Sport-Lockerungen: Bewegte Warteschleife. Im Burgenland tut sich etwas. So darf im Nachwuchs wieder gruppenweise trainiert werden. Wann es weitere Öffnungsschritte gibt, ist daraus aber noch nicht ableitbar.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 22. April 2021 (02:22)
Sportlandesrat Heinrich Dorner: „Froh über mehr Möglichkeiten.“
BVZ

Nachdem sich das Burgenland der Covid-bedingten Lockdown- Verlängerung von Wien und Niederösterreich nicht angeschlossen und seit Montag wieder Öffnungsschritte im Handel und bei den Schulen gesetzt hat, ist auch wieder im Bereich des Sports mehr möglich.
Das östlichste Bundesland ist bei den Verordnungen so wieder einen Schritt vorgerückt und steht jetzt da, wo es sich auch vor dem Lockdown befunden hat. Die wohl größte Freiheit in diesem Zusammenhang ist die Möglichkeit von kontaktlosem Vereins-Gruppentraining im Nachwuchs.

Für den Erwachsenensport braucht es noch Geduld, hier ist bei einem Training im Freien bei maximal vier Erwachsenen (und auch nur dann, wenn sie aus höchstens zwei verschiedenen Haushalten kommen) Schluss – siehe Infobox unten. Und doch ist es eine gewisse Form der Öffnung, da zuletzt in Ostösterreich aufgrund des Lockdowns gar nichts in dieser Hinsicht möglich war.

Also sagt SPÖ-Sportlandesrat Heinrich Dorner auch: „Ich bin sehr froh, dass es wieder mehr Möglichkeiten gibt und dass der Sport hier auch vermehrt unter dem Gesundheitsaspekt betrachtet wird. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat sich hier sämtliche Schritte gut überlegt. Wichtig ist, die Lage genau zu beobachten und dann zu reagieren beziehungsweise die weiteren Maßnahmen zu setzen.“ Ob und wann es dann weitere Öffnungen geben könne, darauf wollte sich Dorner nicht festlegen. „Das ist derzeit ein bisschen so wie in die Glaskugel zu schauen.“

Niessl: „Richtiger und auch mutiger Schritt“

Gut möglich aber, dass die Öffnungskommission im Lauf dieser Woche weitere Infos parat hat. Positiv bewertete übrigens Doskozils Vorgänger, Hans Niessl, die Öffnungsschritte im Burgenland. „Das war ein richtiger und auch mutiger Schritt“, stellte der Alt-Landeshauptmann in seiner aktuellen Funktion als Sport Austria-Präsident fest. „Das Burgenland kann hier eine Modellregion sein. Wichtig ist die Öffnung des Sports immer verantwortungsvoll zu diskutieren und zu ermöglichen.“

Dass hier der Wiener Umweltmediziner Hans-Peter Hutter die burgenländischen Öffnungsschritte begleitet, sei laut Niessl ebenfalls ein richtiger Zug: „Ich halte ihn für einen absoluten Experten, der sich seit Monaten mit der Materie der Öffnung auseinandersetzt. Als Sport Austria haben wir mit ihm als Berater bereits Öffnungskonzepte erarbeitet. So kann man verantwortlich und mit wissenschaftlicher Begleitung vorgehen.“

Einmal mehr sieht Niessl hier die Kombination zwischen den Testungen an den Schulen und den parallel laufenden Impfungen als gute Basis für noch mehr Sport, vor allem im Freien. Diese Ansätze werde man auch beim grünen Neo-Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, der seit Montag Rudolf Anschober offiziell beerbt hat, deponieren: „Sport ist die beste Medizin.“ Darum sei es auch besonders wichtig, dass das Gesundheitswesen und der Sport gemeinsam bewertet werden.