Miriam Ziegler: Neue Lockerheit als Lohn

Eiskunstläuferin Miriam Ziegler hat zum dritten Mal das Olympia-Ticket gelöst – diesmal schon im Herbst, weshalb die gebürtige Stooberin nun auch Risiko üben kann.

Bernhard Fenz
Bernhard Fenz Erstellt am 06. Oktober 2017 | 06:13
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Geschafft. Miriam Ziegler (23) und Severin Kiefer (26) qualifizierten sich fürden Paarlauf-Bewerb bei den Olympischen Spielen 2018.
Foto: zVg/Movio

Platz vier bei der Nebelhorn Trophy in Oberstdorf bescherte Miriam Ziegler und ihrem Partner Severin Kiefer das Ticket für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.

Es war das letzte Qualifikations-Event für Südkorea und das Duo nutzte seine Chance. Basis war ein Top-Kurzprogramm am Donnerstag – mit Platz drei und der persönlichen Bestnote von 65,09 Punkten. Auch wenn es in der Kür am Freitag nicht nach Wunsch lief, so reichte die Gesamtpunkteanzahl zur souveränen Quali und auch zu einer neuen Bestmarke der beiden Eiskunstläufer.

„Ich kann mich jetzt ganz anders darauf freuen.“Miriam Ziegler (23) über ihre dritte Olympia-Qualifikation, die sie schon im Oktober in der Tasche hat. 2014 war das erst drei Wochen vor Olympia fix.

Für die 23-jährige Ziegler werden es somit nach 2010 (Vancouver/Kanada) und 2014 (Sotschi/Russland) die dritten Olympischen Spiele in Folge sein. Im zarten Alter von 15 war sie noch als Solo-Eiskunstäuferin dabei, in Sotschi war dann bereits Kiefer an ihrer Seite – Ziegler war ins Paarlauflager gewechselt.

Vor vier Jahren qualifizierten sich beide allerdings erst im Nachhinein und unmittelbar vor den Spielen, weil ein Platz frei wurde. Nun ist schon Anfang Oktober alles klar – sehr zur Freude der gebürtigen Stooberin: „Mit 15 habe ich das alles noch nicht so mitbekommen, da bin ich einfach drauflos gelaufen. 2014 haben wir erst drei Wochen davor erfahren, dass wir doch noch dabei sind. Jetzt kann ich mich ganz anders auf die Spiele freuen. Wir haben seit März die komplette Vorbereitung genau auf diesen einen Bewerb hin ausgelegt, darum war auch die Arbeit im Sommer viel intensiver. Jetzt ist der erste Meilenstein erledigt. Die Anspannung wird das restliche Jahr sicher nicht mehr so intensiv sein.“

Eine kurze Pause daheim im Burgenland

Derzeit erholt sich Miriam Ziegler und gönnt sich dabei auch ein paar freie Tage für einen Besuch daheim im Burgenland – in dessen Zuge wird auch der eine oder andere nötige medizinische Check für Olympia erledigt. Severin Kiefer wiederum bleibt in seiner Heimat Salzburg, ehe das Training wieder aufgenommen wird. Hier arbeiten beide vorwiegend in ihrer Wahlheimat Berlin.

Dass nicht viel Zeit zur Erholung bleibt, zeigt der Blick auf das Programm. Zwei Events der prestigeträchtigen ISU Grand Prix Serie in Moskau (Russland) und in Osaka (Japan), ein internationaler Wettkampf in Innsbruck oder in Zagreb sowie die Staatsmeisterschaften in Wien stehen vor Weihnachten noch an. Im neuen Jahr folgen mit der EM im Jänner, den Olympischen Spielen im Februar sowie der WM im März gleich drei Highlights in Folge.

Nun gilt es, an den Details zu feilen und die Automatismen zu schärfen. Basierend auf dem Bewerb in Oberstdorf haben Ziegler/Kiefer im Kurzprogramm fürs Erste nur noch wenig Luft nach oben („Das war wirklich sehr gut, hier sind vielleicht noch ein, zwei Punkte mehr drin“). Bei der Kür seien aber „noch zehn Punkte“ drin. All das kann jetzt aber mit der nötigen Lockerheit erledigt werden – ein Privileg, das sich die 23-Jährige und ihr 26-jähriger Partner erarbeitet haben. „Bis zu den Olympischen Spielen steht weniger auf dem Spiel, deshalb können wir jetzt auch lockerer in die Wettkämpfe gehen und vor allem mehr riskieren.“

Weil bekanntlich auch das Risiko geübt werden muss, könnte mehr Sicherheit bei riskanteren Manövern in weiterer Folge auch in Südkorea den Unterschied ausmachen. „Da wollen wir in die Kür der Top-16 kommen – und da ist die Dichte sehr groß. Viel wird dann von der Tagesverfassung abhängen, wie weit nach vorne es geht.“