Stolz und Vorfreude bei ÖFB-Team nach EM-Qualifikation. Eine Ehrenrunde mit Dank an die Fans, die obligaten Bierduschen im Stadion und danach war für Österreichs Teamkicker Party im Wiener Nachtleben angesagt. "Wann, wenn nicht heute", meinte Konrad Laimer, nachdem sich das ÖFB-Team mit einem 2:1 gegen Nordmazedonien für die EURO 2020 qualifiziert hatte.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 17. November 2019 (08:18)
ÖFB-Team in Feierlaune: Vom Happel-Rasen ins Wiener Nachtleben
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Vor über 41.000 Zuschauern stand die Qualifikation am Samstagabend nie infrage. David Alaba (8.) mit seinem ersten Teamtreffer seit September des Vorjahres und Stefan Lainer (48.) mit seinem Premierentor im Nationalteam sorgten während des Spiels für Jubelstimmung auf den Rängen. Nach dem Schlusspfiff, unmittelbar nach dem Gegentreffer (93.), stellte sich auch bei den Spielern Erleichterung, Freude und Stolz ein.

"Das Gefühl ist unbeschreiblich. Wir sind alle sehr, sehr happy, dass wir unser Ziel erreicht haben", erklärte Alaba. "Viele haben uns nach den ersten zwei Spielen schon abgeschrieben, aber wir haben Charakter gezeigt, was wir für eine Mannschaft sind", so der Bayern-Legionär, der anschließend von Teamchef Franco Foda frei bekam und die Reise zum abschließenden Qualifikationsspiel am Dienstag in Lettland nicht mitmacht.

Ebenso wie Lainer, der nach der Vorarbeit zum Führungstreffer, seinem ersten Länderspieltor und dem EM-Ticket in der Tasche strahlte. "Ich hätte mir keinen schöneren Moment für das erste Tor für Österreich aussuchen können. Es ist ein überragendes Gefühl", freute sich der Salzburger.

"Wir sind eine hungrige Mannschaft"

Es soll aber nur der erste Schritt gewesen sein, der Gladbach-Verteidiger will sich mit seinen Kollegen auch bei der Endrunde gut präsentieren. "Wir haben Großes vor. Wir haben eine hohe individuelle Qualität, das können wir auf der großen Bühne zeigen. Große Bühne, großes Turnier, das fordert große Leistungen. Wir sind eine hungrige Mannschaft, alle sind richtig geil drauf", so Lainer.

Stefan Ilsanker durfte am Samstag nur kurz ran, die Vorfreude auf seine zweite EM-Teilnahme schmälerte das aber nicht. "Österreich hat die EM-Qualifikation lange nicht durch eigene Kraft geschafft, jetzt zweimal hintereinander. Das sagt viel über die Qualität der Mannschaft aus und auch über den Willen, den wir haben", meinte Ilsanker.

War es vor vier Jahren fast ein Durchmarsch zur Endrunde, so musste sich das Team diesmal erst hineinkämpfen, erinnerte er an den mühsamen Start mit zwei Niederlagen. "In der letzten Qualifikation sind wir unglaublich furios gestartet und haben von Anfang an die Euphorie mitgenommen. Diesmal war es ein holpriger Start. Aber wir wollten es allen zeigen, dass viel mehr in der Mannschaft steckt", erklärte Ilsanker.

"Wir sind reifer geworden"

Ein Entwicklungsprozess, den auch Julian Baumgartlinger hervorhob. "Was im ganzen Jahr passiert ist, hat uns sicher gestärkt, als Mannschaft reifer und besser gemacht", ist der Kapitän überzeugt. Das soll auch dazu beitragen, bei der EURO 2020 besser abzuschneiden als vor vier Jahren in Frankreich. Damals habe man gesehen, dass während einer Endrunde "weiche Faktoren dazu kommen können, wie zum Beispiel Nervosität oder ein Spielverlauf der nicht so ist, wie wir uns das vorstellen", so Baumgartlinger.

Davon will man sich nicht mehr aus der Bahn werfen lassen. "Wir haben als Mannschaft Erfahrungen gesammelt, sind reifer geworden, das merkt man", gab sich Alaba überzeugt. Parallelen sieht Baumgartlinger dennoch. "Am ehesten die, dass die meisten Spieler Stammspieler und Leistungsträger in den Vereinen sind. Vor der EM (2016) hat sich das teilweise ein bisschen gedreht. Wir hoffen, dass wir das bis 2020 konservieren können", so der Kapitän.