„Rückzug zum Schutz meines privaten und geschäftlichen Umfelds“

Aktualisiert am 01. Februar 2023 | 07:17
Lesezeit: 3 Min
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Gerhard Milletich ist als ÖFB-Präsident zurückgetreten.
Foto: Martin Ivansich
Gerhard Milletich, seit Oktober 2021 Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB), ist von seinem Amt zurückgetreten. Der 66-jährige Parndorfer, er ist Verlags-Chef der CRM Medientrend GmbH, sah sich seit geraumer Zeit immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, dass er sein Amt benutzt haben soll, um Inserate für seinen Verlag lukriert zu haben.
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Milletich wies die besagten Vorwürfe stets von sich, sah sich allerdings parallel und befeuert durch die Vorwürfe innerhalb des ÖFB-Präsidiums immer wieder mit Gegenwind – etwa von den Landesverbands-Präsidenten aus Salzburg, Tirol und Oberösterreich - konfrontiert.

Von offizieller ÖFB-Seite erfolgte bereits die Bestätigung. Im Zuge einer Aussendung wurde Milletich wie folgt zitiert:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Fußballs,

aufgrund der massiven medialen Negativ-Kampagne und der internen Angriffe gegen meine Person, sehe ich mich veranlasst, meine Funktion als Präsident des ÖFB mit sofortiger Wirkung zurückzulegen.

Dieser Rückzug erfolgt zum Schutz meines privaten und geschäftlichen Umfelds und soll weiteren Schaden vom ÖFB abwenden. Denn die mediale Vorverurteilung der letzten Monate sowie die persönlichen Angriffe einiger Präsidiumsmitglieder haben nicht nur meine Reputation, sondern auch das Ansehen des ÖFB in der Öffentlichkeit stark beschädigt.

Gleichzeitig halte ich aber ausdrücklich fest, dass ich mein Ehrenamt als ÖFB-Präsident niemals missbraucht habe. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich aus heutiger Sicht manche Kommunikation ein wenig anders geführt. Dennoch habe ich immer im Sinne des ÖFB und des österreichischen Fußballs gehandelt und habe mir daher nichts vorzuwerfen.

Da aber trotz meiner Bemühungen alle Vorwürfe restlos und transparent aufzuklären, die Feindseligkeiten einiger Mitglieder des Präsidiums nicht eingedämmt wurden, blieb mir letztlich kein anderer Weg, als meine Funktion zurückzulegen.

Mein persönlicher aufrichtiger Dank geht an all jene Mitglieder des Präsidiums, die mit mir gemeinsam in den letzten Monaten richtungsweisende Entscheidungen – wie zum Beispiel die Bestellung des Teamchefs Ralf Rangnick und die Grundsatzentscheidung für die Errichtung des Trainingszentrums in Aspern – mitgetragen haben. Gemeinsam haben wir damit wichtige Schritte für eine erfolgreiche Zukunft des österreichischen Fußballs gelegt.

Ganz besonders bedanken möchte ich mich auch bei jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ÖFB, die mir in meiner gesamten Amtszeit ihr Vertrauen geschenkt haben.

Abschließend wünsche ich dem gesamten ÖFB für die Zukunft alles erdenklich Gute.“

Gerhard Milletich setzte sich im September 2021 gegen seinen Mitstreiter Roland Schmid durch und wurde im Oktober schließlich offiziell zum ÖFB-Präsidenten gekürt. Davor war der langjährige Obmann des SC/ESV Parndorf seit 2012 Präsident des Burgenländischen Fußballverbands.