Franz Ponweiser: „Habe gelernt, geduldig zu sein“. Seit Jänner 2017 ist er als Sportchef der Fußballakademie aktiv und spricht im Interview über die ersten beiden Jahre, zahlreiche Veränderungen sowie Zukunfts-Visionen.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 20. Februar 2019 (06:21)
Martin Plattensteiner
Franz Ponweiser (43) kickte bis 1994 im BNZ Burgenland, war dann bis 2010 als Kicker aktiv. Als Trainer betreute er Ritzing und Horitschon, ehe er 2015 in die AKA kam.

BVZ: Wie viel graue Haare haben Sie in den beiden Jahren als AKA-Sportchef dazubekommen?

Franz Ponweiser: Darüber mache ich mir weniger Sorgen. Das macht uns Männer ja angeblich attraktiver (schmunzelt).

Mein großes Ziel war es, diese Durchgängigkeit zu verbessern

Sie waren davor als Akademie-Trainer im Einsatz. Wie haben Sie den Umstieg vom Platz auf den Bürosessel erlebt?

In den ersten Monaten war die Umstellung sehr groß. Mittlerweile habe ich es geschafft, einen guten Mittelweg zwischen Arbeit im Büro und Arbeit am Platz zu finden. Vieles aus der Adlerperspektive zu beobachten erweitert den Horizont um ein Vielfaches.

Was trägt seither Ihre persönliche Handschrift?

Dies gilt es zum großen Teil für die Entscheidungsträger zu beurteilen. Abgesehen von den positiven Auftritten in der ÖFB-Jugendliga und internationalen Turnieren erkennen viele Leute die viel intensivere und verbesserte Zusammenarbeit mit dem SV Mattersburg. Mein großes Ziel war es, diese Durchgängigkeit zu verbessern, um den Toptalenten eine gute Perspektive bieten zu können.

Was tat sich personell?

Viel. Neue Trainerteams, Physiotherapeuten, Chauffeure und ein neuer Schulkoordinator wurden installiert. Unser Scouting-Netzwerk wurde um einige Säulen erweitert und wir gehen sehr aktiv und frühzeitig auf unsere burgenländischen Talente zu. Ich versuche, die Spieler und Eltern vom burgenländischen Ausbildungsweg in vielen Gesprächen zu überzeugen.

Die Resultate und Platzierungen haben sich konsolidiert, man liegt bundesweit im Mittelfeld. Wie ist die sportliche AKA-Perspektive?

Wir haben noch viel Luft nach oben. Veränderungen sind ein permanenter Prozess und wir sind noch lange nicht am Ziel. Ein Thema ist die individuelle Betreuung der Spieler zu perfektionieren.

Im Akademiebereich liegt die große Kunst darin, die richtige Balance zwischen Teamentwicklung und individueller Förderung zu finden

In welche Richtung geht diese individuelle Betreuung konkret?

Wir setzen schon in den nächsten Tagen ein großes Vorhaben in die Realität um: Alle unsere Heimspiele der ÖFB-Jugendliga werden nun mit einem neuen Spielanalysesystem getrackt. Datenreports in Mannschafts-, Gruppen- und Individualtaktischen Bereichen werden bis ins Detail erstellt. Via App bekommt jeder Spieler seinen eigenen Daten- und Videosequenz-Report.

Welche Zukunftsvisionen und Top-Vorstellungen haben Sie?

Im Akademiebereich liegt die große Kunst darin, die richtige Balance zwischen Teamentwicklung und individueller Förderung zu finden. Wie in der Frage schon explizit betont: Es geht letztendlich darum, wie viele Topspieler wir in den nächsten Jahren „produzieren“ können. Wir alle wissen, wie schwierig und gering die Chance ist, den Sprung in das Profigeschäft zu schaffen. Natürlich habe ich eine Vision und ich habe in den letzten beiden Jahren gelernt geduldig zu sein und diese demütig anzustreben. Es ist schwierig diese Vision in einer Anzahl an Spielern pro Jahrgang auszudrücken, aber wir wollen das Optimum rausholen.

Bleibt eigentlich noch Zeit für Privates?

Der Job ist extrem fordernd und man braucht ein gutes Zeitmanagement. Ich versuche, so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern und deren Hobbies zu verbringen, das ist mein Ausgleich.

Interview: Martin Plattensteiner