Burgstaller schoss ÖFB-Team zu 1:0 gegen Slowenien. Österreichs Fußball-Nationalteam hat in der EM-Qualifikation für 2020 ein wichtiges Lebenszeichen abgegeben.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 07. Juni 2019 (22:49)
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Drei Punkte für das ÖFB-Team
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Die Österreicher landeten am Freitagabend in Klagenfurt mit einem 1:0 (0:0) gegen Slowenien im dritten Anlauf den ersten Sieg im laufenden Bewerb. Das Goldtor vor 19.200 Zuschauern erzielte der kurz zuvor eingewechselte Guido Burgstaller in der 74. Minute.

Franco Foda hatte von einer Partie mit einem "gewissen Final-Charakter" gesprochen. Seine Mannschaft ersparte dem Nationaltrainer mit den ersten drei Punkten eine Teamchefdiskussion. Der Rückstand auf die ebenfalls siegreichen Konkurrenten Polen und Israel beträgt nach drei Runden aber weiterhin sechs bzw. vier Punkte. Nur die beiden Gruppenbesten lösen ihr Ticket für die EM 2020.

Die Österreicher mussten ohne Julian Baumgartlinger antreten. Beim Kapitän hatte sich eine Entzündung im Sprunggelenk in der Nacht verschlimmert, er reiste noch am Spieltag aus dem Teamcamp ab. Der Mittelfeldmann verpasst auch das nächste EM-Quali-Spiel am Montag (20.45 Uhr) in Nordmazedonien. Gegen die Slowenen kam an seiner Stelle Leipzig-Legionär Konrad Laimer zu seinem Länderspiel-Debüt, als Kapitän fungierte David Alaba.

In der Defensive kehrte Foda zur Viererkette zurück, im Vergleich zum jüngsten 2:4 im März in Israel gab es drei Änderungen in der Startformation. In dieser standen mit Torhüter Heinz Lindner, Aleksandar Dragovic, Alaba und Solospitze Marko Arnautovic nur vier Spieler, die noch nie für Salzburg aktiv waren. Alaba und Lazaro flankierten Solospitze Arnautovic an den Flügeln - ein Konzept, das schon beim bisher letzten ÖFB-Sieg im November in Nordirland (2:1) in der Schlussphase aufgegangen war.

Das ÖFB-Team war von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft. Nach Querpass von Alaba klopfte Arnautovic erstmals am Tor an (12.), bei einem Schuss von Marcel Sabitzer packte Jan Oblak sicher zu (14.). Der Startorhüter der Slowenen machte auch die besten Chancen der Österreicher zunichte: Erst lenkte er einen etwas zu zentral angetragenen Kopfball von Sabitzer nach Alaba-Flanke zur Stange (25.), dann ging er aus einem Duell mit Xaver Schlager als Sieger hervor (33.).

Die Österreicher liefen sich immer wieder am Abwehrwall der Slowenen fest. Die Gäste beschränkten sich darauf, im Konter Nadelstiche zu setzen - brachten Lindner aber selten ernsthaft in Bedrängnis. Ein abgefälschter Schuss von Jasmin Kurtic ging am Tor vorbei (42.).

In der zweiten Hälfte wachten auch die organisierten ÖFB-Fans auf. Ihrem angekündigten Stimmungsboykott vor der Pause hatten aber nicht alle Zuschauer auf der Fantribüne Folge geleistet. Am Spielgeschehen änderte sich vorerst wenig: Österreich war überlegen, aber nicht zwingend genug. Ein Lazaro-Schuss kullerte am Tor vorbei (59.).

Klagenfurt weiterhin guter Boden für das ÖFB-Team

Burgstaller kam für den ob des Wechsels unglücklich wirkenden Sabitzer ins Spiel. Keine drei Minuten später brach der Kärntner mit seinem erst zweiten Länderspieltor den Bann. Arnautovic behauptete den Ball nach einer Alaba-Flanke. Seinen Schuss vom Fünfereck konnte Oblak noch parieren, Schalke-Legionär Burgstaller staubte aber aus der Drehung zum umjubelten 1:0 ab. Im Finish riskierten auch die Slowenen mehr, Österreich brachte den Arbeitssieg aber über die Zeit.

Die Slowenen sind mittlerweile neun Partien sieglos. Österreich dagegen schrieb nach Niederlagen gegen Polen und Israel zum EM-Quali-Start erstmals in diesem Jahr an. Es war der dritte Sieg im siebenten Pflichtspiel unter Foda. Klagenfurt blieb ein guter Boden für das ÖFB-Team. Die vergangenen vier Länderspiele im Wörthersee-Stadion haben die Österreicher alle gewonnen. Um in der Quali-Gruppe G im Rennen zu bleiben, ist die Foda-Auswahl aber auch am Montag in Skopje gefordert.

Franco Foda war die Erleichterung nach dem 1:0-Sieg über Slowenien deutlich anzumerken.  Der Druck vor der Partie sei groß gewesen, gestand Foda. "Klar war es eine schwierige Situation, aber ich habe den Spielern gesagt, dass man mit solchen Situation oft konfrontiert wird und habe ihnen mit auf den Weg gegeben, dass sie ruhig und befreit aufspielen sollen, mit Überzeugung und Mut."

Diese Marschroute wurde eingehalten und führte zu einem letztlich verdienten Erfolg. "Ich bin zufrieden, wie die Mannschaft über weite Strecken aufgetreten ist. Wir haben das Spiel dominiert und hatten schon in der ersten Hälfte zwei, drei Möglichkeiten, um in Führung zu gehen."

In der zweiten Hälfte geriet zwar etwas Sand in Getriebe, dann aber bewies Foda ein goldenes Händchen: Drei Minuten, nachdem er Guido Burgstaller eingewechselt hatte, erzielte der Schalke-Profi das entscheidende Tor, das trotz der einen oder anderen heiklen Situation im Finish zum Sieg reichte. "Insgesamt hat die Mannschaft eine tolle Reaktion gezeigt und ein schwieriges Spiel gewonnen", resümierte Foda.

Sonderlob vom Deutschen gab es für Team-Debütant Konrad Laimer. "Er hat in Leipzig in den letzten Monaten einen großen Sprung nach vorne gemacht." Der Mittelfeldspieler war aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von Kapitän Julian Baumgartlinger in die Mannschaft gerutscht und dürfte seinen Platz auch am Montag auswärts gegen Nordmazedonien behalten.

Sollten auch in Skopje drei Punkte eingefahren werden, hätte das ÖFB-Team für die entscheidende Quali-Phase im Herbst eine relativ gute Ausgangsposition. "Jetzt gilt es, gut zu regenerieren und am Montag alle Kräfte zu mobilisieren", meinte Foda. "Wir werden das Slowenien-Spiel noch kurz analysieren, dann abhaken und den Fokus auf das nächste Match legen. Wir müssen gegen die Nordmazedonier so weitermachen, mit dieser Leidenschaft und Mentalität."

Der kommende Gegner liegt als Dritter einen Rang und einen Zähler vor Österreich, am Freitag gab es eine knappe 0:1-Heimniederlage gegen den noch makellosen Gruppe-G-Spitzenreiter Polen. "Das Spiel wird die gleiche Charakteristik wie das gegen Slowenien haben", prophezeite Foda. "Alle Spiele sind eng und ausgeglichen. Es entscheiden oft Kleinigkeiten."

"Sie sind flexibel, spielen einmal Dreier- und einmal Viererkette und haben mit Pandev einen ihrer besten Spieler. Aber entscheidend wird sein, wie wir auftreten."

Vor dem Weltranglisten-68 - die ÖFB-Auswahl ist 34. - zeigte der Teamchef Respekt. "Sie sind flexibel, spielen einmal Dreier- und einmal Viererkette und haben mit Pandev einen ihrer besten Spieler. Aber entscheidend wird sein, wie wir auftreten."

Diesbezüglich ist der Optimismus beim 53-Jährigen groß. "Die Mannschaft hat schon in den letzten Tagen im Training gut gearbeitet, da war Feuer drin, und jetzt haben sie sich mit dem Sieg belohnt", erzählte Foda und spekuliert nun mit einer positiven Wirkung des ersten Länderspiel-Erfolgs in diesem Jahr. "Ich hoffe, dass die Spieler befreit sind, dass sie sehen, dass sie richtig gut Fußball spielen können. Wenn man als Mannschaft auftritt, kann man viel erreichen."

Der Nationaltrainer bat am Samstagvormittag in Klagenfurt noch einmal zu einem leichten Training. Am Sonntag bricht das ÖFB-Team die Zelte in Kärnten ab und reist nach Skopje.