Wegen Coronakrise: Winterpause ohne Bandenzauber . Schon jetzt ist fix: Es gibt kein BFV-Hallenmasters 2021. Auch alle potenziellen Quali-Turniere sind bereits abgesagt. Die BVZ hörte sich um.

Von Bernhard Fenz, Martin Ivansich, Philipp Frank, Michael Heger und Patrick Bauer. Erstellt am 29. November 2020 (01:23)
Rekordsieger. Ganze acht Mal sicherte sich der SC/ESV Parndorf die Krone des burgenländischen Hallenfußballs – so auch im Vorjahr, als man den Burgenlandliga-Konkurrenten aus Oberwart in einem extrem spannenden Endspiel mit 4:3 bezwang und so einen Abstand zwischen sich und dem sechsfachen Triumphator aus Neuberg schaffte.
Ivansich/D. Fenz/Bauer

Was geht? Was geht nicht? Diese Fragen beschäftigen Fußballfans in Zeiten von Covid-19-Lockdowns und entsprechenden Einschränkungen dauerhaft. Bis Mitte Oktober war die Meisterschaft im Freien möglich, bevor die Punktejagd erst im Burgenland eingestellt wurde und der Trainingsbetrieb spätestens seit dem bundesweiten Lockdown bis auf weiteres komplett stillsteht.

Die Frage, wann im Freien wieder zumindest trainiert werden darf, wird vielleicht dann beantwortet, wenn die aktuellen Verordnungen (derzeit sind die Sportstätten – bis auf Spitzensport – geschlossen) wieder gelockert werden. Doch da war ja noch was: der Hallenfußball.

Enge Duelle. Der SV Stegersbach mit Dzenan Serifi (l.), der 2007 das Endturnier gewann, wird wie auch der im Vorjahr teilnehmende SV Eberau (r., Jonas Herczeg) ein Jahr auf Kicken in der Halle warten müssen.
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Traditionell würden Ende November/Anfang Dezember die Qualifiktionsturniere für das BFV-Hallenmasters starten – jenes große Final-Event, das traditionell im Jänner in Oberwart über die Bühne geht und bei dem der Titelverteidiger und die sieben Besten der Quali ihren König untereinander ausmachen. Fakt ist: Der Thron für den burgenländischen Hallenkönig wird nach diesem Winter leer bleiben. Aufgrund der völlig unsicheren Lage rund um Corona entschied man sich seitens des Verbands für eine Absage des BFV-Hallenmasters. Das bestätigte Karl Schmidt, Organisator und BFV-Geschäftsstellenleiter: „Es hat keinen Sinn zu versuchen da etwas durchzupeitschen, weil wir ja auch noch gar nicht wissen, ob Hallenfußball überhaupt möglich sein wird. Darum ist die Entscheidung nur logisch, dass es in diesem Winter kein BFV-Hallenmasters geben wird.“

Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass es keine Qualifikationsturniere geben wird, bei denen Punkte für das Masters gesammelt werden können. Doch hätte es die in diesem Winter überhaupt gegeben, wo doch schon unter normalen Umständen immer weniger Turniere organisiert werden? Die BVZ hörte sich in den jeweiligen Bezirken bei den Veranstaltern aus dem Vorjahr um, wie sie die Lage bewerten.

Südburgenland

Im südlichsten Teil des Burgenlandes gingen bis 2018 fünf Qualifikations-Turniere über die Bühne, ehe sich der SV Güssing im Vorjahr entschloss, sein traditionsreiches Turnier nicht mehr abzuhalten. So blieben die Regionalturniere I & II samt dem späteren Hallenmasters des SV Oberwart und der SpG Edelserpentin, das McDonald‘s-Turnier des SV Neuberg und das Fröhlich Christbäume-Turnier des SV Kirchfidisch über. Schon früh war die Lage klar: 2020 fällt die Halle flach. „Ich bin ein großer Anhänger des Hallenfußballs, aber heuer stellte sich diese Frage eigentlich gar nicht. Es war immer eine schöne Überbrückung“, so Oberwarts Sportkoordinator Peter Lehner und Mit-Veranstalter, SpG-Obmann Konrad Renner, ergänzte: „Es ist grundsätzlich natürlich schade, da die Halle über den Winter immer Gesprächsstoff lieferte, aber bei den zuletzt vorherrschenden Zahlen ist die Absage nur verständlich.“

„Es ist immer attraktiv und sorgt dabei für Abwechslung. Eine Austragung wäre schön gewesen.“ Georg Konrad, Sportlicher Leiter beim SV Neuberg über das heurige Turnier-Aus

Auch beim SV Neuberg, mit sechs Siegen einer der ganz großen rot-goldenen Hallenvertreter, zeigt man Verständnis, hadert aber auch mit der Absage. Georg Konrad, Sportlicher Leiter: „Das ist natürlich extrem schade, auch weil ich ein großer Befürworter bin. Es ist immer attraktiv und sorgt für Abwechslung. Unsere Spieler sehen das genau so, deshalb wäre eine Austragung schön gewesen.“ Der SV Kirchfidisch war in den letzten Jahren als 2. Klasse-Verein immer ein positives Gesicht über den Winter, zeigte viele Male sein Können und war auch beim Masters gern gesehener Gast. Das fällt 2020 flach, wie auch das mittlerweile Anfang Jänner fest eingeplante Turnier in Güssing. Sektionsleiter Christian Schaffer: „Die Halle war schon reserviert. Hallenkicken ist einfach eine super Sache.“

Mittelburgenland

Seit Jahren ist der Raika-Cup im Sport-Hotel-Kurz in Oberpullendorf das einzige Hallen-Event des Bezirks. Heuer hätte am 12. und 13. Dezember zwischen den Banden gezaubert werden sollen. Das fällt definitiv flach. „Wir haben schweren Herzens abgesagt“, sagt Turnier-Organisator Didi Heger, der schon etwaige Teilnehmer auf dem Zettel hatte. „Einige Klubs hatten sich bereits zum Turnier angemeldet. Wir hätten wieder ein spannendes Starterfeld präsentieren können.“

„Wir haben schweren Herzens abgesagt. Einige Klubs hatten sich bereits zum Turnier angemeldet.“ Didi Heger, Organisator des Raika-Cups, dessen Planung schon fortgeschritten war

Mit den ersten Indoor-Vorschriften (zugewiesene Sitzplätze für nicht mehr als 100 Zuseher) hätte man noch leben können, der Lockdown machte die Überlegungen zur Austragung dann aber obsolet. Die Masters-Absage hatte mit dem Ausfall des Raika-Cups 2020 aber nichts zu tun. „Wir sind gerne Teil der Quali-Serie, aber es ist nicht der entscheidende Punkt für die Organisation des Turniers“, so Heger, den der SV Steinberg und das Team des Sport-Hotel-Kurz bei der Durchführung der beiden Turniertage unterstützt.

Nordburgenland

In den Bezirken Mattersburg und Eisenstadt gab es mit dem ASKÖ-Hallencup im VIVA-Steinbrunn, der vom ASV Draßburg veranstaltet wird, und dem traditionellen Rosalienpokal des SV Forchtenstein (ausgetragen in der Sporthalle Mattersburg), der im Jänner seine 27. Auflage erlebt hätte, zwei fixe Bestandteile im Kalender der Hallensaison. Diese können heuer, so wie alle anderen Bandenzauber-Events, eben nicht stattfinden. Speziell der Ausfall des Roasalienpokals, der am ersten Jänner-Wochenende oft die Generalprobe oder die letzte Chance auf ein Masters-Ticket darstellte, schmerzt die Veranstalter.

Das Turnier ist beliebt und auch stets ansehnlich besucht.“ Gerhard Leitner, Obmann des SV Forchtenstein, über die diesjährige Absage des Rosalienpokals. Das Nicht-Stattfinden fehlt auch im Budget

Forchtensteins Obmann Gerhard Leitner erklärt plausibel, warum: „Weil der Rosalienpokal ein Fixpunkt in unserem Budget ist. Das Turnier ist beliebt und auch stets ansehnlich besucht.“ Eine Durchführung unter Auflagen oder gar ohne Zuseher wäre für Leitner klarerweise nicht denkbar gewesen – Stichwort fehlender Kantinenbetrieb: „Das macht keinen Sinn, wenn wir ein Hallenturnier ohne Fans veranstalten.“
Gleichzeitig betont der Forchtensteiner Vereinsboss aber auch: „Wir sind ein Amateursport, da muss man klipp und klar sagen: Gesundheit geht vor.“ Wie und wann die Forchtensteiner nun die fix eingeplanten Einnahmen des Rosalienpokals anders hereinholen werden, steht noch nicht fest: „Wir haben noch keine definitive Alternative, aber die eine oder andere Idee.“

Ein Zauber zwischen den Banden. Die Duelle zwischen Rekordsieger Parndorf (in Rot: Lukas Umprecht, r., und David Dornhackl) und dem SV Oberwart mit Edelzangler Thomas Herrklotz fallen über den Winter 2020 flach.
Ivansich/D. Fenz/Bauer

Ähnlich wie die Forchtensteiner hätten auch die Draßburger ihren ASKÖ-Hallencup im Dezember gerne ausgetragen: „Unser Turnier war oft die erste Chance, um sich einen Platz beim Masters zu sichern. Schade jedenfalls, dass wir heuer keines austragen können“, so Obmann Ernst Wild zum Thema.