. Da Dreifach-Geimpfte nicht mehr als Kontaktpersonen
gelten, müssen diese folglich auch nicht mehr in Quarantäne. Außerdem
ist für Isolierte nun auch nach dem fünften Tag eine Freitestung
möglich. Niessl: "Hier hatte man die gesamtgesellschaftliche Situation
im Blick und eine praxisbezogene Empfehlung ausgesprochen, die
25er-Regel für den Sport ist hingegen nicht zu Ende gedacht."

Beim Thema "Maskenpflicht" gibt es es ein Paradoxon zwischen der den
Sport betreffenden Verordnung und der Anordnung aus dem
Bildungsministerium für den Schulsport. Während im Breiten- und
Spitzensport bei der Sportausübung keine Maskenpflicht besteht, müssen
Kinder und Jugendliche im Sportunterricht, obwohl dreimal die Woche
getestet, sehr wohl eine tragen. Niessl: "Es ist zu begrüßen, dass man
im Bildungsbereich erkannt hat, dass Sport für die Entwicklung der
Schüler:innen wichtig ist und ihn trotz Omikron weiterhin ermöglicht,
aber ich hoffe, dass die Maskenpflicht bei der Sportausübung nochmals
überdacht wird. Das ist eine große körperliche Belastung für unsere
Kinder!"