Tennis-Ass Pichler krönte „beste“ Staatsmeisterschaften. Burgenlands Nummer eins, David Pichler aus Oslip, stellte die Stars in den Schatten und holte in Oberpullendorf beide Titel bei den Herren.

Von Dietmar Heger. Erstellt am 15. Mai 2019 (03:08)

Am Ende der Woche hatte auch der Wettergott ein Einsehen. Während Qualifikation und Viertelfinale teilweise in der Halle absolviert werden mussten, konnten die Semifinal- und Finalbegegnungen bei strahlendem Sonnenschein stattfinden. Was angesichts des glänzenden Teilnehmerfeldes nur angemessen erschien.

„Es war schon länger ein Ziel von mir, hier zu gewinnen. Umso schöner, dass es bei so einem Starterfeld geklappt hat.“Neo-Staatsmeister David Pichler

Organisator Günter Kurz und sein Team hatten sich aufgrund der Mühen der vergangenen Monate ein Happy End auch redlich verdient. Und dieses Happy End wurde durch einen Burgenländer, der den Österreichischen Meisterschaften 2019 seinen Stempel aufdrückte, noch einmal versüßt.

Denn keiner aus dem engsten Favoritenkreis um Dennis Novak (ATP 121), Sebastian Ofner (ATP 127) oder Lucas Miedler (ATP 237) stemmte am Ende den Siegerpokal. Diesen krallte sich der Osliper David Pichler, der schon im Vorjahr als Finalist am Thron kratzte.

„Es war ein großes Ziel von mir, einmal hier in der Heimat zu gewinnen“, zitierte Burgenlands Nummer eins den Journalisten in die Notizblöcke. Seine Tenniswoche konnte sich wirklich sehen lassen. Vor allem der 6:4, 2:6 und 6:3-Halbfinalsieg gegen Daviscupper Dennis Novak in drei umkämpften Sätzen sorgte für Schlagzeilen. Mit breiter Brust vom bisher größten Erfolg der Karriere wurde die Revanche für die Finalniederlage im Vorjahr gegen Pascal Brunner zur Machtdemonstration.

Mit druckvollen Schlägen und vielen Rückhandwinnern zog der „waschechte Burgenländer“ dem „Wahl-Burgenländer“ (Anm.: Brunner wohnt in Neufeld) den Nerv und siegte schlussendlich deutlich mit 6:3 und 6:2. Zum Drüberstreuen verteidigte der 23-Jährige mit Partner Patrick Ofner auch den Titel im Doppel. Das ÖMS-Triple aus Einzel-, Doppel- und Mixed-Sieg verhinderte eine Verletzung von Pichlers Partnerin Alina Michalitsch. Das burgenländisch-niederösterreichische Duo musste vor dem Endspiel aufgeben.

Im Schatten der rot-goldenen Nummer eins, versuchte sich mit Michael Frank eine Nachwuchshoffnung im Hauptbewerb. Der 16-jährige wurde aufgrund seiner konstant starken Leistungen im vergangenen Jahr vom Veranstalter mit einer Wild Card ausgestattet und lieferte in Runde eins gegen Christoph Lang eine Talentprobe ab. Beim 4:6 und 3:6 wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Eine bittere Niederlage musste Karoline Kurz hinnehmen. Die „Hausherrin“ spielte gegen die spätere Semifinalistin Iris Haider-Maurer stark auf, führte mit 6:0 und 5:2, hatte zwei Matchbälle, musste aber dennoch die Segel streichen.

Zwölfte Auflage scheint vorprogrammiert zu sein

Auch abseits der Tennisplätze punktete das Sport-Hotel-Kurz einmal mehr in der elfjährigen Geschichte der Staatsmeisterschaften in Oberpullendorf mit perfekter Organisation. Als Highlight diente dabei der „Super-Friday“ mit Charity-Turnier, Official Dinner, Dancing Players Party und Poker-Turnier. Daher wurden die Veranstalter bei der traditionellen Pressekonferenz einmal mehr mit Lob überhäuft.

Herauszuhören: Sowohl Spieler als auch Unterstützer aus Politik und Wirtschaft sowie ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda wünschen sich die Titelkämpfe auch 2020 in Oberpullendorf. „Da müssen wir noch einige Gespräche führen“, meinte Organisator Günter Kurz. Diesen Satz hörte man auch schon in der Vergangenheit des Öfteren. Daher ist von einer Verlängerung der ÖMS-Erfolgsstory im Mittelburgenland tendenziell auszugehen.

„Ich bin durchaus optimistisch, dass es wieder klappen könnte“, ließ sich Kurz dann doch etwas in die Karten blicken. Und wer weiß, vielleicht kann auch David Pichler seinen Erfolgslauf am Fenyös fortsetzen. Der Hausherr hätte jedenfalls nichts dagegen. „Wir hatten ein super Teilnehmerfeld, es ist etwas für den guten Zweck passiert und ein Burgenländer hat gleich beide Titel bei den Herren abgeräumt. Was will man mehr?“, zog der BTV-Boss einen positiven Schlussstrich unter „seine“ Staatsmeisterschaften.