Ziegler/Kiefer aktivieren für EM früheres Programm. Die Staatsmeisterschaften mit den Elitebewerben am Freitag und Samstag in Klagenfurt bieten Österreichs Eiskunstlauf-Assen die letzte Wettkampfüberprüfung vor den Heim-Europameisterschaften.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 11. Dezember 2019 (13:46)
Paarläufer Miriam Ziegler/Severin Kiefer
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Für die Titelkämpfe vom 22. bis 26. Jänner in Premstätten bei Graz ist mit der Stooberin Miriam Ziegler samt Partner Severin Kiefer bisher nur ein Lokalmatador-Duo qualifiziert. Im Herren- und Damen-Einzel geht es in Kärnten um Tickets.

Neben den Paarläufern Ziegler/Kiefer werden entweder der 27-jährige Tiroler Maurizio Zandron oder der 17-jährige Wiener Luc Maierhofer bzw. wohl die 16-jährigen Olka Mikutina oder Stefanie Pesendorfer Österreichs Farben bei der sechsten Heim-EM vertreten. Außenseiterchancen haben die Salzburgerinnen Lara Roth und Sophia Schaller, 20 bzw. 19 Jahre alt. In die Wertung kommen auch bisherige international erbrachte Ergebnisse.

Der heimische Fokus liegt aber klar auf Ziegler/Kiefer, auch schon in Klagenfurt. Die beiden kehrten nach ihrem Mitte November in Moskau absolvierten Grand-Prix-Auftritt zu ihrem Olympia-Kurzprogramm von Pyeongchang 2018 zurück. Zwar hatten sie mit Platz vier in Russlands Hauptstadt überzeugt, doch zum wiederholten Mal nicht im ersten, flott und peppig choreografierten Programmteil.

Ziegler sprach am Mittwoch in Wien von Planungsfehlern, für die Umstellung auf den neuen Rhythmus blieb zu wenig Zeit. "Wir hatten uns das alte Kurzprogramm aber in vier Tagen wieder erarbeitet", sagte die 25-Jährige. Es galt, das in den knapp zwei Jahren seit den Spielen geänderte Regulativ zu berücksichtigen. Ziegler: "Wir haben einige Übergänge und Technikteile geändert, einen Sprung ausgetauscht."

Die eigene EM-Vorgabe der Burgenländerin und ihres 29-jährigen Salzburger Partners ist klar definiert. "Das Ziel sind die Top Fünf", konkretisierte Kiefer. Als heurige WM-Zehnte waren sie Europas fünftbestes Duo, ihr Status wäre so bestätigt. Freilich geht ein Seitenblick zu den Podestplätzen. Kiefer: "Wir denken, dass wir eine realistische Chance haben, wenn wir eine kleine Sternstunde haben. Wir brauchen zwei saubere Programme."

Claudia Kristofics-Binder hat mit EM-Gold 1982 in Lyon Österreichs bisher letzte Medaille bei einem Großereignis geholt. Im Jahr davor hatte sie mit Bronze in Innsbruck bei einer Heim-EM zugeschlagen. Sie spricht daher aus Erfahrung: "Bei einer Heim-EM zu laufen, ist eine Ehre, aber auch Druck. Für mich war jeder Wettkampf immer gleich wichtig. Man muss fokussiert bleiben, denn es ist der gleiche Wettkampf wie immer", riet die 58-Jährige.

Carmen Kiefer, Mutter von Severin Kiefer und EM-Organisatorin, sprach von einer starken sportlichen Entwicklung im österreichischen Eiskunstlauf. "Es ist derzeit ein Niveau, das wir jahrelang nicht gehabt haben." Die Trainingsmöglichkeiten würden da aber nach wie vor hinterherhinken, weshalb auch alle rot-weiß-roten Topläufer ihre Hauptstützpunkte im Ausland haben. Für Ziegler/Kiefer ist das seit Jahren Berlin bei Coach Knut Schubert.

"Figure Skating is Coming Home" lautet das EM-Motto, womit auf Österreichs glorreiche Vergangenheit im Eiskunstlauf mit insgesamt 44 EM-, WM- und Olympia-Goldmedaillen verwiesen wird. Der Vorverkauf für die vor längerem von Liebenau in die Steiermarkhalle am Schwarzlsee verlegte Veranstaltung laufe gut, rund die Hälfte aller Tickets wurde in gesamt 40 Länder abgesetzt. Das Fassungsvermögen beträgt knapp 5.000 Zuschauer.