Miriam Ziegler und Severin Kiefer: Ein Wettlauf gegen die Zeit

Erstellt am 23. Januar 2022 | 02:47
Lesezeit: 3 Min
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Hebefiguren sind für Severin Kiefer und Miriam Ziegler - am Bild im Vorfeld der Olympischen Spiele 2018 – aktuell nur mit rechts möglich. Severin brach sich in Tallinn das linke Handgelenk.
Foto: shutterstock.com/Obbkob; GEPA pictures/Matic Klansek
Miriam Ziegler und Severin Kiefer mussten nach einer Handgelenksverletzung von Kiefer die EM abschreiben. Nun drängt die Zeit bis zu den Olympischen Spielen.
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Die letzte Saison von Miriam Ziegler und Severin Kiefer – das rot-weiß-rote Parade-Duo beendet nach dem Winter seine Karriere – läuft bislang alles andere als nach den Vorstellungen von Österreichs Nummer eins im Paarlaufen. Zu Beginn der Saison plagte Kiefer eine Entzündung der Muskelansätze im Hüftbereich, die erstmals im Februar 2021 auftrat. Durch die Verletzung konnten die Burgenländerin und der Salzburger erst verspätet in die Olympia-Saison starten, ging es nach der Absage des Grand-Prix-Events in Tokio erst beim Rostelecom in Sotschi Ende November los. Mit mäßigem Erfolg, da sich der aufgerissene Trainingsrückstand bei einem Wettbewerb auf höchstem internationalen Niveau nicht kaschieren ließ. Mit Platz acht ging es zurück nach Österreich zum Training. Fast ein Monat später bei den nationalen Titelkämpfen in Graz ging es für Ziegler/Kiefer, zumindest was die Kür betraf, wieder bergauf. 130 Zähler bedeuteten die beste Punkteausbeute in einer Kür in der gesamten Karriere.

EM-Hoffnungen wurden von Trainingssturz zerstört

Dementsprechend optimistisch nahm man auch die Europameisterschaften in Tallinn (Estland) in Angriff. Bis man ein weiteres Mal in dieser Abschlusssaison von einer Verletzung gebremst wurde. Severin zog sich bei einem Trainingssturz in der estischen Hauptstadt eine Handgelenksfraktur zu, die erst bei einer MRT-Untersuchung in Salzburg entdeckt wurde. Damit begann, nach der Operation am vergangenen Freitag, der Wettlauf gegen die Zeit bis zu den Olympischen Spielen in Peking (China).

„Wenn alles gut geht, steht unserer Teilnahme in Peking nichts im Wege“ Severin Kiefer

„Die OP ist sehr gut verlaufen, die Ärzte sind zuversichtlich. Seit Montag kann ich unter Sicherheitsvorkehrungen wieder auf dem Eis stehen. Wir werden die Trainingsintensität jetzt langsam steigern. Wenn alles gut geht, steht unserer Teilnahme in Peking nichts im Wege“, sagt der 31-jährige Salzburger. Auch Miriam Ziegler, die die Wettkämpfe in Tallinn als Zuschauerin verfolgte, richtet den Blick schon wieder nach vorne: „Ich war enttäuscht, dass wir nicht antreten konnten. Der vierte Rang wäre realistisch gewesen. Aber jetzt liegt der volle Fokus auf Olympia.“

Zugute könnte Ziegler/Kiefer kommen, dass die Paarlaufbewerbe unter den Ringen erst gegen Ende der Spiele stattfinden. Am 18. Februar geht das Kurzprogramm über die Bühne, tags darauf folgt die Kür. Bis dahin bleibt der Tagesablauf vor allem eines - ein Wettlauf gegen die Zeit.