Fußballsaison 2020/21: Ein Plan ohne fixen Plan. Fast alle Vereine nutzten die Gelegenheit, um Vertreter zu den BFV-Gesprächen zu schicken. Besprochen wurde die Saison 20/21 allerdings ohne endgültige terminliche Klarheit.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 14. Juni 2020 (03:56)
Nicht nur Gruppe-Mitte-Vertreter wie Harald Reiszner (Ritzing, l.), Joel Putz (Horitschon, 2.v.l.) und Robert Strobl (Deutschkreutz, r.) waren bei der Burgenlandligasitzung dabei. BFV-Boss Gerhard Milletich (3.v.l.), Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt (3.v.r.) und Ligaobmann Josef Pekvocis (2.v.r.) freuten sich über reges Interesse.
Heger

Der Corona-Krise soll parallel zu den derzeit erfolgten Lockerungen auch im Burgenländischen Fußballverband (BFV) nach und nach getrotzt werden. Um nach der Annullierung der Meisterschaft und vor dem Beginn der neuen Saison zu informieren, organisierte der BFV in jeder Gruppe entsprechende Vereinskonferenzen.

„Das Interesse war durch die Bank sehr gut, wir waren positiv überrascht“, blickt auch Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt erfreut zurück. Auch wenn die wohl wichtigste Frage nach wie vor nicht beantwortet werden konnte: Wann wird wieder Meisterschaft gespielt?

September-Termin als Sicherheitsvariante

Längst ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die Beteiligten der Fußballszene von politischer Seite zeitnah grünes Licht für Mannschaftstraining erwarten – und danach fixieren wollen, wann auch wieder um Meisterschaftspunkte gekämpft werden darf. Nur fehlt hier eben noch eine entsprechende Verordnung der Regierung. „Deshalb gibt es auch noch keine Planungssicherheit“, skizziert Schmidt die Problemstellung.

Und darum wurde den Klubs auch kommuniziert, dass vorerst das Wochenende 4.-6. September als Start für die Meisterschaft im Amateurfußball angepeilt werde. Weil veranstaltungsmäßig eine limitierte und für Amateurfußball ausreichende Zuschauerzahl ohnehin erlaubt ist, geht es nur noch darum, ab wann sich die Unterhaus-Kicker so nahe kommen dürfen, dass ein echter Betrieb möglich ist.

Der September-Termin darf hier als eine Art Sicherheitsvariante betrachtet werden. Denn es gibt auch zeitlich offensivere Szenarien, wie und wann die Saison 2020/2021 gestartet werden soll:

Sollten die zu erwartenden Lockerungen einen früheren Saisonbeginn zulassen, werde man gegebenenfalls zumindest die letzten beiden Herbstrunden (die bei einem September-Start Mitte/Ende November stattfinden würden) bereits in den August vorziehen.

Kann sogar bei entsprechender Vorlaufzeit der ganze August für die Meisterschaft genutzt werden, wäre der vor Corona angepeilte Rahmenterminplan wieder Thema. Dann wären größere Ligen (16 Klubs) vielleicht schon ab dem Wochenende von 7.-9. August und der Rest von 21.-23. August aktiv.

Geklärt werden soll parallel dazu die Abwicklung des BFV-Cups, sobald die zeitlichen Vorgaben feststehen. Die Varianten gehen von der Streichung über die normale Abwicklung bis hin zu einer Halbierung der Teilnehmer von 64 auf 32 Teams.

„Vorlaufzeit von vier Wochen reicht aus“

Das zeitliche Jonglieren mit dem möglichen Meisterschaftsauftakt mag hier vor allem den Coaches in ihrer Trainingssteuerung eine echte Hürde sein, die Reaktion der anwesenden Klubfunktionäre auf die flexiblen Varianten sei aber durchaus gut gewesen, wie Schmidt wissen ließ: „Der Wunsch der Vertreter war, dass es eine gewisse Vorlaufzeit zur Vorbereitung gibt. Zumindest vier Wochen sollen es sein. Falls wir doch vorverlegen können, wäre das den Klubs durchaus recht – nicht zuletzt auch deshalb, weil im Sommer mehr Zuschauer als Ende November kommen könnten.“

Dass man sich nicht gleich auf Anfang September festgelegt und den August als möglichen Start ad acta gelegt hat, wäre für die Planungssicherheit zwar gut, aber Gift für die Außendarstellung, wie der Geschäftsstellenleiter des Verbands klarstellt: „Noch müssen wir alle auf die Regierungs-Vorgaben warten. Hätten wir jetzt den 5. September ohne Wenn und Aber fixiert und würde sich dann später herausstellen, dass doch schon ab 8. August gespielt werden könnte, würde ganz Österreich über uns lachen. Dann wäre das Burgenland der einzige Verband, der bis in den Dezember hinein spielt, aber noch im August pausiert. Darum machen wir es so wie praktisch alle Landesverbände und warten noch ab, bis wir Klarheit haben.“ Die besagte Klarheit soll sich in den nächsten Wochen einstellen.

BFV-Präsident Gerhard Milletich erwartet diesbezüglich Mitte bis Ende Juni Entscheidungen: „Zum einen hat das Gesundheitsministerium eine Studie in Auftrag gegeben, die die Corona-Ansteckungsgefahr bei Freiluftsportarten untersucht. Die Ergebnisse sollen bis 15. Juni aufliegen. Zum anderen könnten wohl auch die Erkenntnisse der Anti-Rassismus-Großdemo in Wien (Anm.: rund 50.000 Leute am Donnerstag vergangener Woche) mit einfließen. Wenn dort bezüglich etwaiger Ansteckungen nichts passiert ist, wird es schwer werden, den Sport bezüglich Vollbetrieb in Schach zu halten.“

Der Verbands-Chef zeigte sich mit den Tour-Terminen übrigens zufrieden: „Es war ganz wichtig, die Klubs persönlich zu informieren und uns auszutauschen. Dass wir noch keine Planungssicherheit bieten können, weil die erwarteten Lockerungen von politischer Seite noch ausständig sind, werden hoffentlich alle verstehen.“

Besprochen wurde bei den Terminen auch das Thema Reserven. Die Mehrheit der Vereine deklarierte sich laut Karl Schmidt für die Beibehaltung. „Wir warten noch bis zur Auslosung der neuen Meisterschaft. Diverse Melde-Fristen sind bis dahin auch ausgesetzt, um den Klubs entgegenzukommen. Solange haben sie auch Zeit, um Bescheid zu geben, sollte es etwa bei den Reserven zu Problemen kommen. Es gibt hier für den Fall der Fälle sehr wohl Varianten wie eine eigene Reserve-Liga pro Gruppe, allerdings hätte das reinen Hobby-Charme. Lieber ist uns auch zur Stärkung des Unterbaus die Beibehaltung der Reserven.“