Neo-ASKÖ-Boss Kollar: „Musste nicht lange überlegen“. Alfred Kollar ist neuer Präsident und Nachfolger von Christian Illedits. Dass dieser ihn fragte, überraschte ihn. Positiv.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 16. Mai 2019 (04:55)
Daniel Fenz
Führungswechsel: Christian Illedits (r.) übergab an Alfred Kollar. Foto: Daniel Fenz

Seit März ist Christian Illedits Sportlandesrat. Seitdem ist auch offiziell klar, was sich davor schon länger abgezeichnet hatte: Der Präsident der ASKÖ (Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur) Burgenland wird sich aufgrund der Unvereinbarkeit nach elf Jahren von seiner Tätigkeit als Boss des Sportdachverbands verabschieden. Ebenso offen war auch das Geheimnis, dass potenzielle neue Präsidenten nicht an jeder Straßenecke zu finden seien.

„Total organisiert und bestens vernetzt“

Nun ist Illedits, der die Suche nach einem für ihn idealen Nachfolger selbst in die Hand genommen hatte, fündig geworden. Alfred Kollar, geschäftsführender Obmann der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG), wurde vergangene Woche vom Vorstand einstimmig zum Neo-Verbands-Chef gewählt.

„Ein Statut erlaubt diesen Schritt, den wir setzen konnten“, so der nunmehrige Ex-Präsident Christian Illedits, dessen Zufriedenheit über die neue Personalie an der Spitze der ASKÖ Burgenland hörbar ist: „Alfred Kollar war mein Nummer-Eins-Kandidat. Er ist sehr sportaffin, ist in seiner beruflichen Tätigkeit ein total organisierter und bestens vernetzter Mann, der auch in den Gemeinden sehr präsent ist. Den brauchst du nirgends mehr vorstellen oder stark machen.“

Diesen Ball nahm der ehemalige Landesliga-Goalie in Großpetersdorf und Olbendorf sowie Obmann beim SV Großpetersdorf (der sich nach dem Fußballgeschäft auf den Laufsport konzentriert hat und auch schon unter anderem vier Marathons absolvierte) gerne auf. „Hier im Burgenland habe ich mein berufliches Tätigkeitsfeld. Ich fahre meine 80.000 Kilometer pro Jahr, bin in annähernd jeder Gemeinde und kann das gut mit der ASKÖ-Tätigkeit verbinden.“

Generalversammlung für September angedacht

Dass Alfred Kollar nun als neuer Präsident spricht, ehrt den 57-Jährigen, der mittlerweile in Kukmirn lebt. „Ich musste nicht lange überlegen, als mich Christian Illedits gefragt hat, ob ich mir das vorstellen könne.“ Auch wenn der Funktionärs-Quereinsteiger absolut nicht damit gerechnet hatte. „Ganz ehrlich: Überrascht war ich schon sehr, das kam für mich wie aus heiterem Himmel.“

Umso mehr freut es den Bau-Experten, nun tatsächlich die Zügel in der Hand zu haben. Voraussichtlich im September soll es zu einer außerordentlichen Generalversammlung kommen, um Kollar dann quasi den hochoffiziellen Stempel zu verleihen. Bis dahin will der Neo-Boss Gespräche mit Vereinen führen und weiteren Einblick in sportliche, bauliche sowie administrative ASKÖ-Belange bekommen. Im Rahmen der Generalversammlung wären dann auch etwaige personelle Adaptierungen – etwa im Bereich des Vorstands – möglich. Die könnte es geben, auch wenn Kollar gleichzeitig klarstellt: „Wir verfügen an sich über ein gestandenes Team, das ergibt für mich ein rundes Bild.“

Kollar und Illedits bald am Verhandlungstisch

Direkt miteinander zu tun haben werden der alte und der neue ASKÖ Burgenland-Präsident übrigens auch in einer anderen Angelegenheit. Es gilt, das von Illedits gestartete Projekt einer neuen Zentrale – das sogenannte ABC (ASKÖ Bewegungs Center) – fortzuführen und die Umsetzbarkeit zu finalisieren. Favorisiert ist das VIVA-Landessportzentrum Steinbrunn als Standort. Illedits: „Jetzt sitze ich als Sportlandesrat auf der anderen Seite des Verhandlungstischs. Ich kann mir für so ein Projekt aber keine geeignetere Person vorstellen als ihn.“