24 Stunden Burgenland Extrem: Genuss im Grenzbereich. Seit 2012 steigt die winterliche Umrundung des Neusiedler Sees. Am 24. Jänner folgt das neunte Mal.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 06. Dezember 2019 (06:17)
Extremtour Burgenland

Ganze 58 Teilnehmer waren es, die sich im Winter 2012 zum ersten Mal organisiert daran machten, den Neusiedler See in einem Zug zu Fuß zu umrunden. Gehend, laufend, wie auch immer.

Ohne Zeitvorgabe und Zeitnehmung, lediglich mit folgender Herangehensweise der Veranstalter: dass die 120 Kilometer rund um den See mit normaler Spaziergeschwindigkeit in rund 24 Stunden zu bewältigen seien. Daher auch der Name „24 Stunden Burgenland Extrem Tour“ – weil die Aufgabe an sich für alle Motivierten machbar, aber jedenfalls extrem ist.

Um 4 Uhr Früh geht es von Oggau aus auf die 120-Kilometer-Strecke. Später folgen die Starts der weiteren Etappen.  Fotos: Extremtour
Extremtour Burgenland

Sieben Auflagen später waren 2019 nicht weniger als rund 5.100 Personen bei der achten Tour dabei, die sich mittlerweile die „größte Winterextrem-Wanderung Europas“ nennt. Am 24. Jänner 2020 folgt nun die neunte Tour.

Seit 20. September ist die Anmeldung möglich, rund 1.300 Teilnehmer haben sich bereits registrieren lassen – ein verheißungsvoller Wert. Dabei sein werden dann von Extremsportlern über Pilgergeher, Weitwanderer und Freizeitsportler bis zu Bewegungsstartern alle, die unter dem Tour-Motto „Live Love Move“ ihre ganz persönlichen Grenzen der körperlichen Belastbarkeit ausloten wollen.

Das gute Gefühl wohltuender Erschöpfung – ein Genuss im Grenzbereich. Längst hat sich die „24 Stunden Burgenland Extrem Tour“ (für die man nicht zwingend 24 Stunden benötigen muss, aber im Bedarfsfall sehr wohl auch länger brauchen darf) zum massentauglichen Event entwickelt, das beim Angebot praktisch alle Menschen von Jung bis Alt berücksichtigt.

Schüler und Senioren von Neusiedl/See aus

Neben den 120 Kilometern mit Start und Ziel in Oggau gibt es schließlich weitere Strecken, die in Angriff genommen werden können. Etwa den Memorial Trail als Erinnerung an den Fall des Eisernen Vorhangs von Hegykö aus über 80 Kilometer nach Oggau oder den Final Trail von Apetlon aus über 60 Kilometer. Druck soll es dabei für die Teilnehmer insofern keinen geben, als ein Ausstieg jederzeit möglich ist.

Extremtour Burgenland

Es gibt keine Ergebnisse und keine Wertungen – das eigene Abenteuer steht im Vordergrund. Im Zuge dessen es beim Bewältigen der Strecke Seite an Seite mit Gleichgesinnten sehr wohl positive Gemeinsamkeiten geben kann. Alleine sind somit also die wenigsten, schon gar nicht beim zum dritten Mal angebotenen „School of Walk“. Dabei können sich Schulgruppen oder Klassen für die 30-Kilometer-Strecke von Neusiedl/See nach Oggau anmelden.

Gleichzeitig starten hier auch die „Golden Walker“, also jene Gruppe Menschen, die 60+ sind und wieder in Schwung kommen wollen. Ein schöner Abschluss der zeitlich versetzten Startserie, wie Michael Oberhauser, einer der drei Organisatoren, bestätigt: „Auch das Generationenthema ist uns wichtig. Während der Tour kommen die Teilnehmer ganz anders als sonst zusammen.“ Und zwar extrem.