Auf geht’s in den Tag der Entscheidung. Heute, Donnerstag, geht es für die Kandidaten des 2007er-Jahrgangs ums Ganze. AKA-Teams testeten gegen Austria und St. Pölten.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 28. Januar 2021 (02:13)

Für 54 Akademie-Kandidaten (davon fünf Tormänner) wird es am heutigen Donnerstag in der Ritzinger Kunstrasenhalle noch einmal so richtig ernst. Die Spreu wird sich nun vom Weizen trennen, der Tag der Entscheidung ist da. Teil zwei der Aufnahme (für Nicht-Burgenländer handelt es sich bereits um die dritte Selektionsphase) steht am Programm. Bei diesen sportmotorischen Tests werden bei verschiedenen Durchläufen die Schnelligkeit sowie Motorik gemessen und miteinander verglichen. Natürlich wird Rücksicht auf Körpergröße und Gewicht genommen, da die Jungs in diesem Alter unterschiedlich entwickelt sind. Deswegen gibt es auch Extra-Punkte, um die Ergebnisse vergleichbarer zu machen. „In Summe gesehen, muss sich bei einem zukünftigen Akademie-Kicker ein stimmiges Gesamtbild ergeben“, erklärt AKA-Geschäftsführer Oliver Snurer.

Kandidaten. Die besten Nicht-Burgenländer sowie die heimischen Kicker aus LAZ und Landesauswahl waren in Ritzing am Start, um sich von ihrer technisch versiertesten Seite zu zeigen. Auch Sportlandesrat Heinrich Dorner machte sich in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender ein Bild und war beim Gruppenfoto aller – natürlich Covid-getesteten – Teilnehmer dabei. 54 Kicker wurden für heute, Donnerstag – den Tag der Entscheidung – eingeladen.
zVg/AKA

Die größten Talente sind auf jeden Fall bereits beim vorwöchigen Testtag aufgefallen. „Bei dem einen oder anderen gehen wir davon aus, dass er seine Leistung bei den Technikstationen nun auch bei der Sportmotorik wiederholt.“ Für die AKA-Crew ist dann intensives Daten-Auswerten angesagt. Bis Sonntag, 31. Jänner, will man jeden einzelnen Teilnehmer per E-Mail über eine Zusage (oder eben auch eine Absage) informieren. Erfolgreiche Kandidaten können sich dann ab Samstag, 13. Februar, in einer der Kooperationsschulen (HAK Mattersburg, BSSM Oberschützen) anmelden.

Zweifach-Test daheim gegen Austria Wien

Am Samstag kam die Wiener Austria zum U15-Doppelpack nach Mattersburg. Die Burgenländer konnten somit wieder allen Kaderspielern genügend Einsatzminuten garantieren, um wertvolle Aufschlüsse zu erhalten. Und die Wiener? Im sogenannten Future-Team kicken all die U14-Akteure, bei denen die Aufnahme in die U15-neu der violetten Akademie fix ist. Durch dieses „Hinaufziehen“ der kommenden AKA-Youngsters sind auch diese – trotz der Lockdown-Bestimmungen für U14 im Amateurbereich – spiel- und einsatzberechtigt.

Im Test gegen den Liga-Rivalen konnten die Gastgeber voll überzeugen. Moritz Luhn, der bereits in der Vorwoche dreimal netzte, erzielte das rasche Führungstor. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich gingen die Heimischen durch ein Eigentor und einen platzierten Schuss von Gabriel Macic aus 16 Metern ins lange Eck mit einer 3:1-Führung in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel kon-trollierte die Mannschaft von Trainer Christoph Morgenbesser weiterhin das Spielgeschehen und kam durch einen Doppelpack von Gabriel Federer und dem zweiten Tor von Macic zu einem souveränen 6:1-Erfolg.

Erfolgreich II. Auch Alexander Ackerler (l.) und Jakob Pichler hatten Grund für ein Foto in Jubelpose.
zVg/AKA

„Wir haben heute wirklich eine gute Performance auf den Platz gebracht“, freute sich der Coach, relativierte aber im gleichen Atemzug: „Ich will diesen deutlichen Sieg nicht überbewerten. Das Spiel gegen den Ball hat mir ganz gut gefallen, aber im Spielaufbau wollen wir noch mehr Bewegung und Mut reinbringen.“

Im zweiten Duell mussten sich die Burgenländer, trotz dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Leon Woborny, mit 1:2 geschlagen geben. Gegen sehr aggressiv agierende Gäste hatten die Heimischen in Halbzeit eins Probleme im Ballbesitz. Dies wurde nach der Pause deutlich besser, allerdings scheiterten die Burgenländer an der Chancenauswertung. „Nach der Pause hätten wir zwei oder drei Tore machen müssen“, resümierte der Coach trocken. „Da sind wir an uns selbst gescheitert.“

U16 rehabilitierte sich beim Test in St. Pölten

Nach der vorwöchigen 0:7-Pleite gegen den LASK schaffte das U16-Team eine gelungene Wiedergutmachung. „Vom Resultat her auf jeden Fall“, kommentierte Trainer Ivo Smudla die Reise zu den Altersgenossen aus St. Pölten. „Das Spielerische war zwar nicht so herausragend, doch Selbstvertrauen haben wir getankt. Es ist in diesem Alter schwierig, wenn man zweimal hintereinander eine auf den Deckel bekommt.“

Zweikampf. U15-Kicker Sanel Salihovic (r.) beim Versuch, einem Austrianer die Kugel abzujagen.
Martin Ivansich

Bei eisigen Temperaturen und heftigem Wind blieb den Burgenländern gegen die körperlich robusten Niederösterreicher fast nichts anderes übrig als ständig dagegenzuhalten. „Wuchten und puffen“ – hieß die Devise. Diese war dann doch erfolgreich. Smudla erhielt diesmal zwei Leihgaben aus der U18-Mannschaft. „Das hat sich schon positiv auf die Spielanlage sowie die Kampfkraft ausgewirkt.“ Erak gelang dann bald nach dem Seitenwechsel ein sehenswerter Treffer. Mit dem 2:0-Vorsprung im Rücken tat man sich leichter. Ab Minute 60 kamen alle übrigen Wechselspieler zum Einsatz. Diese machten ihre Sache ebenfalls gut, das Anschlusstor der Gastgeber brachte der Partie keine Wende mehr.

Vorbereitungswoche mit stürmischem Abschluss

Für die drei Mannschaften der Fußballakademie Burgenland folgt in der aktuellen Trainingswoche am Samstag am Standort in Mattersburg der Abschluss. Um 12 und 14 Uhr wird gegen Sturm Graz getestet.

Nach dem Aus für den Amateur- und Nachwuchsfußball Ende Oktober 2020 kontaktierte der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) als zuständiger Fachverband alle Akademien, dass U15, U16 und U18 dem Spitzensport zugeordnet werden. Mit den entsprechenden Präventionskonzepten (regelmäßige Covid-Tests, Abstands- und Hygieneregeln, Tragen eines MN-Schutzes abseits des Platzes, Beobachtungen des Gesundheitszustandes der Kicker, Führen von Anwesenheitslisten und von Kontaktpersonen) ist der Spiel- und Trainingsbetrieb seither erlaubt.

Auf Nachfrage der Akademien, wie bei Sichtungen sowie bei Aufnahmetests umzugehen ist, erhielten die Akademien die Antwort, dass zukünftige, potenzielle AKA-Kandidaten ebenfalls unter die Spitzensport-Regel fallen.

Exakt beobachtet. U15-Chefcoach Christoph Morgenbesser, sein Assistent Manuel Weber sowie Tormanntrainer Thomas Borenitsch (v.l.).
zVg/AKA

Voraussetzung für eine Sichtung sind negative Corona-Tests aller Beteiligten. Zuerst muss der komplette Betreuerstab (ausschließlich Personen, die aktiv mit den Sporttests zu tun haben) „negativ“ sein, dann alle Spieler. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 200 Personen. Personen, die nicht zur Akademie gehören (Eltern, Zuschauer) sind nicht zugelassen.

Beim Aufnahmetest am 21. Jänner waren alle getesteten Personen negativ. Alle Teilnehmer erschienen mit MNS, ehe bei ihnen nach dem Desinfizieren der Hände und dem Messen der Temperatur ein Covid-Test durchgeführt wurde. Bis zum Testergebnis (nach rund 15 Minuten) mussten die Kandidaten auf einem zugewiesenen Sitzplatz mit Zweimeter-Abstand zu anderen Personen warten.

In der Fußballakademie Burgenland geht man davon aus, dass die aufgenommenen Spieler des Jahrganges 2007 (U15-neu), im ersten Halbjahr (unter Einhaltung der Präventionskonzepte) schon Trainings abhalten dürfen. Wann und in welchem Ausmaß, wurde noch nicht besprochen.