Stephan Helm: „Diese Erfahrung ist ein riesiger Gewinn“. Stephan Helm wird nach einem Wechsel der Eigentümer seine Trainertätigkeit in der Schweiz beenden.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 16. Mai 2020 (06:17)
Bei Stephan Helm stehen die Zeichen auf Abschied aus der Schweiz. Der Pamhagener nimmt jede Menge Erfahrung mit.
zVg/Stocker

In der Corona-Krise stand die Fußballwelt flächendeckend still. Nicht so in Zürich, wo die Übernahme der Grasshoppers im April durch einen chinesischen Investor (eine in Hongkong ansässige Holding) den Klub personell kräftig umrührte. Ex-Rapid-Sportchef Fredy Bickel war als abgelöster Geschäftsführer nicht das einzige ausgetauschte Rad. Weitere Positionen werden künftig neu besetzt sein. Direkt betroffen ist mit dem Pamhagener Stephan Helm auch der U21-Headcoach, dessen Team derzeit nicht trainiert, der aber bis zum Saisonende noch Chefcoach Goran Djuricin im Corona-Betrieb der Profis zur Seite steht und dann nach Österreich zurückkehren wird.

Seit 2018 in Zürich: „Wie meine zweite Heimat“

Das ist das vorläufige Ergebnis jenes Prozesses, in dessen Zuge auch annähernd die komplette Nachwuchsabteilung neu aufgestellt wird. Dort war Helm seit Sommer 2019 quasi an vorderster Front aktiv, als er die U21 übernommen hatte. Im Juli 2018 folgte der 37-Jährige als Videoanalyst der Austria dem Ruf von Thorsten Fink nach Zürich, wo er auch Co-Trainer war und nach wie vor in der Schnittstelle zu den Profis werkt. „Für mich ist es aber legitim, dass sich neue Leute auch für neues Personal entscheiden. Wichtig ist mir einfach ein sauberer Abschluss, da ich mich in den knapp zwei Jahren sehr wohl gefühlt habe. Das war wie meine zweite Heimat.“

Auch wenn die Einsermannschaft im Vorjahr sportlich aus der Super League in die Challenge League musste, von wo aus nun der Wiederaufstieg möglich wäre – wenn die Saison fortgesetzt werden kann. Derzeit wird trainiert, der Zeitpunkt für einen Wiederbeginn steht noch aus. Punktegleich mit dem Zweiten Vaduz (Leader Lausanne ist zu weit weg) schnuppern die Grasshoppers an der Relegation. Mit einem aktiven Stephan Helm, der während der Corona-Krise daheim in Pamhagen war, nun wieder in Zürich arbeitet, ehe der Vertrag dann Mitte Juli zu Ende sein wird. „Für mich war es eine richtig gute Zeit. Ich habe viel investiert und mir hat auch die Arbeit bei der U21 extrem getaugt. Die große Herausforderung war, ob ich meine Ideen bei so einer jungen Truppe umsetzen kann. Das hat wirklich gut geklappt.“

Zum Saisonabbruch stand Grasshoppers II auf Platz vier im 14er-Feld der vierthöchsten Stufe (1. Liga), zudem bescherten international erfolgreiche Tests gegen Teams wie Wolverhampton oder Brentfort Helms Engagement weitere bleibende Werte: „Diese Erfahrung ist ein riesiger Gewinn.“

Wenn sich der Burgenländer beim Blick zurück etwas wünschen würde, dann wäre das mehr Kontinuität von oben gewesen. „In meiner Zeit hier gab es drei verschiedene Präsidenten und einige Sportchefs.“ Klar, dass dann die eigene Position nicht in Stein gemeißelt sei. „Wenn es ständig Umwälzungen gibt, dann ist man auf so etwas schon vorbereitet.“ Noch ist der 37-jährige Familienvater (der sich mit seiner Gattin Melli und dem dreijährigen Sohn Florian im Jänner mit Tochter Alma über Zuwachs freuen durfte) aber im Grasshoppers-Betrieb tätig. Und dann? Könnte die Zeit reif für Neues sein, denn: „Ich möchte auf jeden Fall in dem Bereich tätig bleiben.“