Silber für Eberhardt: „Bin extrem froh und überwältigt“. Verena Eberhardt holte sich bei den Europaspielen in Minsk Silber auf der Bahn – Klubkollege Andreas Müller wurde Dritter.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 05. Juli 2019 (06:35)
ÖOC/GEPA/Christian Walgram
Ein Küsschen für Eberhardt: Andreas Graf (l.) und Klubkollege Andreas Müller vom RSC ARBÖ Südburgenland gratulierten Verena Eberhardt zur Silbermedaille. Ihre beiden Gratulanten holten sich im Madison Bronze. Eine erfolgreiche Woche für den RSC ARBÖ Südburgenland, Obmann Ernst Imrek war angetan von den Leistungen in Minsk.

In der Vorwoche durfte die Crew des RSC ARBÖ Südburgenland jubeln. Verena Eberhardt radelte im weißrussischen Minsk im 100 Runden-Punkterennen zu Silber. Dabei fanden die European Games statt. Die Europaspiele sind so etwas wie das kontinentale Mini-Olympia. Dort setzte die in St. Martin/Wart wohnhafte Eberhardt ein echtes Ausrufezeichen.

„Hätte keinen besseren Ort auswählen können“

Die Freude und das Abfallen einer gewissen Last waren nach dem Rennen gleichermaßen spürbar. „Ich bin wirklich überwältigt und extrem froh, dass sich die harte Arbeit endlich bezahlt machte. Das ist meine erste Medaille bei einem Großereignis und ich hätte mir keinen besseren Ort auswählen können“, jubelte Eberhardt.

ÖOC/GEPA/Christian Walgram
Nur eine Fahrerin war schneller als Eberhardt. Sie landete hinter Ganna Solovei (Ukraine) auf Platz zwei.

Dass diese Auszeichnung nicht von ungefähr kam, bewies sie schon in den vergangenen Wochen mit starken Leistungen in Amerika. „Dennoch muss man es am ‚Tag X‘ erst mal abrufen können. Ich bin unglaublich dankbar für all die Leute, die mich auf dem Weg hierher unterstützt haben, allen voran meine Familie, mein Freund, meine Freunde, Trainer, Sponsoren und Betreuer. Ohne ihre Hilfe und ihren Glauben an mich, hätte ich es sicher nicht so weit gebracht.“

Klar, dass die 24-Jährige nach den Europaspielen nun Lunte roch und ein klares Ziel vor Augen hat: Tokio 2020. „Silber ist cool, es spielt aktuell aber keine große Rolle. Ich muss weiterhin gute Resultate bei der EM und den Weltcups abliefern.“ Dann sei die Olympia-Quali Thema. Neben Eberhardt hatte auch Teamkollege Andreas Müller Grund zum Jubeln. Ihm gelang mit Andreas Graf im Madison-Bewerb, also dem Zweier-Mannschaftsfahren, Bronze.

Medaille war nur mehr eine Frage der Zeit

Ernst Imrek, Obmann des RSC ARBÖ Südburgenland, bilanzierte entsprechend stolz: „Es war nur mehr eine Frage der Zeit, bis Verena aufs Stockerl fährt. Wenn sie ihre Stärke im Oktober bei der EM in Berlin und bei den Weltcups bis zum Winter behält, sollte die Teilnahme bei Olympia gesichert sein.“

Andreas Müller, der seit 2008 für den Österreichischen Verband fährt und auch als Nationalteam-Trainer fungiert, ergänzte: „Neben der Medaille wollten wir im Madison Punkte für die Weltcup-Quali und indirekt für Olympia sammeln.“