Wiesbergers Sieg in Schottland: Mehr als ein Triumph. Bernd Wiesbergers Sieg in Schottland bringt neben einem hohen Siegerscheck zahlreiche weitere Vorteile mit sich.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 17. Juli 2019 (06:14)
GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber
Konzentriert. Bernd Wiesberger zeigte sich in den vergangenen Wochen höchst fokussiert und erfolgreich. Der Lohn für seine harte Arbeit ist das Comeback in den Top-50 der Weltrangliste.

Als Bernd Wiesberger am Sonntag im Renaissance Club im schottischen North Berwick die Trophäe der Scottish Open in die Höhe stemmte, war es mehr als nur das Präsentieren des Sieges. Der Burgenländer holte sich den bislang größten Triumph in seiner Karriere. Und der bringt dem 33-Jährigen neben einem Preisgeld von knapp über einer Million Euro auch weitere Pluspunkte.

„Ausgangslage ist jetzt wirklich wunderbar“

Speziell in den Ranglisten machte Österreichs Nummer eins einen gewaltigen Sprung. In der Weltrangliste findet sich Wiesberger seit Montag wieder in den Top-50. Und: Im Race to Dubai übernahm er sogar die Führung. Heißt konkret: Aktuell ist er die Nummer eins der European Tour 2019.

„Die Ausgangslage für die kommenden Wochen ist jetzt wirklich wunderbar“, kommentierte Vater und Manager Klaus Wiesberger den Erfolgslauf von Bernd. Die letzten sieben Wochen war wohl die beste Phase in der Karriere des Oberwarters.

Rückblick Ende Mai: Vor dem European-Tour-Turnier in Dänemark, das Wiesberger am Ende gewann, lag der Golfprofi auf Platz 389 (!) in der Weltrangliste. Nicht einmal zwei Monate später — und zwei Turniersiege sowie einen zweiten Platz im Gepäck mehr auf der sportlichen Vita — steht Wiesberger auf Rang 40 im World Ranking. Und der Top-50-Platz bringt bekanntlich jede Menge direkte Qualifikationen mit sich. So ist Wiesberger für das WGC-FedEx St. Jude Invitational, ein Einladungsturnier von 25. bis 28. Juli, bei dem die besten 68 Golfer der Welt spielen, gesetzt.

Trotz Topform nicht der Open-Favorit

Der Fokus gilt aber nun dem europäischen Höhepunkt des Golfjahres, den British Open, die ab morgen (Donnerstag) über die Bühne gehen. Seit Wochenbeginn befindet sich Wiesberger in Nordirland – gespielt wird im Royal Portrush Golf Club, dem Austragungsort des einzigen Majors auf europäischem Boden. Und auch wenn Bernd Wiesberger aktuell das Golfspielen auf der britische Insel liegt: Die Favoritenrolle nimmt er nicht an.

„Alles was jetzt kommt, nehme ich als Bonus“, lautet sein Devise für das prestigeträchtige Groß-Event. Ziel ist, den Open-Plan durchzuziehen und am Ende ein gutes Ergebnis zu liefern. Kann der aktuell Führende im Race to Dubai (die Top-60 sind für das lukrative Finale der European Tour qualifiziert) an die letzten Leistungen anschließen kann, ist ihm das auch zuzutrauen. Immerhin spielte Bernd in Schottland mit einer 61 Platzrekord sowie die beste Runde seiner Karriere. Der Druck ist also deutlich geringer als noch vor wenigen Wochen. Da waren die Top-50 meilenweit entfernt.