Entscheidung vertagt - bitteres 1:2 gegen die Admira . Der SV Mattersburg wollte mit einem Sieg im Duell gegen die Admira schon jetzt den Bundesliga-Klassenerhalt fixieren. Nach der Führung durch Jano (Bild) sah es auch sehr gut aus. Doch nach der Pause drehten die Niederösterreicher das Spiel, wodurch der SVM weiter voll im Abstiegskampf involviert bleibt. Am Dienstag ist die WSG Tirol zu Gast. Da gibt es in der vorletzten Runde der Qualifikationsgruppe die nächste Gelegenheit, um den Sack zuzumachen. Mit einem Sieg wäre die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser fix durch.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 27. Juni 2020 (19:58)
Martin Ivansich

Es benötigte eine gegenseitige Abtastphase der Mannschaften - bei den Heimischen waren Flo Hart, Fabian Miesenböck und Andi Kuen statt Julius Ertlthaler, Michi Lercher und Patrick Salomon dabei -, ehe nach einer guten Viertelstunde erstmals eine aussichtsreiche Mattersburg-Gelegenheit kreiert wurde. Andi Gruber konnte eine Flanke von Martin Pusic aber nicht gut verwerten – die Position wäre höchst aussichtsreich gewesen.

Trotzdem gestalteten sich die ersten 20 Minuten relativ ausgeglichen, neutralisierten sich die beiden Kontrahenten weitgehend, ehe der SVM dann sichtbar das Kommando  übernahm. In dieser Phase fiel dann auch prompt die Führung. Erst deutete Fabian Miesenböck Gefahr an, als er einen Pass von Christoph Schösswendter abfing, sein Schuss aber abgefälscht wurde und über das Tor ging.

Verteidiger-Trio für das 1:0 verantwortlich

Dann klingelte es aber – und es war eine gemeinsame Aktion des Mattersburger-Abwehrverbunds, der nach dem verhängten Eckball (siehe oben – Miesenböck-Schuss) noch in der Offensive zu tun hatte. Erst fing Lukas Rath, der hinten geblieben war, einen Ball ab. Seine Kugel landete bei Thorsten Mahrer, dessen Flanke von Jano per Drehung hocheffektiv verwertete wurde. Goalie Andreas Leitner streckte sich vergeblich – 1:0.

Admira? Da kam eindeutig zu wenig, lediglich drei Schüsse in Richtung von Mattersburg-Schlussmann Markus Kuster, keiner davon aber auf das Tor, zeugen von relativer Harmlosigkeit der Südstädter.

Einmal hätte es kurz vor der Pause gefährlich werden können, als Schösswendter nach einem Freistoß im Strafraum zu Boden gegangen war (Alois Höller hatte hier seine Hände im Spiel), Referee Julian Weinberger gab aber keinen Elfmeter.

Handselfer zum Admira-Ausgleich

Drei Minuten nach Wiederbeginn zeigte der Unparteiische dann aber auf den ominösen Punkt, als nämlich Martin Pusic im Zuge eines Eckballs mit dem Arm zu breit zu Werke ging und prompt der Ball seines Gegners an die verbotene Stelle klatschte. Kolja Pusch, der vor dem Corner Kuster per Schuss bereits geprüft hatte, verwertete knallhart in die rechte untere Ecke. Der SVN-Tormann erriet die Richtung, hatte aber keine Chance.

Stangenschuss der Gastgeber, Siegestor der Gäste

Was folgte, war eine wesentlich ambitioniertere Admira-Mannschaft, die ihren Teil für ein munteres Spiel beitrug – und eine verrückte Phase, in der alles möglich gewesen wäre. Der Reihe nach: 63. Minute: Gegenstoß Mattersburg, Andi Kuen auf Andi Gruber, der machte seinen gewohnten Haken nach innen, schloss aber untypisch zentral ab. 69. Minute: Freistoß Gruber an die Stange, der eingewechselte Patrick Bürger (er feiert heute Geburtstag) konnte den Abpraller nicht verwerten, weil Erwin „Jimmy“ Hoffer noch dazwischenrutschte, danach ging Flo Hart im Duell mit Hjulmand zu Boden – die Elferreklamationen der Burgenländer wurden aber nicht erhöht. 72. Minute: Chance der Admira über Paintil, Kolja Pusch und Sinan Bakis, die aber nicht den gewünschten Erfolg brachte. 73. Minute: Weiter Ball der Admira in die Tiefe, der eingewechselte Bakis zog auf das Tor, umspielte Goalie Kuster und schob zum 1:2 ins Netz.

Es sollte die Entscheidung in dieser Partie sein, weil Mattersburg danach nicht mehr entscheidend nachsetzen konnte und der Ausgleich somit verwehrt blieb.
Zudem zog sich Schiedsrichter Weinberger im Finish auch noch den SVM-Unmut zu, als ein Handspiel von Sinan Bakis im Strafraum ungeahndet blieb.

Eine extrem bittere Niederlage, die natürlich den Druck auf den SVM dementsprechend erhöht. Am Dienstag ist mit der WSG Tirol das neue Schlusslicht zu Gast im Pappelstadion. Einfache Rechnung: Gewinnen die Mattersburger, haben sie den Klassenerhalt gesichert.

 

Stimmen

SVM-Kapitän Jano: „Die erste Halbzeit war sehr gut für uns. Die Admira war da tot. Wir haben aber gewusst, dass ein Tor nicht reicht. Wenn man die zweite Halbzeit sieht, dann war das zu wenig. Wir sind in einer Situation, da muss jeder wissen, was man machen muss. Ich wollte nicht bis Dienstag (Anm.: Heimspiel gegen die WSG Tirol) warten, wir wollten das heute schaffen. Manche Spieler checken nicht, dass es um alles geht.“

SVM-Trainer Franz Ponweiser: "Dass wir es weiter selbst in der Hand haben, ist genau der Brunnen, von dem wir schöpfen müssen. Jetzt bin ich aber einmal riesig enttäuscht. Wir haben in der ersten Hälfte ein gutes Spiel gemacht, habe da ein zweites oder drittes Tor verabsäumt. Nach der Pause haben wir zu wenig Durchschlagskraft gezeigt und müssen uns jetzt wieder aufrappeln. Ich habe in der zweiten Halbzeit auch einige Situationen gesehen, bei denen ich mit den Entscheidungen nicht einverstanden bin. Für mich war das etwa ein klarer Handselfer von Bakis. Morgen werden wir jedenfalls besprechen, dann erwarte ich mir auch eine Reaktion. Heute wird es eine schlaflose Nacht."

Hier geht's zur Tabelle der Bundesliga-Qualifikationsrunde.

 

Statistik

MATTERSBURG – ADMIRA 1:2 (1:0).- Torfolge: 1:0 (25.) Jano, 1:1 (49.) Pusch (Elfmeter), 1:2 (73.) Bakis.

Gelb: Rath (45., Foul), Erhardt (55., Foul), Gruber (58., Foul), Miesenböck (62., Unsportlichkeit), Bürger (92., Foul); Kerschbaum (53., Foul), Hoffer (63., Unsportlichkeit), Hjulmand (67., Foul). Aiwu (75., Foul), Lackner (84., Foul), Maier (88., Unsportlichkeit).

SR: Weinberger.- Pappelstadion.

Mattersburg: Kuster; Mahrer, Jano, Rath; Höller (68. Steinwender), Hart (79. Ertlthaler), Erhardt (83. Halper), Miesenböck (68. Lercher); Gruber, Kuen; Pusic (68. Bürger).

Admira: Leitner; Bauer (66. Pavelic), Schösswendter, Aiwu, Maier; Lackner; Pusch (83. Kadlec), Kerschbaum, Hjulmand, Hoffer (71. Bakis); Paintsil (83. Petlach).